Ärger über Raser am Sandforter Weg in Selm

Verkehrskontrollen

Christa Zigann ist sauer. Denn am Zeche-Hermann-Wall wird die Geschwindigkeit von Fahrzeugen gemessen - und am Sandforter Weg, ihrer Straße, nicht. Dabei wird in dem bebauten Gebiet gerast, sagt die Frau, die seit 30 Jahren dort wohnt. Wir haben beim Kreis Unna nachgefragt, wie es um Temposünder am Sandforter Weg bestellt ist.

SELM

, 19.02.2016, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ärger über Raser am Sandforter Weg in Selm

Abends werde am Sandforter Weg gerast, klagt eine Anwohnerin.

Das ist Christa Ziganns Position

"Es hält sich keiner an Tempo 30 an dieser Stelle. Hier ist abends Rallye", erzählt sie. Schon 2010 gab es deswegen ein Treffen zwischen Anwohnern, Bürgermeister Mario Löhr und Gerhard Werminghaus, der in der Stadtverwaltung für das Thema Straßenverkehr zuständig ist. Doch das Treffen war mittags um 12.30 Uhr. Der Verkehr war ruhig. "Klar, um diese Uhrzeit", meint Christa Zigann.

Zu Geschwindigkeitskontrollen am Sandforter Weg

Es gibt sie, und zwar regelmäßig. Das geht aus den Meldungen des Kreises Unna und der Polizei hervor, die Woche für Woche Teile ihrer Standorte für Blitzer ankündigen. So steht auch am Sandforter Weg recht häufig zum Beispiel der Radarwagen des Kreises. Christa Zigann meint: "Den Wagen kennt jeder. Und er steht so, dass man ihn schon von weitem sieht. Klar, dass es dann am Ende heißt: Es gibt kaum Raser hier."

Das ist die Position der Stadt Selm

Auf Anfrage bei der Stadt Selm verweist diese auf den Kreis Unna und die Kreispolizei. Zwar wolle man nicht abstreiten, dass das Tempo 30 am Sandforter Weg manchmal missachtet würde, doch über Verkehrsüberwachungen entscheidet der Kreis und die Polizei eigenständig. So auch am Zeche-Hermann-Wall. Zwar habe man den Landrat darauf hingewiesen, dass es vielleicht besser sei, mit der Messung ein paar Monate zu warten, doch der Kreis wollte gleich zu Beginn die Überwachung.  

Die Stadt Selm verweist die Anwohner also an die Behörden, die für die Verkehrsüberwachung zuständig sind. Das haben wir zum Anlass genommen, beim Landrat einmal nachzufragen, wie es denn um die Tempokontrollen am Sandforter Weg bestellt ist.

 

So beantwortet der Kreis Unna die Fragen zum Sandforter Weg

 

1. Wie oft haben Sie im Jahr 2015 am Sandforter Weg Tempokontrollen durchgeführt?

"Die Messstelle wurde zum Schutz der dort eine Schule besuchenden Schüler eingerichtet. Gemessen wurde 2015 insgesamt acht Mal."

2. Ist das im Vergleich zu anderen Stellen im Stadtgebiet oft oder selten?

"Das ist ein Durchschnittswert, da an einigen Stellen 15 Mal gemessen wurde, an anderen nur zwei Mal."

3. Wie hoch ist die Zahl / Quote der Verstöße an dieser Stelle im Vergleich zu anderen Stellen?

"Die Anzahl der festgestellten Verstöße ist eher gering: Im Schnitt gibt es rund zehn Verstöße in einer Stunde."

4. Wie beurteilen Sie den Faktor "Sichtbarkeit" der Kontrollstelle aus der Distanz an dieser Stelle? Also: Können sich Verkehrsteilnehmer hier besser auf Blitzer einstellen, weil sie sie schon von weitem sehen, oder nicht?

"Verkehrsteilnehmer können sich in der Tat gut auf das Messfahrzeug einstellen, da es als einziges zwischen Bäumen vor der Schule im Sandforter Weg steht und schon von weitem sichtbar ist. Der Kreis beabsichtigt, in dem besagten Bereich in Zukunft öfter mit dem variabler und räumlich abgesetzt vom Messwagen aufstellbaren, also nicht sofort erkennbaren Messsystem Leivtec XV 3 zu kontrollieren."

5. Gehen Ihre Mitarbeiter auf Vorschläge von Anwohnern vor Ort ein, den Messwagen oder die Messung aus einer Einfahrt heraus (also etwas verdeckter) zu positionieren / vorzunehmen?

"Solche Vorschläge kommen extrem selten vor und sind meist ohnehin nicht umsetzbar, da z.B. in Einfahrten nicht mehr die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Messung gegeben sind, also z.B. gerade Strecke, keine Hindernisse wie Bäume oder Zäune im Messfeld. Messungen von privaten Grundstücken aus nimmt der Kreis außerdem und unabhängig von etwaigen Haftungsfragen auch deshalb nicht vor, weil so der Eindruck entstehen könnte, dass Messungen aus persönlichen Gründen / zur Befriedigung von Interessen."

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