Arbeiterwohlfahrt dementiert Gerüchte über Abriss der ehemaligen Begegnungsstätte in Selm

rnAWO-Gebäude

Ein markantes Gebäude an der Lange Straße. Von außen sieht alles normal aus. Aber der Briefkasten quillt über. Steht die ehemalige AWO-Begegnungsstätte leer? Was ist da los?

Selm

, 19.02.2020, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Parkplatz vor dem Gebäude Lange Straße 82 in Selm ist leer. Auf dem Parkplatzschild steht „AWO“. In der Nachbarschaft kursieren Gerüchte, dieses Gebäude werde abgerissen und an der dann freien Stelle werde neu gebaut.

Okay, der Vorgarten sieht nicht super gepflegt aus. Aber verwahrlost ist er nicht. Das allein ist also kein Indiz für einen möglichen Abbruch des breiten, dreigeschossigen Gebäudes. Bunte Elemente in den Fenstern des Erdgeschosses deuten auch nicht auf die Notwendigkeit eines solchen Abbruch-Szenarios hin. Wäre da nicht der seitlich etwas versteckte Hauseingang mit dem Briefkasten, der vor Werbepost überquillt.

Was ist also dran an den Abbruch-Gerüchten? Wir haben beim Gebäudeeigentümer nachgefragt.

AWO und LWL nutzen das Gebäude

Vorab: Man sollte ja meinen, dass, wo AWO drauf steht, auch AWO drin ist. Das stimmt nur teilweise, wie Sebastian Laaser, Pressesprecher des Arbeiterwohlfahrt-Unterbezirks Ruhr-Lippe-Ems, also des Hauseigentümers, auf Anfrage mitteilt: „Wir haben im Obergeschoss eine Mieteinheit.“ Erdgeschoss und erstes Geschoss werden laut Sebastian Laaser vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) für ambulante Angebote genutzt.

Haus wird nicht abgerissen

Mit dem Gerücht, das Gebäude solle abgerissen werden, konfrontiert, sagt Sebastian Laaser: „An diesem Gerücht ist nichts dran. Das Haus wird nicht abgerissen.“ Das Gebäude werde - auch wenn es den Anschein des Gegenteils haben möge - nach wie vor genutzt. Eben vom LWL.

Es sieht zwar wegen der überquellenden Briefkästen so aus, als ob das Haus nicht mehr genutzt werde. Es ist aber nicht so.

Es sieht zwar wegen der überquellenden Briefkästen so aus, als ob das Haus nicht mehr genutzt werde. Es ist aber nicht so. © Arndt Brede

Wie genau der Verband das Gebäude nutzt, teilt die Pressestelle des LWL auf Anfrage mit. Markus Fischer von der LWL-Pressestelle sagt, dass aktuell das Erdgeschoss genutzt wird für ambulante Betreuungsangebote, also verschiedene Gruppen. „Zudem gibt es hier Besuchskontakte im Rahmen des Pflegedienstes. Hier können also Treffen stattfinden, die nicht im Haus oder in der Wohnung der Pflegeeltern stattfinden können oder sollen.“

Wohnung soll zum LWL-Büro umgebaut werden

Und wie nutzt der LWL das Gebäude im ersten Geschoss? Antwort Fischer: Der LWL wolle aktuell die Wohnung dort in ein Büro umbauen. Das Büro sei vorgesehen für die beiden Funktionen im Erdgeschoss. „Wir wissen nichts von Abbruchplänen“, sagt Markus Fischer. Und ergänzt: „Wir wollen auch gerne im Haus bleiben.“

Bis vor wenigen Jahren hatte die AWO das Haus an der Lange Straße 82 als Begegnungsstätte und für die Schuldnerberatung genutzt. Diese Angebote sind dann an die Kreisstraße 65 gezogen.

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