Bald gibt es nur noch 35 Plätze in der Kurzzeitpflege

Schließung von Caritas-Pflegeheim

Die Schließung des Pflegeheims St. Elisabeth auf Cappenberg verschärft die Platznot in der Kurzzeitpflege massiv. Im Kreis Unna wird es ab September nur noch 35 Plätze geben. Die Belastung für Angehörige von Pflegebedürftigen wird dadurch ansteigen.

CAPPENBERG

, 26.05.2016, 06:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bald gibt es nur noch 35 Plätze in der Kurzzeitpflege

Die Jugendstilvilla St. Elisabeth des Caritasverbandes Lünen-Selm-Werne ist bald kein Pflegeheim mehr.

Bedauern bei betroffenen Angehörigen hat die Nachricht ausgelöst, dass das Kurzzeitpflegeheim St. Elisabeth der Caritas auf Cappenberg zum 31. August schließen wird.

„Das ist sehr bedauerlich. Ein sehr schöner und geeigneter Ort für die Kurzzeitpflege. Wir waren dort mehr als zufrieden und fühlten uns für unseren Bedarf sehr gut aufgehoben. Auch das Personal war sehr gut, freundlich und kompetent“, schreibt Sabine Birkner aus Bork auf Facebook. Auch Ingrid Friedrichs aus Lünen hat gute Erfahrungen als Angehörige gemacht: „Meine Tante war mal dort und sehr begeistert. Ich bedaure die Schließung, es war sehr schön dort.“

Kaum Plätze für Pflegebedürftige

Für Angehörige von Pflegebedürftigen, die die Kurzzeitpflege als Entlastung brauchen, wird es ab dem 1. September noch schwieriger, langfristig Plätze zu buchen. Momentan verfügt der gesamte Kreis Unna lediglich über 61 Kurzzeitpflegeplätze – inklusive der 26 Plätze in St. Elisabeth. Ab September sind es dann bei rund 396.000 Einwohnern kreisweit nur noch 35 Plätze, so die Pressestelle des Kreises. In Lünen sind es dann nur noch zehn Plätze in der Kurzzeitpflege des Evangelischen Altenzentrums an der Bebelstraße.

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Nicht erfasst wurden die so genannten „eingestreuten“ Kurzzeitpflegeplätze. Das hat einen einfachen Grund – diese Plätze kann man nicht langfristig buchen. „Jedes Altenpflegeheim in Lünen hat solche Plätze“, erklärte Dirk Kreimeyer, Einrichtungsleiter des Ev. Altenzentrums in Lünen. Das bedeutet, dass Kurzzeitpflege möglich ist, wenn Plätze der stationären Pflege nicht besetzt sind. Deshalb kann es sein, dass die Pflegebedürftigen nicht einen Wunsch-Platz in einer Einrichtung bekommen, wenn sie ihn brauchen, weil eben gerade alle vollstationären Plätze belegt sind.

Steigende Belastung für die Angehörigen

„Für die Kunden ist das Fehlen von stationären Kurzzeitpflegeplätzen auf jeden Fall ein Problem“, so Kreimeyer. Eben weil sie nicht langfristig Urlaub buchen können, weil sie nicht wissen, ob der pflegebedürftige Angehörige dann auch einen Kurzzeitpflegeplatz bekommt.

Kurzzeitpflege bedeutet, so Kreimeyer, immer viel Aufwand für die Anbieter: „Der ist genauso groß wie bei der Aufnahme von Bewohnern in der vollstationären Pflege. Wir müssen die Krankengeschichte abklären, welche Hilfsmittel und Medikamente gebraucht werden, klären, was ist, wenn Notfälle eintreten und einen Versorgungsvertrag schließen.“ Auch Pflegekräfte, die sich immer wieder auf neue Gäste einstellen, sind erforderlich.

Kreimeyer: „Trotz des Aufwandes halte ich die Kurzzeitpflege als Instrument für nötig, wichtig und gut, weil es eben eine Entlastung für die pflegenden Angehörigen bedeutet.“ Ob die Auslastung der Kurzzeitpflege in seiner Einrichtung nach dem Ende von St. Elisabeth sprunghaft steigen wird, will Kreimeyer in Ruhe abwarten. „Momentan liegen wir bei durchschnittlich 84 Prozent. Besonders gefragt ist die Weihnachtszeit. Im Januar ist meistens viel weniger los.“

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