Alkohol im Blut: Selmerin (27) muss sich vor Gerichten verantworten nach Unfall

rnTrunkenheitsfahrt

Erfreuliche Entwicklungen im Job waren für eine junge Selmerin Anlass, reichlich Wein zu trinken. Kein Verbrechen. Dann kam sie allerdings auf die Idee, sich hinter das Steuer zu setzen.

von Sylvia Mönnig

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, 14.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das endete mit einem Unfall und reichlich Ärger. Ihr Arbeitsvertrag wurde verlängert und das feierte die 27-Jährige in der Nacht auf den 15. Juni mit einer Freundin – und besagtem Wein.

Mitten in der Nacht fiel ihr dann auf, dass ihr Vorrat an Zigaretten aufgebraucht auf. Und in dem Moment traf sie die fatale Entscheidung, zur Tankstelle in Olfen zu fahren. Auf der Rückfahrt kam sie dann auf der Olfener Straße von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Masten.

1,8 Promille im Blut, Totalschaden am Fahrzeug

Die Folgen: Sie selbst wurde verletzt und ihr Fahrzeug war ein Totalschaden. Doch das war nicht alles: Bluttests brachten ans Licht, dass sie zum Zeitpunkt der Fahrt mindestens 1,8 Promille im Blut hatte. Ihr Führerschein wurde sofort sichergestellt. Von dem Strafverfahren, dass ihr nun bevorstand, ganz zu schweigen.

Sichtlich bedrückt erschien die junge Frau, die in der Vergangenheit weder strafrechtlich noch verkehrstechnisch in Erscheinung getreten war, jetzt zu ihrer Verhandlung vor dem Amtsgericht Lünen. Das schlechte Gewissen stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben.

Frau räumte die Fahrt unter Alkoholeinfluss ein

Die Fahrt unter Alkoholeinfluss räumte sie umgehend ein, sie berichtete von der Vertragsverlängerung, dem Wein und der leeren Zigarettenschachtel. „Ich fühlte mich eigentlich noch ganz gut.“ Was den Unfall betreffe, könne sie sich dann aber nicht mehr erinnern. Ihr Rechtsanwalt ergänzte: „Das war einfach eine Fehleinschätzung meiner Mandantin.“ Und: „Ihr tut das auch leid.“

Der Vertreter der Anklage redete in seinem Plädoyer Tacheles. Er sprach von einer göttlichen Fügung, dass nichts Schlimmeres passiert sei. „Da hätte auch ein Fußgänger im Weg sein können.“ Die Selmerin hätte erkennen können und müssen, dass sie in dem Moment fahruntüchtig gewesen sei.

Selmerin akzeptiert Strafe, Urteil ist rechtskräftig

„Wer betrunken gefahren ist, hat im Straßenverkehr nichts zu suchen“, betonte er und legte der Angeklagten ans Herz, sich angesichts des hohen Promillewerts zu prüfen, ob sie nicht vielleicht doch ein Alkoholproblem habe könne.

Die 27-Jährige wurde letztlich zu 1650 Euro Geldstrafe und verbleibenden drei Monaten Sperrfrist zur Neuerteilung einer Fahrerlaubnis verurteilt. Damit folgte der Richter dem Antrag des Anklägers.

Die Selmerin akzeptierte ihre Strafe. Das Urteil wurde umgehend rechtskräftig. Zum Abschied wurde auch der Richter sehr deutlich: „Dann wünsche ich mir, dass wir uns hier nicht wiedersehen.“

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