Sanmi Ojo ist ein Mann der klaren Ansprachen. © Sebastian Reith
Fußball

Sanmi Ojo drohte dem Vorstand des PSV Bork: „Es darf nicht wie in der Vergangenheit laufen“

Als Sanmi Ojo als Trainer des PSV Bork anfing, hatte er genaue Vorstellungen, wie die Jugend in seine Mannschaft eingebunden werden soll. Er setzte seine „Drohung“ in die Tat um.

Als Sanmi Ojo vor der Saison neuer Trainer beim B-Ligisten PSV Bork wurde, habe er den Verantwortlichen gedroht.

„Es darf nicht wie in der Vergangenheit laufen, dass erst Ende der Saison mit der Jugend gesprochen wird. Das ist der falsche Ansatz“, habe er dem Vorstand gesagt. „Ich habe mich mit dem Vorstand darauf geeinigt, dass Jugendspieler uns schon in der Saison unterstützen und zum Training eingeladen werden“, sagt Ojo.

Und, wenn man die Hinrunde, oder was davon bis zum Lockdown gespielt wurde, betrachtet, scheint er seine „Drohung“ in die Tat umgesetzt zu haben. „Vor der Saison hatten wir einen Altersdurchschnitt von 30 Jahren. Bis zum 5. Spieltag haben wir den auf 26 reduziert.“

Die Borker Jugend sei super interessant und dort müsse sich die erste Mannschaft auch in Zukunft bedienen. „Das muss der erste Schritt sein, bevor wir nach externen Spielern suchen. Ich habe vier, fünf Spieler auf dem Zettel, die ich liebend gerne integrieren würde.“

Ojo: „Ich habe das Gefühl, dass er schon länger dabei ist“

Einer der frischen Hochgezogenen, der diese Saison fest in der Ersten spielt, aber auch schon in der vergangenen Spielzeit dabei war, ist David Onweni. „Er läuft etwas unter dem Radar. Ich habe das Gefühl, dass er schon länger dabei ist. Er ist zu 200 Prozent da, der Erste, der das Tor trägt. Er hilft Brücken zu schlagen zu den anderen jungen Spielern. Er ist sehr wertvoll.“

Auch mit Dominique Klaas sei der Trainer durchaus zufrieden. „Er ist schnell und ehrgeizig. Er muss noch ein paar jugendliche Eigenschaften aus der Jugend ablegen.“ Ojo meine damit das Stellungsspiel, dass er manchmal zu hastig sei und den Zweikampf scheue.

Scheue laut seinem Trainer noch zu oft den Zweikampf: Dominique Klaas (l.).
Scheue laut seinem Trainer noch zu oft den Zweikampf: Dominique Klaas (l.). © Sebastian Reith © Sebastian Reith

„Ich möchte den Jungen die Angst nehmen, volle Kanne in den Zweikampf zu gehen. Allen unter 22 sage ich immer: Seid arrogant und frech. Ich animiere sie Fehler zu machen. In dem Alter sind die noch zu verzeihen.“

Steven Beckmann wäre einer, der Ojos Devise direkt umgesetzt habe. „Mit ihm kann man Spaß haben. Er ist frech. Das finde ich gut.“ Beckmann sei erst später dazugestoßen und hatte im letzten Jugendjahr einen Kreuzbandriss, aber die Ansätze, die der Trainer gesehen habe, seien „brutal gut. Er kann eine Waffe werden“.

Etwas skeptisch sei Johann Hördemann gewesen, der während der Vorbereitung hochkam. „Was will ich mit den alten Säcken?“, vermutet Ojo, habe sich Hördemann gedacht. „Mit Carsten Helmich habe ich versucht, ihm die Mannschaft näherzubringen.“ Das habe geklappt. Allerdings könne er das ein oder andere Butterbrot mehr essen.

Für ihn die größte Überraschung wäre aber Ludger Hülsbusch gewesen, der eigentlich im letzten Jugendjahr die Lust am Fußball verloren habe. „Er hat mich dreifach überrascht. Er hat riesen Bock. Es spricht für den PSV, dass er kam und blieb.“

Mit der Zweiten ist kein Austausch geplant

Der Sportliche Leiter Martin Klingenberg hob noch Luca Helmig und Baravan Kheri Khuri hervor, die Schritt für Schritt herangeführt würden, wenn es der Spielplan zulasse.

Einen Austausch wie mit der Jugend sei mit der zweiten Mannschaft nicht geplant. „Die ist personell etwas gebeutelt und hatte auch einen Umbruch“, sagt Ojo. Dessen Trainer Marcel Splettstößer habe viele externe Spieler geholt, die er schon vorher kannte.

Wenn aber jemand wie Nils Bauer, der gerne in der Ersten spielen wollte, auf Ojo zukäme, würde er nicht nein sagen. „Die Tür ist nicht verschlossen. Es gibt ein, zwei Spieler, die gut in die Erste passen würden.“

Er betonte aber auch: „Es gibt nicht die Erste oder Zweite. Wir sind der PSV Bork.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch