100 Stellen in Zeltstadt für Flüchtlinge geschaffen

Neuer Arbeitsmarkt

Die Not von Flüchtlingen hat dazu geführt, dass im Selmer Ortsteil Bork eine ganze Zeltstadt entstanden ist. Und damit ein neuer Arbeitsmarkt. Knapp 100 Menschen haben dort einen Job gefunden. Das soll noch lange nicht alles sein.

BORK

, 19.09.2015 / Lesedauer: 2 min

Der Personalbestand der Organisationen und Unternehmen, die in der Zeltstadt für Flüchtlinge arbeiten, liegt bei rund 80 Prozent. Laut Hans-Jürgen Hecker vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Westfalen hat der Wachdienst 40, der Caterer 15 und das DRK zurzeit 35 Menschen eingestellt. Die Reinigungsfirma ist mit acht Vollzeitkräften vor Ort.

Noch mehr Vorstellungsgespräche

Doch das wird noch nicht alles sein. Denn laut Hecker führt das DRK weitere Bewerbungsgespräche. Sozialbetreuer, Sozialfachkräfte, Kranken- und Gesundheitspfleger: Die Betreuung der Flüchtlinge soll angesichts ihrer Not angemessen sein.

Jetzt lesen

Dass es innerhalb kurzer Zeit möglich war, eine solche Infrastruktur nicht nur organisatorisch sondern auch personell zu schaffen, erstaunt auch Katja Mintel, Pressesprecherin des Jobcenters Kreis Unna: „Das ist schon ungewöhnlich.“ Solch eine Anzahl von Stellenangeboten, die nötig waren, um die Zeltstadt ans Laufen zu kriegen, gebe es sonst nur zur Abdeckung von Spitzenzeiten bei Zeitarbeitsfirmen.

Eine Chance nicht nur für Langzeitarbeitslose

Andererseits hätten sich auch schon viele im Vorfeld der Gründung der Notunterkünfte in Bork beim Jobcenter und bei der Arbeitsagentur gemeldet, um nach Beschäftigung dort zu fragen. Nach wie vor sprechen auch Arbeitsagentur und Jobcenter ihre Kunden an, ob sie sich vorstellen könnten, bei den Trägern in der Zeltstadt zu arbeiten. Eine Chance nicht nur für Langzeitarbeitslose. „Wir sprechen allgemein alle Kunden an, die in Frage kommen könnten“, sagt Katja Mintel.

Jetzt lesen

Eine der Firmen, die in der Zeltstadt arbeitet, ist die Selmer Reinigungsfirma Schlinke. Außendienstmitarbeiter Rüdiger Hoffmann erklärt gegenüber der Redaktion: „Wir haben Neuland betreten.“ Das Schlinke-Team, extra für die Zeltstadt zusammengestellt, sollte ursprünglich die Toiletten und Duschen drei Mal am Tag reinigen. „Die Praxis hat gezeigt, dass unsere Mitarbeiter permanent im Rundlauf sind; sie hören hinten auf und fangen vorne wieder an.“

Jetzt lesen

Vorerst geht das Unternehmen von einem Jahr Laufzeit des Vertrags aus. Zusätzliche Einstellungen seien nicht ausgeschlossen.

Lesen Sie jetzt