Ausgangssperre in Flüchtlingscamp aufgehoben

Notunterkunft in Bork

Drei Tage war die Einrichtung dicht. Am Montagnachmittag hat das Kreis-Gesundheitsamt die Sperre in eine Richtung gelockert: Nach der Windpocken-Erkrankung eines Kindes am Donnerstag können die Bewohner der Zeltstadt nun das Gelände wieder verlassen. Die Hintergründe.

BORK

, 07.09.2015, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausgangssperre in Flüchtlingscamp aufgehoben

Alle Flüchtlingsunterkünfte in NRW, auch die provisorischen, sind laut Kommunen winterfest.

Einrichtungsleiter Ozan Kubat hatte am Wochenende schon etwas Sorge: 970 Menschen auf relativ engem Raum. Dazu die Ausgangssperre an der Rückseite, da wo die Asylsuchenden im Pastorenbusch das Gelände tagsüber verlassen dürfen – eigentlich. Da kann schon mal ein Lagerkoller aufkommen.

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Vier Tage lang – von Donnerstagnachmittag bis Montagvormittag – war der Ausgang gesperrt. Dann aber gab das Gesundheitsamt des Kreises Unna, das die Sperre verhängt hatte, den Ausgang wieder frei. Denn nach einem wahren Impf-Marathon in den davor liegenden drei Tagen steht nun fest: Die Ansteckungsgefahr geimpfter Menschen dürfte gegen Null gehen. Damit sind auch die Anwohner des Geländes, die Bewohner in Bork und alle anderen sicher. Denn in Deutschland ist heute so gut wie jeder gegen Windpocken geimpft.

Übers Wochenende alle Bewohner "durchgeimpft

Anders ist das bei den Flüchtlingen: In deren Herkunftsstaaten ist das Impfen nicht üblich. Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna, sagte am Montagnachmittag: „Wir hatten die Meldung herausgegeben, dass wir die Einrichtung kurzfristig und vorübergehend schließen. Wir wollten, dass keine neuen Leute mehr aufgenommen werden. Wir haben es übers Wochenende geschafft, alle durchzuimpfen - so heißt das im Amtsdeutsch. Damit sind wir jetzt auf der sicheren Seite. Auch für die Bevölkerung besteht keine Gefahr.“

Darum begegnen den Borkern jetzt wieder Menschen aus der Notunterkunft im Dorf. Muss man Angst vor Ansteckung haben? Nein – Händedruck, Gespräche, ein nettes Lächeln, alles kein Problem. Man sollte es mit der Nähe nur zurzeit vielleicht noch nicht übertreiben.

Weiter keine Neuaufnahmen

Der Stopp in der Einrichtung, was die Aufnahme neuer Flüchtlinge angeht, hält das Gesundheitsamt aufrecht. Denn wenn ungeimpfte Personen in die Einrichtung kommen, könnte es wieder eine Ansteckungsgefahr geben. Auch ein ursprünglich für Donnerstag angesetztes Willkommensfest mit der gastgebenden Polizei sagte die Polizei selbst ab. Es soll aber sobald wie möglich nachgeholt werden. Constanze Rauert vom Kreis Unna: „Wir gehen am Anfang lieber auf Nummer sicher."

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