Baustelle „Auf der Geist“: Arbeiten dauern schon fast ein Jahr an - ist ein Ende in Sicht?

rnBauarbeiten in Selm

Schon fast ein Jahr dauern die Bauarbeiten an der Baustelle „Auf der Geist“. Viele Anwohner sind genervt und wollen wissen, wie lange dauert es noch? Ein Gespräch mit dem Baustellenleiter.

Selm

, 05.03.2020, 21:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 27. März 2019 laufen in der Straße „Auf der Geist“ in Selm Bauarbeiten. Also fast schon ein ganzes Jahr. Die Bauarbeiter führen dort Straßen- und Kanalarbeiten durch. Die Straße ist seither für den Durchgangsverkehr gesperrt, nur von Anliegern und Baufahrzeugen befahrbar.

Für die Anwohner eine Nervenprobe. „Warum dauert die Fertigstellung der Straße „Auf der Geist“ so lange?“, will ein Leser wissen, der eine Mail an die Redaktion richtet. Ein anderer Anwohner, der seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen will, sagt: „Ich glaube, die Schmerzgrenze ist erreicht.“

Vor allen Dingen der Dreck sei für ihn ein Problem, hinzu kämen Probleme mit der Müllabfuhr. Teilweise seien Tonnen sogar verschwunden gewesen. „Die Stadtwerke haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, sagt der Anwohner. Er wünschte sich einfach eine bessere Kommunikation von der Stadt.

„Es wird knapp“

Im Dezember 2019 hatte Stadtsprecher Malte Woesmann entsprechende Anschuldigungen, es gebe Probleme bei der Müllabfuhr verneint. Der Fertigstellungstermin läge bei März/April, teilte er zudem damals mit. Doch ist dieser Termin angesichts des Stands der Baustelle noch einhaltbar?

„Es wird knapp“, sagt Baustellenleiter Horst Schröer vom Märkischen Tiefbau, der von der Stadt Selm für die Bauarbeiten beauftragten Firma. Seit dem 10. Februar ist er der neue Baustellen-Chef. Dass es Wechsel auf dieser Position gibt, ist laut Schröer alltäglich: „Dass passiert schon mal. Der ehemalige Bauleiter hat jetzt eine neue Baustelle in Gelsenkirchen.“ Generell sei Schröer mit seinem Team zeitlich im Soll. „Doch es ist wetterabhängig, ob wir es auch zeitig schaffen“, so Schröer.

Asphaltdecke soll Mitte April gelegt werden

Der Plan sieht vor, bis Mitte April mit den vorbereitenden Maßnahmen so weit fertig zu sein, „dass dann nur noch die Asphaltdecke gelegt werden muss“, so Schröer. „Wenn alles gut geht, sind wir bis Ende April auch damit fertig.“

Bis dahin müssen in der gesamten Straße noch neue Fahrbahnbegrenzungen und Straßenabläufe, also Rinnen und Gullys, gesetzt werden. Zudem muss bevor die Asphaltschicht gelegt werden kann, zuvor noch ein Schotterplan auf die Straße aufgetragen werden.

Zeitaufwendiger Einbau der Anschlüsse

Doch warum haben sich die Bauarbeiten bisher so lange hingezogen? „Wir mussten in der gesamten Straße einen sogenannten Flüssigboden einbauen“, sagt Schröer. Dabei handelt es sich um ein Wasser-Zement-Gemisch. „Das wird aus Kostengründen gemacht. Es dauert dementsprechend länger, bis dieses Gemisch trocken ist.“ Den alten Boden hätte man für den neuen Straßenbau nicht wiederverwenden können. Schröer: „Wir können den Boden nicht wiederverwenden, da die Grundfeuchtigkeit zu hoch ist.“

Horst Schöer (r.) und seine Kollegen verlegen Regenwasser-Anschlüsse zu den Häusern. Dafür müssen sie vor jedem Haus 2,80 Meter tiefe Löcher graben.

Horst Schöer (r.) und seine Kollegen verlegen Regenwasser-Anschlüsse zu den Häusern. Dafür müssen sie vor jedem Haus 2,80 Meter tiefe Löcher graben. © Marcel Schürmann

Was ebenfalls zeitaufwendig ist und war: das Legen der Regenwasser-Hausanschlüsse. Die mussten in der gesamten Straße in einer Tiefe von etwa 2,80 Metern neu gelegt werden. Das seien laut Schröer eher „kleinere Aufgaben“ - die sich aber lange hinziehen. Am Mittwochmittag (4.3.) fehlten lediglich die Anschlüsse zweier Häuser.

Baustellen-Chef Schröer: „Anwohner spielen gut mit“

Von den Anwohnern der Straße habe Schröer noch keine Vorwürfe erhalten, dass die Arbeiten so lange andauern. „Die Anwohner spielen wirklich gut mit“, sagt Schröer.

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