Ausgebüxte Kühe in Bork: Was die Polizei weiß

Ein Tier auf Gleisen erschossen

Vermutlich haben Unbekannte es sich nur bequem machen wollen, wie Ute Hellmann von der Kreispolizeibehörde vermutet. Was sie auslösten: eine ganztägiges Rodeo, an dessen Ende ein Rind tot ist, ein Vorgarten und ein Blumenfeld zertreten, der Zugverkehr für zweieinhalb Stunden lahmgelegt und rund 20 Helfer erschöpft.

BORK

, 04.09.2017, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montag kannte Hubert Bergmann, der Eigentümer der Tiere, immer noch nicht die Höhe des gesamten Schadens. Der Waltroper Landwirt sprach aber von vielen tausend Euro – und hat einen bösen Verdacht.

Die Suche nach den Tieren beginnt am Samstagmorgen um kurz nach 7 Uhr mit einem Anruf bei Hubert Bergmann. Seine Tiere liefen frei durch die Lippeaue – auf Waltroper Seite. Dabei sollten sie eigentlich auf der Borker Seite des Flusses grasen: auf einer Weide im Naturschutzgebiet des Kreises Unna – hinter Stacheldraht.

"Die meisten ahnen gar nicht, was sie damit anrichten können"

„Alle vier Drähte waren geöffnet mit einem Seitenschneider oder einem anderen Werkzeug“, sagt Ute Hellmann. „Mir ist so etwas zum ersten Mal passiert“, so Bergmann. Nachbarn hätten aber schön häufiger von vergleichbaren Vorfällen berichtet, die aber glimpflicher endeten.

„Dass Unbefugte einfach landwirtschaftliche Flächen betreten, ob Weiden oder Äcker, kommt leider regelmäßig vor“, bestätigt auch Reinhard May, Selms Ortslandwirt. Die meisten ahnten gar nicht, was sie damit anrichten könnten. „Erst recht nicht, dass sie selbst gefährdet sein könnten.“

Auch ruhige, friedliche Tiere könnten sich bei Panik in unberechnbare Kreaturen verwandeln – so wie das Charolais-Rind, das am Bahnhof Bork von seiner Herde getrennt wird. Während die drei anderen Tiere in Richtung Vinnumer Reithalle weiterfliehen, bleibt es auf den Gleisen zurück. „Der Schuss war die einzige Lösung – leider.“

Polizei fand Spuren am Weidezaun

Die Polizei hat inzwischen Spuren am Weidezaun entdeckt: Reifenabdrücke wie von einem kleinen Anhänger oder Bollerwagen. Vielleicht Angler? Bergmann will keine Gruppe unter Generalverdacht stellen, aber es müsse jemand gewesen sein, der ein Gefährt bei sich hatte und es nicht über den Zaun heben wollte.

Die drei entflohenen Rinder stehen indes immer noch auf einer Pferdekoppel an der Vinnumer Reithalle. Für den Transport zur Lippe seien sie noch immer zu aufgeregt gewesen, so Hubert Bergmann am Montag.

Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden unter Tel. (02389) 9213420 oder 921-0.

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