Bandido-Prozess: Bald weiterer Selmer vor Gericht

Drogenverkäufe

Die großen Drogenprozesse mit Beteiligten aus Selm und Umgebung häufen sich. Jahrelang scheint es hier ein Drehkreuz für Rauschgift gegeben zu haben. Ab nächster Woche stehen vier Männer in einem weiteren Prozess vor Gericht. Sie kommen aus Selm, Lüdinghausen, Rietberg und Sendenhorst.

SELM

16.02.2016, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Geduldig wartet der 46-jährige Selmer Beschuldigte im Bandidos-Prozess vor dem Landgericht auf seine Anklagepunkte Amphetaminhandel und Kriegswaffenbesitz, während die 3. Große Strafkammer zunächst die Marihuana-Plantagen der Bandidos behandelt. Da wird schon ein neuer Fall bekannt.

Der Selmer Bandido soll in seinem Amphetamin-Labor nicht nur für Kunden in Finnland und Ostwestfalen produziert haben. Offenbar hatte er auch mindestens einen kommerziellen Abnehmer direkt vor Ort.

Das geht aus der Anklageschrift zu einem neuen Verfahren hervor, das am 24. Februar ebenfalls vor der 3. Strafkammer beginnt. Verantworten müssen sich dann vier Männer zwischen 27 und 49 Jahren aus Selm, Lüdinghausen, Rietberg und Sendenhorst. Unter anderem wegen Erwerbs von Amphetamin bei dem Selmer Bandido.

Von Sommer 2012 bis Mai 2015 sollen die vier Männer einen regen Drogenhandel betrieben haben. Es geht um über 20 Kilogramm Amphetamin, 4 Kilogramm Marihuana und knapp 2 Kilogramm Kokain im Gesamtwert von mindestens 230.000 Euro.

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Pflanzen der Drogen-Plantage gingen wieder ein

Am Dienstag stand im Bandidos-Prozess die Magdeburger Marihuana-Plantage im Mittelpunkt, die der Niederländer aufgebaut hatte, der auch die anderen Plantagen der Rockertruppe betreute. Auf diese Spur war die Polizei durch detaillierte Bewegungsprotokolle von Handy und Navi des Holländers gekommen. In den abgehörten Telefongesprächen war mal von 1000 Stecklingen, mal von 1200 Erntestücken die Rede.

Allerdings stellten sich die Magdeburger Helfer bei der Cannabis-Zucht ungeschickter an als die niederländischen „Fachleute“ in Hörstel und Rheine. Viele Pflanzen gingen der 29-jährigen Frau und dem 31-jährigen Mann ein. Als Zeugen verweigerten sie am Dienstag in Münster die Aussage, weil in Magdeburg gegen sie ermittelt wird.

Südkirchener übel zugerichtet - Aussage am Dienstag?

Am kommenden Dienstag wird es im Gerichtssaal spannend. Dann soll der Südkirchener Drogenhändler aussagen, den zwei Bandidos mit einem Quarzhandschuh übel zugerichtet hatten. Dessen Hauptkundschaft wiederum saß in Lüdinghausen.

So schließt sich das Drogen-Dreieck Selm-Südkirchen-Lüdinghausen. Polizei und Justiz legen diesen Rauschgiftsumpf nach und nach trocken.

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