Adventsmarkt in Selm fällt zwar aus - aber nicht die Stadtwette

Stadtwette

In diesem Jahr gibt es keinen Adventsmarkt in der Selmer Altstadt. Schuld ist das Coronavirus und die Coronaschutzverordnung. Ein beliebtes Element des Adventsmarktes wird es trotzdem geben.

Selm

, 03.12.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pfarrer Claus Themann (l.) und Bürgermeister Thomas Orlowski laden zur Stadtwette ein. Sie sammeln jeweils haltbare Lebensmittel für die Selmer Tafel-Ausgabestelle.

Pfarrer Claus Themann (l.) und Bürgermeister Thomas Orlowski laden zur Stadtwette ein. Sie sammeln jeweils haltbare Lebensmittel für die Selmer Tafel-Ausgabestelle. © Arndt Brede

In diesem Jahr ist wegen der Coronakrise vieles anders. So müssen die Selmer und Auswärtige auf den Adventsmarkt und den Glitzerwald verzichten. Und wo kein Adventsmarkt, da keine Stadtwette zwischen Pfarrer Claus Themann und dem Selmer Bürgermeister, sollte man meinen. „Ich bin auf die grundsätzliche Idee gekommen: Der Adventsmarkt findet nicht statt, aber es ergibt Sinn, zu sagen, dass wir mit der Wette zugleich immer etwas Gutes verbunden haben“, sagt Claus Themann, Leitender Pfarrer der katholischen Großgemeinde St. Ludger, in einem Pressegespräch, zu dem er und Selms Bürgermeister Thomas Orlowski eingeladen hatten. Das Gute, das waren die Erlöse aus den Wetteinsätzen der beiden Stadtwetten-Protagonisten, die in den vergangenen Jahren jeweils sozialen Zwecken zugute kamen.

Stadtwetten wie Tauziehen, Kronkorken sammeln oder eine Schlauchstrecke um die Friedenskirche legen sind vielen noch im Gedächtnis. Stadtwetten, die immer regen Zulauf von Zuschauern vor der Friedenskirche in der Selmer Altstadt hatten.

Haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel

Und 2020? In Gesprächen mit Jugendlichen sei die Idee geboren worden, eine Stadtwette zugunsten der Tafel-Ausgabestelle Selm auf die Beine zu stellen, berichtet Pfarrer Themann. Konkret: „Wir werden haltbare Lebensmittel sammeln.“ Das könnten Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Konserven aber auch Hygieneartikel wie Zahnpasta oder Haushaltsreiniger sein. „Frische Lebensmittel können wir wegen der fehlenden Kühlmöglichkeit nicht sammeln“, schränkt Claus Themann ein. Wie soll die Wette aber ablaufen? Pfarrer Themann und Bürgermeister Orlowski sammeln jeweils getrennt Lebensmittel. Am Ende siegt derjenige, der am meisten gesammelt hat. Die Lebensmittel gehen zur Tafel und der Verlierer gibt seinen Wetteinsatz von 100 Euro in Form eines Lebensmittelgutscheins ebenfalls an die Tafel.

Bürgermeister Thomas Orlowski nahm die Idee dankbar auf. „Damit können wir vielen Menschen etwas Gutes tun“, so Orlowski.

Unterstützer gesucht

Die beiden Wett-Kandidaten suchen nun Unterstützer. Die Bürger mögen haltbare Lebensmittel kaufen und zu Sammelstellen bringen. Gesammelt wird eine Woche von Freitag, 4. Dezember, bis Freitag, 11. Dezember. Wer für Bürgermeister Thomas Orlowski spenden möchte, der kann die Spenden im Bürgerhaus am Willy-Brandt-Platz Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 und 16 bis 18 Uhr sowie an beiden Freitagen von 9 bis 12 Uhr abgeben. Wer für Pfarrer Themann spenden möchte, kann die Spenden während der Öffnungszeiten des Pfarrbüros am Ludgerikirchplatz oder täglich von 10 bis 17 Uhr in der Ludgerikirche abgeben.

„Wir werden sehen, wer bei dieser Wahl vorne liegt“, sagt der Pfarrer lächelnd mit einem Seitenblick auf den in diesem Jahr gewählten Selmer Bürgermeister. Der kontert in Anspielung auf die gewonnene Stichwahl augenzwinkernd: „Ich habe gerade einen Flow.“

Um im Bild zu bleiben: Bei allem Ehrgeiz rufen die beiden alle Bürger auf, mitzumachen und zu Weihnachten an andere zu denken. Wobei der Begriff Bürger weiter gefasst wird. Auch Unternehmen könnten, statt Weihnachtsgeschenke für ihre Mitarbeiter zu kaufen, haltbare Lebensmittel kaufen und spenden. Lebensmittelgeschäfte dürfen sich auch beteiligen.

Es heißt ja Stadtwette. Und es muss einen Sieger geben. In diesem Jahr steht das Wort Sieger in der Mehrzahl: „Eins steht jetzt schon fest. Egal wer mehr Lebensmittel gesammelt hat, Gewinner ist die Selmer Tafel und die Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind“, sagt Heike Hoppe von der Selmer Tafel erfreut.

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