73-Jähriger überfiel befreundetes Selmer Ehepaar

Gerichtsprozess

Es klingt fast wie eine Posse: Ein hinterhältiger Raubüberfall auf ein hoch betagtes Rentner-Ehepaar in Selm beschäftigt seit Freitag das Dortmunder Landgericht. Angeklagt ist ausgerechnet ein langjähriger Freund. Auch er ist schon 73 Jahre alt.

Selm

10.03.2017, 15:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
73-Jähriger überfiel befreundetes Selmer Ehepaar

Das Landgericht Dortmund.

Mit Tränen in den Augen legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Das kam zwar zögerlich und stockend, letztendlich aber war es vollständig. An jenem 22. Oktober 2014 habe er sich in den Kopf gesetzt, seine Freunde zu berauben, um Geld für eine Reise nach Kolumbien zu beschaffen. „Ich dachte mir: Die haben ein Haus und eine Wohnung auf Sylt. Die müssen doch Bargeld im Haus haben“, sagte der 73-Jährige.

Mit einer Bombenattrappe und einem Messer

Um nicht erkannt zu werden, maskierte sich der Täter mit einer Haube mit Sehschlitzen. Dann bewaffnete er sich mit einem Messer und einer Bombenattrappe und klingelte an der Haustür in Selm. Seine Freundin erkannte ihn nicht. „Ich hatte Todesangst“, sagte die inzwischen 82-jährige Frau den Richtern am Freitag.

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Mit dem Angeklagten will sie nichts mehr zu tun haben. „Er hat mir alles genommen, die Freude an meinem Lebensabend und auch meinen Mann.“ Ihr Ehemann ist keine anderthalb Jahre nach der Tat verstorben. „Er hatte schon vorher Herzprobleme – und der Angeklagte wusste das“, sagte die Zeugin.

Die Richter haben dem Angeklagten bereits signalisiert, dass er im Falle eines Geständnisses dennoch mit einer milden Strafe rechnen kann. Im Raum steht sogar eine Bewährungsstrafe.

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