Georg Hillmeister und die SG Selm handeln konsequent. © Timo Janisch
Fußball

Rausschmiss widerrufen: Konsequente SG Selm nimmt Skandal-Spieler vorerst wieder auf

Ein Spieler der SG Selm II soll den Schiedsrichter angegangen haben. Darauf schmeißt ihn der Verein raus. Kurze Zeit später wird der Spieler wieder aufgenommen. Klingt unlogisch, ist aber konsequent.

Nach dem Spiel zwischen den beiden Reserven der SG Selm und des SC Capelle soll es zu einem unschönen Vorfall gekommen sein. Ein Spieler der Selmer soll dem Schiedsrichter aufgelauert und ihn körperlich angegangen haben. Daraufhin suspendiert die SG den Spieler und meldet ihn vom Spielbetrieb ab. Kurz darauf macht die SG Selm den Schritt rückgängig – und handelt damit konsequent.

„Wir haben die Spielberechtigung und Mitgliedschaft reaktiviert, damit die Spruchkammer urteilen kann“, begründet Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG Selm, den Schritt. Nur in diesem Fall ist das möglich. Nach der Massenschlägerei in Vinnum im September 2019 waren die Spieler von Herta Recklinghausen Verfahren der Sportgerichtsbarkeit entgangen, indem sie sich vom Verein abmeldeten. Die SG will diesem Schritt verhindern.

SG Selm will das Sportgericht unterstützen

Weiter kündigte der Verein an, das Sportgericht im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen zu wollen. Allerdings habe kein Selmer den Vorfall selbst beobachtet, so Hillmeister. „Als Verein sind wir da außen vor“, meinte er. Die SG will nun auf das Urteil abwarten. Anschließend wird der Spieler vom Verein ausgeschlossen. „Wir werden jegliches Urteil akzeptieren“, sagte Hillmeister.

Bis zu einer sportgerichtlichen Entscheidung kommt, wird es aber wohl noch einige Wochen dauern. Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreis Münster, kündigte an, beim Sportgericht für eine zeitnahe Verhandlung werben zu wollen. Einige Wochen wird das aber wohl mindestens dauern. Anschließend wird der Spieler von der SG Selm ausgeschlossen. „Er wird nie wieder das Selmer Trikot tragen“, hatte Hillmeister angekündigt.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel