1000 Flüchtlinge nehmen Kurs auf das kleine Selm

Notunterkunft auf Polizeigelände

Für das Städtchen Selm mit nur etwas mehr als 25.000 Einwohnern sind es derzeit spannende Tage. Seit ein paar Wochen steht fest, dass noch im August 1000 Flüchtlinge in einer Zeltstadt auf dem Gelände der Polizei-Ausbildungsstätte untergebracht werden sollen. Was macht das mit einer Kleinstadt?

SELM

, 21.08.2015, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
1000 Flüchtlinge nehmen Kurs auf das kleine Selm

Am Rande des Parkplatzes bereits errichtet sind zwei Zelte, in die die Toiletten und Duschen kommen. Arbeiter haben zuvor Leitungen zur Wasserver- und Entsorgung verlegt. Am Dienstag begann der Innenausbau - also die Errichtung der Kabinen.

Bis Ende August sollen in die Notunterkunft auf einem Parkplatz am Landesamt für Ausbildung für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheit (LAFP) Bork die ersten Flüchtlinge eingezogen sein. Das Deutsche Rote Kreuz errichtet zurzeit und verwaltet später die Zeltstadt, in der in der Spitze bis zu 1000 Menschen eine vorübergehend Bleibe finden sollen. Möglichst ein Jahr, so heißt es, soll die Unterkunft stehen. Die Flüchtlinge sollen dort aber zehn bis 14 Tage bleiben, maximal aber drei Monate.

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So schreitet der Aufbau der Notunterkunft für Flüchtlinge voran

SELM, 21.08.2015: Die Zeltstadt wächst auf dem Parkplatz am Fortbildungsinstitut der Polizei in Bork: Hier entsteht eine Notunterkunft für Flüchtlinge. Am Freitagmorgen wurden weitere Zelte errichtet, in den Sanitärzelten lief derweil der Innenausbau weiter. Wir haben uns auf dem Gelände umgesehen.
21.08.2015
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© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Installation für die Zelte: Rohre zur Belüftung und Heizung und Generatoren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem Container am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden sein. Hier haben die hier bereits untergebrachten Asylbewerber Ausgang und Zugang. Zudem wird hier geregelt, wer auf das Gelände darf und wer nicht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem Container am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden sein. Hier haben die hier bereits untergebrachten Asylbewerber Ausgang und Zugang. Zudem wird hier geregelt, wer auf das Gelände darf und wer nicht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Installation für die Zelte: Rohre zur Belüftung und Heizung und Generatoren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm

Voraussichtlich ab der 35. Kalenderwoche, sprich frühestens ab dem 24. August, sollen die Flüchtlinge in Selm-Bork angekommen. Untergebracht werden sie in winterfesten, beheizbaren Zelten auf dem Parkplatz des Hallenbades. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Wie in so vielen Notunterkünften im gesamten Land, wird auch die Zeltstadt in Selm Menschen aus verschiedensten Erdteilen aufnehmen: aus Syrien, Serbien und weiteren Westbalkanstaaten sowie aus Afghanistan.

Die Organisation der Zeltstadt übernimmt vor allem das Deutsche Rote Kreuz. Die Stadt Selm muss als Ersatz Parkflächen für das LAFP, wo der normale Polizei-Ausbildungsbetrieb weiter läuft, bereitstellen. Diese werden vom Land NRW aufbereitet.

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Auf dem Gelände entstehen zwei Großzelte mit 100 Toiletten und Duschen, weiblich und männlich getrennt. "Das sind vor allem Kunststoffanlagen. Reinigungsfirmen machen dort sauber", sagt Selms Bürgermeister Mario Löhr. "Dazu gibt es 25 mal 10 Meter große Zelte für die Unterbringung der Menschen. Dazu ein Empfangszelt, wo die Verwaltungseinheit der Zeltstadt sitzt. Zudem ein Küchenzelt und eine Kantine, in dem eine Selmer Cateringfirma die Versorgung regelt."

Auch die Getränkebelieferung soll über eine Selmer Firma laufen. Löhr: "Das klingt alles nach Kleinigkeiten, aber man muss bedenken, dass das ein sehr großer logistischer Aufwand ist: Frischwasser, Abwasser, Versorgung auch medizinisch – und das in kurzer Zeit."

Hilfsbereitschaft ist groß

Unterdessen ist die Hilfsbereitschaft in der Stadt groß. Um Spenden für die Zeltstadt entgegenzunehmen, richtet die Stadt Selm in einem ehemaligen Supermarkt-Gebäude eine Kleiderkammer ein.

Das DRK prüft bei Ankunft der Flüchtlinge in der Zeltstadt den individuellen Bedarf an Kleidung ordert zielgerichtet bei der dann eingerichteten Borker Kleiderkammer Bekleidung.

Die junge Selmerin Jeannine Tembaak sorgte unterdessen mit einer ganz besonderen Aktion für Aufsehen in der Stadt. Sie hat bei Facebook die Aktion „Keep calm and welcome Refugees“ gestartet – in Verbindung mit dem Selmer Stadtlogo. Auf Deutsch heißt das etwa: „Bleib ruhig und heiße die Flüchtlinge erst einmal willkommen“. Es meint: Lasst uns doch erst einmal abwarten, ehe wir den Teufel an die Wand malen, und das Beste aus der Situation machen.

Auf Buttons ließ sie den Spruch drucken und 50 davon herstellen, bis die Aktion so beliebt wurde, dass Tembaak plötzlich für Nachschub sorgen musste.

Grund für die Button-Aktion ist ein trauriger. Seit Anfang August mischen sich in Selm zunehmend Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in die Online-Diskussionen rund um das Flüchtlings-Thema. Von Asylmissbrauch, Überfremdung und Ausländerkriminalität war die Rede.

In der Folge aber auch viel Missachtung gegenüber den entsprechenden Facebook-Seiten – vor allem von denen, die sich in Selm aktiv für Flüchtlingshilfe einsetzen. Davon gibt es eine ganze Menge – auch bei Facebook.

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Aber die Menschen in Selm sind nicht nur gut im Verfassen von Beiträgen in dem Internet-Netzwerk, sondern viele von ihnen packen aktiv an. Sie organisieren das Sprachenlernen für Flüchtlinge, sie richten gespendete alte Fahrräder her und verkaufen sie für 5 Euro an die Flüchtlinge, um dann mit ihnen auch noch Radtouren zu machen.

Sie veranstalten das Café International oder andere Treffen in Bork, Cappenberg und Selm, um den Menschen aus aller Welt die Integration zu erleichtern. Sie helfen bei Amtsbesuchen mit ihren Sprachkenntnissen weiter. Selm zeigt sich in diesen ungewohnten Zeiten als weltoffenes, buntes Städtchen.

 

Immer aktuell informiert über die Notunterkunft für Flüchtlinge in Selm-Bork:

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