Georg Hillmeister und die SG Selm beschlossen, den Einspruch zurückzuziehen. © Timo Janisch
Fußball

Rassismusvorwürfe gegen einen Spieler: SG Selm zieht Einspruch zurück

Ein Spieler der SG Selm II soll einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Die SG ist von der Unschuld überzeugt und legt zunächst Einspruch ein. Jetzt haben die Selmer diesen zurückgezogen.

Vor rund einem Monat wurde ein Kicker der SG Selm II (Name der Redaktion bekannt) zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Der Spieler soll in der C-Liga-Partie gegen die Reserve der DJK GW Albersloh einen Gegenspieler mit Affenlauten verunglimpft haben. Zunächst legte die SG Selm Einspruch gegen das Urteil ein, diesen hat der Verein nun aber zurückgezogen.

„Wir haben den Hinweis bekommen, dass ein Einspruch wenig Aussicht auf Erfolg hat“, sagte Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG Selm. „Es steht Aussage gegen Aussage.“ In diesem Falle tendiere die Sportgerichtsbarkeit dazu, den Ausführungen des Schiedsrichters Glauben zu schenken, der im Spielbericht eingetragen hatte, dass ein Albersloher mit Affenlauten beleidigt worden war. Der Schiedsrichter hatte aber angegeben, das selbst nicht gehört zu haben.

SG Selm ist von der Unschuld des Spielers überzeugt

Für eine Strafmilderung oder einen Freispruch hätte nun ein Verfahrensfehler vorliegen müssen. „Das ist aber nicht der Fall“, so Hillmeister, „deshalb haben wir uns zusammengesetzt und beschlossen, dass ein Einspruch nichts bringt.“

Der Vorsitzende geht weiter davon aus, dass der Spieler der SG Selm II unschuldig ist. Das hatte er schon beim Ersturteil betont. Hillmeister sei zwar selbst nicht vor Ort gewesen, aber: „Ich gehe davon aus, dass das, was er gesagt hat, stimmt und nichts passiert ist.“

Ein weiterer Einspruch hätte nur weitere Kosten verursacht. Diese hätten schnell deutlich in den dreistelligen Bereich gehen können. Daher entschloss sich die SG Selm, das erstinstanzliche Urteil zu akzeptieren, „nicht weil wir in der Sache überzeugt sind“, betont Hillmeister. „Wir machen den Deckel zu. Ob wir überzeugt sind oder nicht, spielt keine Rolle.“

Damit bleibt es bei einer Sperre von fünf Partien, von denen der Spieler bereits die ersten abgesessen hat.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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