Abschied von Ulrike Sträter: Leiterin des Kindergartens St. Stephanus geht in Ruhestand

rnKita St. Stephanus

Ulrike Sträter, die Leiterin des Kindergartens St. Stephanus in Bork, geht in den Ruhestand. Elf Jahre lang hat sie die Einrichtung in Bork geleitet - und wird in Zukunft viel vermissen.

Bork

, 27.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Es werden die vielen kleinen Momente sein, die sie vermissen wird, sagt Ulrike Sträter. Lustige Sprüche der Kinder, besondere Entwicklungen, kleine alltägliche Gesten. So wie das eine mal vor kurzer Zeit, so sagt es die Leiterin der Kita St. Stephanus in Bork, als sie in einer Gruppe im Kindergarten auf dem Spielteppich saß und - weil das Telefon in ihrem Büro schellte - schnell aufstehen wollte. „Und als ich dann die kleinen Hände eines Zweijährigen an meinem Rücken spürte, der versuchte, mir zu aufzuhelfen...“, sagt sie und lacht herzlich über diese fürsorgliche Selbstüberschätzung des kleinen Kindergartenkindes.

Szenen wie diese werden schon ab Freitag, 28. Juni, nicht mehr zum Alltag von Ulrike Sträter gehören: Nach elf Jahren als Leiterin der katholischen Kindertageseinrichtung hört sie auf, geht im Alter von 64 Jahren in den Ruhestand. „Ich weiß gar nicht, wie groß das Tuch sein soll, mit dem ich mir am Freitag die Tränen abwischen werde“, sagt sie in Erwartung ihres letzten Tages. Was genau ihre Kolleginnen da vorbereitet haben, weiß sie noch gar nicht so genau. Nur so viel: Vermutlich wird es emotional werden.

„Ich werde das alles schon sehr vermissen“

Denn: „Natürlich gewinnt man die Kinder hier lieb“, sagt sie. Und die Kolleginnen auch. Und die Eltern. „Ich werde das alles schon sehr vermissen“, sagt Ulrike Sträter.

2008 war sie als Leiterin zum Borker Kindergarten gekommen. Vorher hatte sie acht Jahre lang den Kindergarten auf Cappenberg geleitet. Der Schritt, nach Bork, also in ihren Wohnort zu wechseln, sei ihr damals nicht leichtgefallen, erzählt sie. „Ich hänge mich immer mit Herz und Seele an die Einrichtung, in der ich arbeite.“ Das galt für Cappenberg - aber schnell galt es auch für den Kindergarten St. Stephanus in Bork.

Wer nach ihr die Leitung der Einrichtung übernimmt, steht noch nicht fest.

Pläne für den Ruhestand

„Man freut sich so lange auf die Rente, aber wenn sie dann da ist, dann ist man schon ein bisschen erschrocken,“, sagt Ulrike Sträter kurz vor ihrem Abschied. Aber natürlich hat sie auch Pläne für das „Danach“. „Ich möchte richtig gut fotografieren lernen“, erzählt sie. Außerdem hat sie sich vorgenommen, viel Fahrrad zu fahren und sich in der neu gewonnenen freien Zeit ehrenamtlich zu engagieren. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, meine Hilfe im Altenheim einzubringen“, sagt Ulrike Sträter.

Und zumindest ein Kind aus dem Kindergarten muss sie in Zukunft trotz Ruhestand nicht vermissen: die kleine Pia. Ulrike Sträters eigene Enkeltochter geht nämlich auch in die Kita St. Stephanus. Vor Kurzem hatte die Dreijährige noch ein anderes Kindergartenkind strammstehen lassen, das Ulrike Sträter einfach Oma genannt hatte. „Das ist meine Oma, du hast doch eine eigene Oma“, hatte sie da gesagt, wie Ulrike Sträter lachend erzählt. Aktiv Oma sein: Auch das ist etwas, wozu sie ab Freitag noch mehr Zeit haben wird.

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