Antrag auf Namensänderung: Wenn der Name zum Problem wird

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Schwierig auszusprechen, anstößig oder lächerlich. Wer einen Namen hat, unter dem er leidet, kann einen Antrag auf Namensänderung stellen. Doch die Hürden sind hoch, wie der Kreis Unna sagt.

Selm

, 13.04.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frau Schinken oder Herr Kotz. Frau Bloed oder Familie Dumm. Wer einen Blick in das Telefonbuch wirft, der findet viele Nachnamen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt schmeichelhaft wirken.

Wer unter seinem Namen - egal ob Vor- oder Nachname - leidet, muss das allerdings nicht hinnehmen. Er kann einen Antrag auf Namensänderung stellen. „Das sind mitunter sehr sensible Gründe“, sagt Birgit Kalle, Sprecherin beim Kreis Unna auf Anfrage der Redaktion.

Ein guter Grund ist entscheidend

Nicht immer aber muss mit dem Namen eine psychische Belastung einhergehen. Birigt Kalle nennt einige Beispiele: Das gibt es die Person, die zum Islam konvertiert ist und einen islamischen Zweitnamen einfügen will. Jemanden, der geschäftlich viel im Ausland unterwegs ist und das scharfe s durch ein doppeltes s ersetzen will, weil er immer wieder Probleme mit dem Sonderbuchstaben hat. Oder auch das Pflegekind, das den Nachnamen seiner Pflegefamilie annehmen möchte.

Aber für alle gilt: Sie müssen einen wichtigen Grund haben. „Eine Namensänderung kommt nicht in Betracht, wenn sie nur damit begründet wird, dass der bestehende Name dem Antragsteller nicht gefällt oder dass ein anderer Name klangvoller ist oder eine stärkere Wirkung auf Dritte ausübt“, schreibt auch das Bundesinnenminsterium auf seiner Website zu der Thematik. „Dreh- und Angelpunkt ist immer der wichtige Grund“, erklärt Birgit Kalle. Es werde dann abgewogen, ob das Interesse des Einzelnen höher liege, als das öffentliche Interesse der Namenskontinuität - also zum Beispiel, die bessere Zurückverfolgung von sozialen Geflechten.

Eine Änderung in Selm

Im vergangenen Jahr sind beim Kreis Unna 38 solcher Anträge auf Namensänderung von der Kreisverwaltung genehmigt worden. Davon durften Bürger in 30 Fällen ihren Familiennamen ändern, achtmal wurde ein Vorname geändert. In Selm gab es eine Änderung eines Vornamens und zwei Änderungen der Familiennamen.

Elfmal wurde kreisweit der Wunsch einer Änderung abgelehnt. Zudem hätten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung in einer Vielzahl von Fällen dargelegt, dass die Anträge keinen Erfolg hätten, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Die Antragszahlen seien über die vergangenen zehn Jahre konstant geblieben - also immer im mittleren zweistelligen Bereich -,erklärt Birgit Kalle. Das liege aber auch daran, dass sich die rechtlichen Bestimmungen in dieser Zeit nicht geändert hätten.

Wer einen Antrag beim Kreis Unna stellen möchte, muss dazu verschiedene Unterlagen beilegen: Unter anderem die erweiterte Meldebescheinigung, den Personalausweis, das Führungszeugnis und gegebenenfalls ist auch ein psychologisches Gutachten notwendig. Je nachdem, um was für einen Fall es sich handelt, ist die Änderung des Namens auch nicht ganz günstig. Für eine Familiennamensänderung werden bis zu 1.022 Euro fällig und bei der Änderung des Vornamens bis zu 255 Euro. Bei Pflegekindern zum Beispiel ist eine Änderung aber kostenfrei.

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