Beifanger Weg: Stadt baut einige Verkehrsinseln ab

Bis Ende Mai

Die sonderbare Geschichte um den Beifanger Weg geht ins vorerst letzte Kapitel: Bis Ende Mai wird die Stadtverwaltung hier ein paar verkehrsberuhigende Hindernisse zurückbauen. Einiges, was in den vergangenen Jahren erst neu gebaut wurde, muss weg. Aber Neues soll dazu kommen. Ein Überblick.

SELM

, 27.04.2016, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diesen Rückbau der Verkehrsinseln verkündete Bürgermeister Mario Löhr zusammen mit Verkehrsplaner Gerhard Werminghaus am Montagabend vor Anwohnern im Bürgerhaus.

Skurril ist die Geschichte, weil der Beifanger Weg derzeit in einem Zustand ist, der eigentlich sowohl Anwohner als auch die Stadt zufrieden stellt: Tempo-30-Zone, rechts vor links, Hindernisse, die das Rasen vor allem auf dem langen, geraden Teilstück bis zum Beifanger Bahnhof schwierig machen.

Alles gut – findet aber nicht die Bezirksregierung Arnsberg: 

Die hat für den Umbau des Beifanger Weges vor Jahren Fördergeld vom Land fließen lassen – aber nicht für eine Anwohner-, sondern eine verkehrswichtige Straße. Das heißt: Verkehrsberuhigende Maßnahmen und 30er-Zone sind nicht statthaft. Darum forderte sie nach einer Prüfung, ob nach Richtlinien gebaut wurde, die 306.000 Euro aus dem Fördertopf von der Stadtkasse zurück – wenn die Stadt nicht einiges zurückbauen würde.

Bürgermeister Mario Löhr erklärte den Anwohnern Montag, was die Stadt tun wird, um das Geld nicht zurückzahlen zu müssen. „Rechnen Sie die Sicherheit Ihrer Bürger mit der Kassenlage auf?“, fragte Anwohner Matthias Lezius, Vater zweier Kinder (2 und 6 Jahre alt). Löhr erklärte kurz, dass es nach Gesprächen mit den Anwohnern im Laufe der Jahre die verkehrsberuhigenden Maßnahmen gegeben habe. Aber Förderbescheid ist Förderbescheid. Löhr: „Politisch ist das diskutiert worden mit dem Ergebnis, dass wir den Förderrichtlinien nachkommen.“

30er-Zone weg, aber Tempo 30 bleibt

30er-Zone wird hier zukünftig nicht mehr sein, Tempo 30 aber bleiben. Werminghaus nannte einen Vorteil: „An jeder Kreuzung wird ein neues 30er-Schild stehen und die Fahrer daran erinnern.“ Die jetzige Zone wird nur einmal begonnen und beendet. Die Berliner Kissen, die schwarzen Polster auf der Fahrbahn, werden abgenommen.

Zudem muss die Stadt die vier halbseitigen Pflanzbeete und die Strich-Markierungen auf dem geraden Stück wegnehmen. Wegen der verkehrswichtigen Funktion wird der Beifanger Weg Vorfahrtstraße. Einen Radweg erhält die Straße nicht. Bei Tempo 30 sei Radfahren im Fließverkehr möglich, so Werminghaus.

Was bleiben darf:

Es gibt aber auch einige Dinge, die bleiben können: Im unteren Teil der Straße von der Kreisstraße aus sind mehrere Verkehrsinseln in der Mitte eingebaut. Weil die Straße dort breit genug ist, kann das so bleiben. Auch die Querungshilfe in der Kurve am Bolzplatz ist genehmigt. 

Neben den Tempo-30-Schildern an weiteren Kreuzungen versprach Löhr, mit dem Kreis in Kontakt zu treten, damit dieser dort die Geschwindigkeit misst. Auch wolle die Stadt Tafeln aufstellen, die Autofahrern ihre gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. 

Am Ende des Abends gab es Applaus der etwa 50 Anwesenden, darunter viele Anwohner der Straße -  aber auch etwas Skepsis, wie sich die Verkehrssituation dann entwickeln wird. Eine Idee ist, dass am Straßenrand parkende Fahrzeuge auch zur Verkehrsberuhigung beitragen könnten. Und Löhr gab den Hinweis, Raser immer gleich bei der Polizei zu melden. Denn die Stadt könne den fließenden Verkehr nicht überwachen – das sei Hoheitsgebiet der Polizei. 

Was die neuen Baumaßnahmen kosten, dazu sagte die Stadt bei der Versammlung nichts. 

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