Sanmi Ojo, Trainer des PSV Bork, konnte einem seiner Spieler am vergangenen Wochenende zu dessen erstem Treffer im Seniorenbereich gratulieren. © Henkel
Fußball

Premierentreffer mit dem ersten Ballkontakt und 100 Minuten Spielzeit für den PSV Bork in den Beinen

Ein Spieler des PSV Bork erlebte ein besonderes Spiel: Er stand beinahe 100 Minuten auf dem Feld und erzielte gegen Hemmerde mit dem ersten Ballkontakt ein Tor – eine Premiere bei den Senioren.

Das Ergebnis war zweitrangig, die schwere Verletzung von Niklas Barnfeld warf lange Schatten auf den 1:0-Sieg des PSV Bork am vergangenen Wochenende in der Fußball-Kreisliga B. Der sportliche Matchwinner des Spiels gegen den TuS Hemmerde geriet völlig in den Hintergrund – dabei waren die Umstände alles andere als gewöhnlich.

Immerhin hatte Lukas Knoke schon ordentlich Meter in den Beinen, bevor er gegen Hemmerde überhaupt das Feld betrat. Denn am Sonntagvormittag ist er beim 1:10 im Kreispokal der A-Junioren gegen die Hammer SpVg noch rund 70 Minuten im Einsatz. Etwas mehr als zwei Stunden nach Abpfiff ist Knoke in Unna und steht im Kader der ersten Mannschaft.

Lukas Knoke trifft mit der ersten Aktion

Die erste Hälfte beobachtet der linke Flügelspieler noch von der Bank, in der Pause entscheidet sich Trainer Sanmi Ojo, den 18-Jährigen für Jan-Luca Szafruga, der ebenfalls beim Pokalspiel dabei war und dort den Borker Treffer erzielt hatte, einzuwechseln – eine Entscheidung, die sich nur wenige Augenblicke später auszahlt.

Lukas Knoke erzielte sein erstes Tor in einem Senioren-Pflichtspiel für den PSV Bork.
Lukas Knoke erzielte sein erstes Tor in einem Senioren-Pflichtspiel für den PSV Bork. © Knoke © Knoke

„Es kam ein langer Ball vom Torwart. Ich habe an der Abseitslinie gelauert und bin dann der Abwehr entkommen“, erzählt Knoke. „Ich habe dann geschaut, ob jemand in der Mitte steht, niemanden gesehen und es dann selbst versucht und im kurzen Eck abgeschlossen.“ Für Knoke ist es in einem Seniorenpflichtspiel der erste Treffer überhaupt – und das nachdem er schon fast ein ganzes Spiel auf dem Feld stand und nur Sekunden nach seiner Einwechslung. Diesen Treffer dürfte Knoke so schnell nicht vergessen.

Dabei war es gar nicht klar, dass Knoke überhaupt spielt. „Im Hintergrund der schweren Verletzung von Lukas habe ich kurz überlegt, ob ich überhaupt spielen kann“, sagt der Auszubildende zum Elektroniker. Knoke entscheidet sich glücklicherweise für einen Einsatz: „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben. Das hat ganz geklappt“, meint er bescheiden.

PSV Bork empfängt am Sonntag TIU Rünthe

Den körperlichen Strapazen muss der Flügelspieler dann aber doch Tribut zollen. Kurz vor dem Ende geht es nicht mehr weiter für Knoke, der Tank ist komplett leer. „Ich war schon ziemlich fertig. Irgendwann ist es eine Kopf- und keine Konditionssache mehr“, sagt er. „Es hätte aber keinen Sinn gemacht, wenn ich weitergespielt hätte, sonst läuft man nur hinterher. Da ist es wichtiger, dass jemand spielt, der noch die Luft hat und mithelfen kann, den Sieg nach Hause zu bringen.“

Sollte Knoke am Sonntag (15 Uhr) wieder auf dem Feld stehen, darf sich der PSV gegen TIU Rünthe wohl auf einen frischeren Lukas Knoke, als noch am vergangenen Wochenende einstellen: Die A-Junioren haben spielfrei.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel