Animationsfilm über Cappenberg 1122 im Internet: Kloster, Krieg und Keilerei

Cappenbergs Truppen beim Sturm auf die Stadt Münster im Jahr 1121.
Cappenbergs Truppen beim Sturm auf die Stadt Münster im Jahr 1121. © LWL
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Die Geschichte Cappenbergs ist eng mit weltweiten Geschehnissen verpflochten. Wie genau, zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) jetzt mit einem Animationsfilm auf der Internet-Plattform YouTube. „Cappenberg 1122“ heißt der Film über den Cappenbergs Grafen Gottfried, das Kloster und einen großen Streit zwischen Kaiser und Papst.

Der LWL hat den Film jetzt auf seinem YouTube-Kanal „Westfalen im Film“ veröffentlicht (www.youtube.com/watch?v=6lhk6udLnCk). Der Film rückt einen Wendepunkt westfälischer und deutscher Geschichte in den Blick, der eng mit der Gründung des Klosters Cappenberg bei Selm im Jahr 1122 verknüpft ist.

In diesem Jahr entschied sich der mächtige Graf Gottfried von Cappenberg, seinen gesamten Besitz zu verschenken und seine Burg zu einem Kloster weihen zu lassen. Er tritt gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Frau ins Prämonstratenser-Kloster ein – zum Ärger seines Schwiegervaters, des Grafen von Arnsberg, der auf die Vereinigung beider Herrschaftsgebiete zu einem großen Machtblock spekuliert hatte.

Für die Geschichte der Region war die Gründung des Klosters Cappenberg von großer Bedeutung. Denn mit Gottfrieds Entschluss verschoben sich die Machtverhältnisse zwischen Ruhr und Weser. Für fast 700 Jahre wurde Westfalen nicht von weltlichen Herrschern, sondern von geistlichen Bischöfen dominiert.

Nur wenige Monate nach den Ereignissen in Westfalen kam in Süddeutschland der spätere Kaiser Friedrich Barbarossa zur Welt. Der Animationsfilm zeigt, wie diese beiden Ereignisse miteinander verknüpft sind. Er macht deutlich, wie sich in diesem Jahr das große Weltgeschehen mit der regionalen Geschichte verband.

Zeichnungen und die Stimme von Anna Thalbach

Denn die Gründung des Klosters Cappenberg fällt in die Zeit des Investiturstreits. In diesen Konflikt zwischen Kaiser und Papst wird auch Graf Gottfried von Cappenberg hineingezogen, der Kirche und Kaiser gegen sich aufbringt. Eine folgenschwere Tat Gottfrieds steht am Anfang der Geschichte und löst einen Strudel von Ereignissen aus, die in einem spannenden Finale gipfeln. Der Kurzfilm zeichnet die Ereignisse nach und stellt auf überzeichnete Art die historischen Figuren vor.

Illlustrator Niklas Schwartz hat über ein halbes Jahr an Figuren und Hintergründen gearbeitet.
Illlustrator Niklas Schwartz hat über ein halbes Jahr an Figuren und Hintergründen gearbeitet. © LWL

Die Illustrationen der Figuren und Hintergründe stammen von dem Künstler Niklas Schwartz. Er hat einen leicht düsteren, aber verspielten Stil entwickelt. Über ein halbes Jahr arbeitete der Illustrator eng mit der Animatorin Annette Jung zusammen, um pro Monat etwa zwei Minuten Bewegtbild zu produzieren. Die zentrale Rolle der Erzählerin hat die Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Anna Thalbach übernommen. Mit ihrer markanten Stimme prägt sie die Tonalität des Films und verleiht ihm eine humorvolle Note, so der LWL.

Zwei Ausstellungen über Barbarossa

Der Animationsfilm ist ein Kooperationsprojekt des LWL-Medienzentrums für Westfalen und des LWL-Museums für Kunst und Kultur – mit finanzieller Unterstützung durch die Freunde des Museums für Kunst und Kultur Münster e.V. „Cappenberg 1122“ ist als Begleitfilm zu einer Doppelausstellung des LWL-Museums für Kunst und Kultur konzipiert, die ihren Fokus auf Kaiser Friedrich Barbarossa legt.

Während auf Schloss Cappenberg ab 14. September (Mittwoch) die Ausstellung „Kaiser Barbarossa. Das Vermächtnis von Cappenberg“ zu sehen ist, zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ab 28. Oktober unter dem Titel „Barbarossa. Die Kunst der Herrschaft“ den Kaiser und seine Zeit im Spiegel der Kunst.