Arbeitsweise in Borker Notunterkunft ändert sich

Auf Null gesetzt

Auf Null gesetzt: In der Notunterkunft an der Polizeischule LAFP in Bork waren Donnerstagfrüh keine Asylbewerber mehr untergebracht. Das blieb aber nicht lange so. Der Betreiber nutzte allerdings die vorübergehende Gunst der Stunde.

SELM

, 22.10.2015, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeitsweise in Borker Notunterkunft ändert sich

Donnerstagfrüh herrschte gähnende Leere in der Notunterkunft an der Polizeischule LAFP in Bork.

Donnerstagfrüh war tatsächlich der Moment, an dem die Zeltstadt praktisch in ihren Zustand von vor mehr als sieben Wochen zurückversetzt war. Das liegt daran, dass inzwischen alle Menschen, die hier untergebracht waren, die Untersuchungen und die notwendigen initialen Antragsschritte hinter sich haben und nun weiterverteilt werden konnten auf diverse kommunale Gemeinschaftsunterkünfte.

Ab dem Abend aber änderte sich das Bild: Nach 18 Uhr kamen die ersten Busse mit Menschen aus der Erstaufnahme-Einrichtung in Dortmund-Hacheney. Denn die Notunterkunft in Bork ist jetzt Teil eines Dreiecks zwischen Erstaufnahme und zentraler Registrierungsstelle: Wenn die Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund oder Unna-Massen ihre Kapazitätsgrenzen überschritten haben, werden die Flüchtlinge künftig nach Bork gebracht.

Zwischenstopp in Bork

Dort werden sie aber nur noch eine oder maximal zwei Nächte bleiben: Sie fahren morgens um 6.30 Uhr am nächsten Tag zum Flughafen Münster/Osnabrück zur Registrierung an der sogenannten „Asylstraße“. Am späten Nachmittag werden sie dann von dort direkt nach dem sogenannten „EASY“-Verfahren in Städte und Gemeinden verteilt.

Damit ändern sich viele Abläufe in Bork: Die geregelte medizinische Eingangsuntersuchung inklusive Impfung und Röntgen-Untersuchung, die bisher in Bork gemacht wurde, läuft nun ebenso in Greven wie die amtliche Registrierung, die Abnahme der Fingerabdrücke und weiteres. Die Verweildauer in Bork wird dadurch deutlich verringert. 

„Wir rechnen damit, dass wir nun maximal 600 bis 700 Menschen gleichzeitig bei uns haben werden“, sagte DRK-Sprecher Hans-Jürgen Hecker am Donnerstagnachmittag am Runden Tisch im Borker Amtshaus, an dem alle relevanten Organisationen, Gruppen und Verbände zweiwöchentlich zusammen sitzen.

„400 oder 500 oder 600“ Menschen kommen laut Hecker schon am Donnerstagabend wieder herein. Am Freitagmorgen werden sie schon zum FMO gefahren und kehren dann eventuell nicht mehr nach Bork zurück. Nur am Wochenende wird die Verweildauer hier etwas länger bleiben.

Ordentlich aufräumen

Die Leere in der Notunterkunft nutzte das DRK übrigens dazu, nach den sieben Wochen ordentlich aufzuräumen und gründlich zu reinigen. Außerdem werden in den nächsten Tagen die Außenwände aller Leichtbauhallen mit einer zusätzlichen Außenwand ausgestattet. Auch die Heizsysteme werden optimiert. Diese Arbeiten, die die „Zelte“ richtig winterfest machen, sollen in den kommenden 10 bis 14 Tagen fertig sein. 

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