Bauarbeiten für HEM-Tankstelle und Burger King laufen an - und es regt sich Widerstand

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Der Acker von einst ist ein ebener Baugrund. Im Herbst soll der erste Teil der Bebauung auf dem Rüschkamp-Gelände am Kreisverkehr fertig sein. Es gibt Selmer, die das verhindern wollen.

Selm

, 06.06.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Bauarbeiter arbeiten auf Hochtouren, auch Juristen. Die Klageschrift ist raus, jetzt ist es an dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, Informationen zu sammeln und zu entscheiden: Ist es rechtens, dass das Unternehmen Rüschkamp am Kreisverkehrsplatz Zeche-Hermann-Wall/B 236 unter anderem eine Tankstelle baut?

Angst vor weiter sinkendem Grundwasserspiegel

Ein Selmer Ehepaar hat dagegen geklagt, wie der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, Wolfgang Thewes, auf Anfrage bestätigt. Es handele sich um Anwohner. Ihre Hauptsorge bezieht sich auf das, was unter der Erde passiert. Klagegegner: die Stadt Selm als Genehmigungsbehörde des Bauvorhabens.

Der Grundwasserspiegel werde durch die Bebauung abgesenkt, befürchten die Kläger. Das verschärfe eine ohnehin schon kritisierte Situation. Hätte es also nie eine Baugenehmigung geben dürfen? Darüber hat das Verwaltungsgericht jetzt zu entscheiden. Der zuständige Kollege wäge gerade ab, ob er einen Ortstermin in Selm organisiere, sagt Richter Thewes. Fest stehe: „Eine Entscheidung soll noch vor den Sommerferien fallen“ - ein Eilverfahren.

Klage hat keine aufschiebende Wirkung

Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung, wie Bürgermeister Mario Löhr sagt. „Wir bleiben in unserem Zeitplan“, bestätigt Michael Wilke, Geschäftsführer des Autohauses Rüschkamp, also des Vorhabenträgers, der nicht selbst beklagt wird, aber zum Verfahren „beigeladen wird“, wie es im Juristen-Deutsch heißt.

Dass Rüschkamp die Bauarbeiten nicht einstellt, bis alles geklärt ist, geschehe „auf eigenes Risiko“, so Richter Thewes. Das gilt ganz allgemein: Je nach Verlauf des Verfahrens sei mit einem Baustopp mittendrin zu rechnen, „schlimmstenfalls auch mit einem Abriss“, wie er zum Beispiel dem Kraftwerk in Datteln drohe.

Die Arbeiten auf dem sogenannten Rüschkamp-Gelände hatten im Winter begonnen. „Da ist man immer stark von der Witterung abhängig.“ Inzwischen sei er aber optimistisch, „dass wir zügig vorankommen werden“, so Wilke. Den Zeitplan hatte er bereits Ende 2018 abgesteckt.

Drei große Projekte will das Unternehmen an der B 236 realisieren. Als erstes soll die HEM-Tankstelle fertig werden. Bislang arbeitet Rüschkamp mit Aral zusammen. Gleich neben der Tankstelle soll es Fast Food geben: vermutlich Burger King. „Sehr, sehr wahrscheinlich“, sagt Wilke. Von „sicher“ will er aber nicht sprechen, solange noch nicht alle Verträge geschlossen seien. Das dritte Projekt auf der Rüschkamp-Fläche ist das zukunftsweisendste.

Im neuen Saug-Wasch-Lade-Park wird es geben, was zurzeit noch zu selten zu finden ist - nicht nur in Selm: Ladestationen für E-Autos.

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