Beim Breitbandausbau hinkt Selm hinterher

Schlusslicht im Kreis Unna

Was schnelles Internet betrifft, geht es in Selm nur sehr langsam voran. Im Kreis Unna belegt die Stadt in puncto Versorgungsstruktur den letzten Platz. Vor allem in Bork ist der Nachholbedarf beim Breitbandausbau groß. Und die Zeit drängt, denn Ende Februar 2017 läuft die Frist für die Beantragung von Fördergeldern des Landes ab.

BORK

, 16.12.2016, 16:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beim Breitbandausbau hinkt Selm hinterher

Der Ortsteil Bork aus der Luft.

Die Stadt habe ein Problem mit „weißen Flecken“, erklärte Stephan Schwager, Geschäftsführer der Stadtwerke Selm, am Donnerstag in der Sitzung des Rates. Gemeint ist der Ausbau von Breitband-Internet-Technologie in Selm, Bork und Cappenberg. Vor allem Bork sei schon jetzt abgehängt. Insgesamt belege Selm, was den Breitband-Ausbau angeht, den letzten Platz im gesamten Kreis Unna.

Stephan Schwager bezog sich bei seinem Vortrag auf Technologien, die Übertragungsraten von 50 MBit pro Sekunde und schneller ermöglichen. Der Stadtwerke-Geschäftsführer legte Zahlen aus dem Breitbandatlas NRW des TÜV Rheinland vor. Demzufolge liege der Ausbaustatus im Kreis Unna bei 74,7 Prozent, was 50 MBit und mehr angeht.

Industriegebiete sind unterversorgt

Heißt: So groß ist der Anteil der Haushalte, denen diese Anschlussgeschwindigkeit theoretisch zur Verfügung steht. Selm belegt mit 34,2 Prozent weit abgeschlagen den letzten Platz. Zum Vergleich: Spitzenreiter ist Schwerte mit 92,4 Prozent, gefolgt von der Gemeinde Holzwickede mit 89,8 Prozent und Lünen mit 88,8 Prozent.

Besonders Bork und die Selmer Industriegebiete seien unterversorgt, erklärte Stephan Schwager und attestierte der Stadt einen „dringenden Handlungsbedarf“, gerade angesichts der Pläne des Landes NRW, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit 50 MBit pro Sekunde landesweit zu erreichen.

Antragsfrist endet bald

Seit Anfang November arbeiten Stadt, Stadtwerke und die Berater-Firma „PricewaterhouseCoopers“ (PWC), um Informationen zu sammeln, die nötig sind, um Fördergelder anzuzapfen. Die Zeit drängt, denn die Antragsfrist für staatliche Förderprogramme endet am 28. Februar 2017. Das sei „ein ehrgeiziges Ziel – aber erreichbar“, sagte Stephan Schwager am Donnerstag. Am 16. Februar könnte der Rat der Stadt in seiner Sitzung dann eine Entscheidung über den Förderantrag treffen.

 

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