Auslöser für Noro-Virus noch nicht gefunden

Nach Ferienlager-Abbruch

Hier eine Trinkflasche, dort mehre Jacken, T-Shirts oder mehrere Paar Schuhe: Nach dem plötzlichen Abbruch des Seppenrader Kolpinglagers am vergangenen Freitag haben sich am Mittwoch zahlreiche Teilnehmer im Don-Bosco-Haus getroffen, um nach vermissten Sachen zu suchen. Das soll aber nicht der Schlussstrich sein.

LÜDINGHAUSEN

, 10.08.2016, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auslöser für Noro-Virus noch nicht gefunden

Ob es sich wirklich um den Norovirus handelt, der die Infektion beim Ferienlager der Kolpingsfamilie Seppenrade verursacht hat, muss noch getestet werden.

Am Donnerstag (11. August) sind ab 19.30 Uhr alle Teilnehmer ins Vereinsheim des Spielmannszuges an der Kastanienallee zu einem Discoabend eingeladen. „So etwas hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben“, sagt auf Anfrage unserer Redaktion Lagerleiter Elias Schulze Kalthoff. Er hat sich am Dienstagabend zunächst mit den Betreuern und anschließend mit dem kompletten Kolpingvorstand getroffen.

Wie hat sich die Infektion verbreitet?

In der großen Runde berichtete der Leiter über die Entwicklung an der Aggertalsperre. Auf unsere Anfrage fasste Elias Schulze Kalthoff die Fakten zusammen:

  • Am Dienstag, 2. August, hat sich das erste Kind übergeben müssen.
  • Am Mittwoch, 3. August, meldete sich das zweite Kind. Beide Erkrankungen wertete die Lagerleitung als Einzelfälle wie sie immer wieder vorkommen.
  • Eine richtige Welle hat es am Donnerstag, 4. August, im Lager gegeben. Elias Schulze Kalthoff, ausgebildeter Rettungsassistent und Medizinstudent, informierte gegen 17 Uhr deshalb das Gesundheitsamt Oberbergischer Kreis, um 20 Uhr war der Arzt vor Ort. Er riet zum Lagerabbruch.
  • Mit Stand vom Dienstag, 9. August, haben sich 43 Personen – darunter acht der 24 Betreuer – infiziert. Nicht mitgerechnet sind dabei die Angehörigen der Lagerteilnehmer.
  • Noch nicht abschließend geklärt ist, ob es sich tatsächlich um den Norovirus gehandelt hat. Die Warscheinlichkeit ist jedoch groß. Ebenfalls unklar ist, wie sich die Kinder infizieren konnten. Andere Gruppen, die ebenfalls auf dem Platz waren, sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen gewesen.
  • Der Leiter widersprach dem aus der Heimat geäußerten Verdacht, dass bei Lebensmitteln die Kühlkette unterbrochen gewesen sein könnte. Es habe Probleme mit dem Kühlwagen gegeben, allerdings in der Form, dass die Lebensmittel kälter als gewünscht gekühlt wurden.
  • Unerwartete Probleme gab es bereits an den ersten Tagen mit dem Zeltplatz. Obwohl das Gelände zum See abfällt, floss das Wasser „bei ganz normalem Regen“ – so die Leitung – nicht ab. Die Lagerleitung kümmerte sich selbst darum, Flächen begehbar zu machen.
  • Noch vor Ort haben Betreuer und extra angereiste Mitglieder der Kolpingsfamilie Seppenrade am Samstag Zelte und Ausrüstungsgegenstände mit großem Aufwand desinfiziert. Auch um liegen gebliebene Kleidungsstücke, Schuhe und andere persönliche Dinge haben sie sich gekümmert.
  • Wichtig ist Lagerleiter Elias Schulze Althoff der öffentliche Dank für die vielfältige Unterstützung. Verschiedene örtliche Unternehmer stellten spontan einen Transporter zur Verfügung oder übergaben eine „große Spende“. Neben der Kolpingfamilie half in der schwierigen Situation auch das Rote Kreuz. Ganz besonders wichtig ist den Verantwortlichen des Lagers der Dank an die Eltern – für das Verständnis, das Lager abzubrechen, aber auch für die Unterstützung am Freitag. Hier hatten Väter und Mütter die erkrankten Kinder direkt im Lager abgeholt. So war eine Trennung der gesunden von den kranken Kindern erst möglich.

Diesen Dank haben Lagerleitung und Kolpingvorstand am Mittwoch bei der Rückgabe der Fundsachen persönlich ausgesprochen. Die Eltern dankten für die Unterstützung. Jetzt richten Lagerleitung und Betreuer den Blick nach vorne. Es geht um einen Platz für das nächste Jahr. „Die Aggertalsperre fällt aus“, sagt Elias Schulze Kalthoff.

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