In Cappenberg werden Glasfaserkabel verlegt. Aber offenbar wissen einige Cappenberger gar nichts davon. Das hat einen Grund. © Arndt Brede
Glasfaserausbau

Ausbau des Glasfasernetzes: Außenbereiche in Selm bald angeschlossen

Der Ausbau des Glasfasernetzes in den Selmer Außenbereichen schreitet voran. Das zuständige Unternehmen teilt mit, wann die Haushalte angeschlossen sind. Aber: Was ist mit Cappenberg?

Die Westenergie Breitband GmbH, zuständig für den Breitbandausbau in Selm, teilt mit, dass die erforderliche Vorvermarktungsquote von 40 Prozent in den acht Vorvermarktungsgebieten in Selm erreicht wurde. „Rund 100 zusätzliche Haushalte entlang der geförderten Ausbautrasse haben einen Vorvertrag über ein E.ON-Highspeed Produkt unterzeichnet und werden nun ebenfalls von einem kostenlosen Glasfaserhausanschluss mit Bandbreiten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde profitieren“, erklärt Sprecherin Katrin Frendo. Bei der Förderung handele es sich um Bundesmittel für Bereiche mit schwacher Bandbreite.

Bis Ende des ersten Quartals sollen demnach folgende acht Vorvermarktungsgebiete an das Glasfasernetz angeschlossen sein:

  • Teile der Südkirchener Straße,
  • Teile der Horstheide und Lippestaße,
  • Teile der Waltroper Straße,
  • Teile der Straße „Zum Wegebild“,
  • Teile der Bahnhofstraße,
  • Teile der Olfener Straße sowie
  • zwei Projekte auf Teilen der Werner Straße.

„Eine leistungsstarke, digitale Infrastruktur wird immer wichtiger, daher plant Westenergie Breitband ein weiteres Vorvermarktungsprojekt in Selm und wird in Kürze betroffene Bürgerinnen und Bürger kontaktieren“, sagt Markus Droste, Kommunalmanager bei Westenergie. Um welches Gebiet es sich konkret handelt, teilt das Unternehmen auf Nachfrage nicht mit. Nur so viel: „Es handelt sich nicht um geförderten Ausbau, sondern es ist eine unternehmerische Entscheidung der Westenergie Breitband GmbH, die geprüft hat, ob dieser Ausbau aus wirtschaftlicher Sicht Sinn macht“, berichtet Katrin Frendo.

Betrifft das auch Cappenberg? Dort sehe man jedenfalls „überall Baufahrzeuge zur Verlegung von Glasfaserkabeln“, teilt uns ein Leser mit. „Das heizt natürlich die Gerüchteküche enorm an. Einige berichten, sie würden von Westnetz in den nächsten Tagen angeschlossen, wieder andere berichten, sie seien zumindest von der Firma Westnetz informiert worden.“

Keine Information erhalten

Das könne er für seine Familie und auch seine Nachbarn nicht bestätigen. Es habe keine Informationen seitens Westnetz gegeben, niemand habe an der Haustür informiert, es habe keine Bürgerversammlung dazu stattgefunden.

„Von Gesprächen unter Bürgern im Ort weiß ich, dass das Interesse sehr groß ist“, sagt der Cappenberger. „Ebenso groß müssen auch die Kosten für die Verlegung der Kabel sein. Da fragt man sich doch, warum die Firma Westnetz nun nicht massiv Werbung macht, um die Kosten durch neue Verträge wieder hereinzuholen?“

Ausläufer von Cappenberg im geförderten Ausbau

Wir haben Katrin Frendo, die Sprecherin der Westenergie Breitband GmbH, mit den Informationen des Lesers konfrontiert. Ihre Antwort: „Wir decken Ausläufer von Cappenberg ab und ganz wenige Häuser.“ Es handele sich um einen geförderten Ausbau für Gebiete, deren Bandbreite 30m/bit unterschreite. Gefördert werde der Ausbau aber auch an der Cappenberger Grundschule. Deshalb dürften also die Kabel entlang der Freiherr-vom-Stein-Straße liegen. Cappenberg selber werde nicht gefördert ausgebaut.

Diejenigen, die in Cappenberg in den Genuss des geförderten Ausbaus kommen, seien informiert. „Von denen brauchten wir eine Grundstückseigentümererklärung, dass wir ausbauen dürfen“, berichtet die Westnetzsprecherin. „Alle, die wir nicht kontaktiert haben, fallen leider nicht unter die Kriterien für den geförderten Ausbau.“

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Arndt Brede