3. Oktober: Auch für einige Selmer ein Feiertag

Tag der deutschen Einheit

Für viele ist der 3.Oktober einfach ein freier Tag. Andere verbinden besondere Erinnerungen mit dem Tag der Deutschen Einheit. Doch was bedeutet dieser Tag den Menschen in Selm, insbesondere denen, die ihre Wurzeln im ehemaligen Ostdeutschland haben?

SELM

von Wilco Ruhland, Carolin Rau

, 03.10.2017, 05:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gesine Homrighausen ist in Brandenburg geboren und hat den größten Teils ihres Lebens dort verbracht. Vor vier Jahren zog es die Selmerin, die durch ehrenamtliches Engagement im Verein Kinder-Benefiz bekannt ist, der Liebe wegen nach Selm.

Gesine Homrighausen ist in Brandenburg geboren.

Der Tag der Deutschen Einheit ist für sie seit jeher ein besonderer Tag. Während er aber gerade in den ersten Jahren nach dem Mauerfall noch mit großen Grillfesten gefeiert wurde, ist der Einheitstag mittlerweile sowohl in ihrer ehemaligen als auch in der neuen Heimat ein ruhigerer Tag geworden. 

„Am Tag der Deutschen Einheit denke ich besonders an meine ehemaligen Freunde aus Ostdeutschland. Ich nehme mir dann viel Zeit, die Leute anzurufen“, erzählt sie. Doch nicht nur am Nationalfeiertag ist der Kontakt der ehemaligen Brandenburgerin zu ihrer Heimat intensiv: „Jeden zweiten Monat fahre ich nach Hause, um meine Geschwister und Freunde zu besuchen. Das Herz hängt doch sehr an der Heimat“, sagt Homrighausen.

Tag des Mauerfalls gut in Erinnerung

Auch Selmerin Ursula Pickhardt hat ihre Wurzeln in der ehemaligen DDR. Genauer gesagt ihre Mutter. Die ist in der Nähe von Magdeburg aufgewachsen. Mit etwa 17 Jahren sei sie in den Westen geflüchtet und dadurch zufällig in Selm gelandet. Hier hat sich die Familie ein neues Leben aufgebaut.

Ursula Pickhardt ist eine Selmerin mit ostdeutschen Wurzeln.

Gerade am 3. Oktober denkt die Familie gerne an die damalige Zeit zurück, „aber nicht so, dass ich eine besondere Feier machen würde oder besondere Rituale hätte“, so Pickhardt.

An den Tag des Mauerfalls und den der Wiedervereinigung kann sich Pickhardt aber noch gut erinnern: „Man dachte sich damals: ‚Boah, ist das Irre.‘ Da schwebte natürlich viel Hoffnung und Freude mit.“ Noch immer sei der Bezug ihrer Mutter zum Osten sehr stark, bei ihr selbst ist das jedoch schwächer: „Hier bekommt man das natürlich auch noch anders mit, als die Menschen im Osten, die damals erst mal Freiheit lernen mussten“, findet sie.

"Insel mitten im Osten"

Christian Jänsch, Tourenleiter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), ist zwar nicht in der DDR aufgewachsen, das geteilte Deutschland hat er aber trotzdem sehr genau kennengelernt.

Christian Jänsch verbrachte seine Kindheit in Westberlin.

Denn seine Kindheit verbrachte er in Westberlin: „Das war zu der Zeit schon etwas Besonderes, wir waren quasi die Insel mitten im Osten“, erinnert er sich. Einige Jahre vor dem Mauerfall, im Jahr 1984, zog es ihn nach Selm, wo er bis heute lebt.

Den Tag der Deutschen Einheit wird er damit verbringen, im Fernsehen Sendungen über die Deutsche Geschichte und die Entwicklung im Westen und Osten zu schauen. „Es ist zwar ein besonderer Tag, allerdings begehe ich ihn nicht mit großen Feierlichkeiten“, so der Rentner.

Lesen Sie jetzt