30 Teilnehmer erkrankt - Ferienlager abgebrochen

Kolpingsfamilie aus Lüdinghausen

Die Kolpingsfamilie Seppenrade aus Lüdinghausen hat am Freitag ihr Sommer-Ferienlager an der Aggertalsperre vorzeitig abgebrochen. Erst war es nur einem Kind schlecht gegangen, dann schnellte die Zahl nach oben. Schließlich waren rund 30 Betreuer und Kinder krank. Das Gesundheitsamt hat einen Verdacht.

LÜDINGHAUSEN

, 05.08.2016, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wir wissen noch gar nicht, bei wem wir uns alles bedanken müssen", sagte Elias Schulze-Kalthoff vom Leitungsteam per Telefonanfrage. Seine spontane Aufzählung begann mit dem Gesundheitsamt im Sauerland, das die Kolpingsfamilie in dieser schwierigen Situation hervorragend unterstützt habe, ging weiter über Eltern, das Busunternehmen bis hin zum Unternehmen, das mit einem LKW die Zelte ins Lager bringt - und jetzt deutlich früher als geplant abholt.

Wie Schulze-Kalthoff auf unsere Anfrage berichtet, hatte sich am Mittwoch ein Kind krank gemeldet. Es hatte sich übergeben müssen. Kein Grund für die Lagerleitung, unruhig zu werden. Gerade in großen Ferienlagern mit rund 90 Kindern sowie zahlreichen Leiter kommt es immer wieder vor, dass es einem Teilnehmer nicht so gut geht.

Doch an der Aggertalsperre war in diesem Jahr die Situation anders als sonst. Am Donnerstag war nicht alles wieder gut, vielmehr schnellte die Zahl der Betroffenen rapide nach oben. Nach ersten Sofortmaßnahmen (Isolierung der Betroffenen) entschied sich die Lagerleitung dazu, auch das örtliche Gesundheitsamt einzuschalten.

Das sprach die Vermutung aus, dass die Teilnehmer am Norovirus erkrankt sind. Zugleich sprachen sie die Empfehlung aus, aus Präventionsgründen das Lager vorzeitig zu beenden - nach nur fünf Tagen. Parallel hatten Eltern am Donnerstagabend Anrufe von ihren erkrankten Kindern erhalten.

Am Freitagmorgen ging es dann ganz schnell. Um möglichst wenige Teilnehmer neu zu infizieren, wurden die Eltern der Betroffenen mit der Bitte angerufen, ihre Kinder abzuholen. Schulze-Kalthoff zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion begeistert, wie sehr die Lagerleitung von den Eltern bei der Bitte unterstützt wurde. Spontan reagierte auch das Busunternehmen, das die Kinder eine Woche vor dem fest vereinbarten Termin am Freitag aus dem Sauerland wieder abholte.

Infos zum Norovirus
-Die Infektion verläuft meist schnell und heftig, mit starkem Erbrechen und Durchfall.
-Die akuten Symptome halten in der Regel ein bis drei Tage an. Schlappheit und ein allgemeines Krankheitsgefühl können aber noch ein paar Tage länger bestehen.
-Für kleine Kinder und ältere Menschen kann der hohe Flüssigkeitsverlust bei Norovirus aber gefährlich werden.

Die Lagerleitung hat auch eine Rückholaktion der Zelte, Kochausrüstung und weiterer Ausstattung für Montag organisiert. Ärzte in Lüdinghausen warten seit Freitagmorgen in Lüdunghausen, bei denen sich betroffene Kinder und Erwachsene noch am Nachmittag vorstellen konnten.

Wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass sich Lagerteilnehmer mit dem Virus infiziert konnten, steht bislang noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass das Lager von Anfang kein Glück mit dem Wetter hatte. Am Montagmorgen hatte sich die Gruppe mit zwei Bussen auf den Weg gemacht. Und bis Mittwoch regnete es an der Aggertalsperre nahezu ohne Unterbrechung. Jetzt sollte das Wetter besser werden. Dazu waren für die nächsten Tage Aktionen wie eine Fahrt nach Köln oder der Besuch eines Freitzeitparks geplant. "Ein Jahr lang haben wir das Lager vorbereitet", so Schulze-Kalthoff.

Aufgrund der Krankmeldungen habe es aber keine Alternative zum Abbruch des Lagers gegeben. Die Eltern waren der Leitung für das besonnene Verhalten dankbar. Und auch für die intensive Betreuung in der Nacht zu Freitag.

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