Die Verletzung des Spielers könnte dazu führen, dass er mit dem Fußballspielen aufhört. © Fleckmann
Fußball

Schwere Verletzung: Abschied vom Fußball wahrscheinlich – zugunsten der Familie

Schon wieder ereilt den PSV Bork eine Hiobsbotschaft: Erneut verletzt sich ein Spieler der Borker. Das könnte dafür sorgen, dass er mit dem Fußball aufhört. Seine Familie würde es ihm danken.

Rein sportlich läuft es für den PSV Bork gar nicht schlecht. Die Siegesserie von vier Spielen am Stück spülte den Fußball-B-Ligisten zuletzt bis auf Platz zwei in der Tabelle. Der Sieg in der vergangenen Woche wurde jedoch von der schweren Verletzung von Niklas Barnfeld überschattet. Auch das Spiel am Sonntag, bei dem gleich 13 Tore fielen, entschied der PSV für sich. Aber wieder kommt keine Freude auf, weil sich ein Spieler schwer verletzt.

„Es fühlt sich noch bescheidener als letzte Woche an, weil es die zweite Woche hintereinander ist“, meint ein sichtlich enttäuschter Sanmi Ojo nach der Partie. „Mir tut es wahnsinnig leid für ihn.“

Für Maik Küchler lief es zuletzt richtig gut

Das Bedauern dürfte sicher auch daher rühren, dass es für Maik Küchler zuletzt richtig gut lief. Der PSV-Stürmer traf in dieser Saison bereits 14 Mal – und das in nur fünf Spielen. Besonders gut lief es gegen TIU Rünthe. Gleich fünf Tore steuerte Küchler bei. Doch bei seinem letzten Treffer erleidet er die Verletzung.

„Es war ein langer Ball“, erzählt Küchler. „Ich bin in der eigenen Hälfte gestartet und den Verteidigern enteilt. Dann habe ich den Torwart umlaufen und den Ball ins leere Tor eingeschoben.“ Dann jedoch passiert es. „Der Torwart hat mir nachgesetzt und mich dann wohl berührt. Dann bin ich ins Straucheln gekommen.“

Maik Küchler (r.) vom PSV Bork verletzte sich im Duell gegen TIU Rünthe. Er fiel so unglücklich, dass er sich den Arm brach.
Maik Küchler (r.) vom PSV Bork verletzte sich im Duell gegen TIU Rünthe. Er fiel so unglücklich, dass er sich den Arm brach. © Fleckmann © Fleckmann

Küchler stürzt. Den Fall versucht er reflexhaft mit dem linken Arm abzubremsen. Durch die Belastung bricht er sich jedoch die Speiche und muss anschließend sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wird der Arm beschwert, damit er sich „aushängt“, wie die Ärzte sagen. „Das was sehr, sehr schmerzhaft und tat mehr weh als das Richten“, berichtet Küchler. Immerhin wird die Speiche nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Eine beeindruckend lange Liste von Verletzungen

Am Dienstag wird Küchler dann operiert. Er freue sich auf die OP, sagt er. „Ich schaue nach vorne“, meint Küchler. Das ist der Polizist auch gewohnt – auch in Verbindung mit Verletzungen, denn leider ist die Vita seiner erlittenen Rückschläge beeindruckend lang.

Schon in der Vorbereitung auf die Saison hatte Küchler immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen. 2019, Küchler spielte da noch für den VfB Lünen, hatte er sich den Augenhöhlenbogen gebrochen. Den Arm, allerdings den rechten, hatte er schon zwei Mal gebrochen. „Der Bruch link schmerz am meisten. Vielleicht habe ich die Brüche davor aber schon verdrängt“, sagt Küchler lachend. Dass er immer wieder Rückschläge erleidet, erklärt er so: „Ich gehe halt hin, wo es wehtut, vielleicht ist das die Quittung dafür.“

Auch wegen der bisherigen Verletzungen trat Küchler schon kürzer und stand längst nicht bei jedem Spiel im Kader des PSV Bork. Dass nun ein erneuter Bruch dazukommt, werde nun eher dazu führen, dass er noch weniger spielt – wenn überhaupt. „Ich vermute, dass das sein Karriereende ist“, sagt Coach Ojo. „Ich glaube nicht, dass er noch mal einen Anlauf macht und so Stress vermeidet. Das ist bitterschade, aber die Familie holt ihn sich langsam zurück“, sagt der PSV-Trainer, der selbst als Familienvater dafür Verständnis haben dürfte.

PSV Bork muss nicht ganz auf Maik Küchler verzichten

„Der Worst Case, den wir nie haben wollten, ist eingetreten. Das kann dazu führen, dass ich nicht mehr spiele“, bestätigt Küchler die Befürchtung seines Trainers. Besonders niedergeschlagen wegen seiner Verletzung ist der Stürmer immerhin nicht. „Man muss halt sachlich bleiben“, sagt Küchler lapidar. „Ich habe ohnehin gesagt, dass es vielleicht meine letzte Saison ist. Und ich wollte immer mit einem Tor aufhören.“

Leicht werde ihm das allerdings nicht fallen: „Wenn ich ‚Nein‘ zum Fußball sage, dann ist es keine Herzensentscheidung, sondern eine logische.“

Eine kleine Hintertür hält sich Küchler dann aber doch noch offen. Ganz muss der PSV Bork nicht auf Maik Küchler verzichten. „Ich werde auf jeden Fall mal vorbeischauen“, sagt er. „Vielleicht kann ich ja auch als Stand-by-Lösung aushelfen – aber da muss die Familie mitspielen.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel