33-jährigem Selmer droht Unterbringung in Psychiatrie

Prozess in Dortmund

Ein offenbar psychisch kranker Mann aus Selm-Beifang muss seit Mittwoch um seine Freiheit bangen. Vor dem Dortmunder Landgericht hat ein Prozess begonnen, mit dem die Staatsanwaltschaft die unbefristete Unterbringung des 33-Jährigen in der geschlossenen Psychiatrie anstrebt. In sechs Fällen soll der Mann unberechenbar und gefährlich aufgetreten sein.

Selm

06.05.2015, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mann will von den Vorwürfen allerdings nicht das Geringste wissen. "Ich bin nicht lebensmüde, ich bin nicht gewalttätig und sowieso kein krimineller Mensch", sagte er den Richtern der 36. Strafkammer.

Der Beschuldigte gibt zwar zu, bei Edeka und in einem Selmer Bekleidungsgeschäft kleinere Diebstähle verübt zu haben. Dabei habe es sich aber um "Dummheiten" gehandelt, denen keine weitere Bedeutung zuzumessen sei.

"Ich hab doch nur gelöscht"

Die beiden schwerwiegendsten Vorwürfe streitet der 33-Jährige dagegen ab. Zum einen soll er in der Scheune des elterlichen Hofs gezündelt haben. Zum anderen wird ihm zur Last gelegt, im November auf der alten Zechenbahn einen Radfahrer so sehr erschreckt zu haben, dass dieser stürzte und sich dabei einen Nasenbeinbruch zuzog.

Auf die angebliche Brandstiftung angesprochen, sagte der Beschuldigte vor Gericht: "Ich hab doch nur gelöscht." In der Tat war er damals von seinem Vater beim Löschen eines Heuballens entdeckt worden.

Wer das Feuer gelegt hat, kann der 33-Jährige aber auch nicht sagen. Und der Radfahrer? "Ich habe nur gerufen und gestikuliert, damit er mich in der Dunkelheit wahrnimmt", behauptet der Selmer. Für den anschließenden Sturz habe er keine Erklärung.

 

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