Beistand leisten bis zum Tod - Zehn neue Sterbebegleiterinnen ausgebildet

Hospizgruppe

SELM Wahrnehmen und mitgehen, zuhören und verstehen, weitergehen und bleiben, loslassen und aufstehen“: In der Sterbebegleitung geht es darum, Menschen in den letzten, Wochen, Tagen oder Stunden vor ihrem Tod Beistand zu leisten. Die Selmer Hospizgruppe hat jetzt zehn neue Sterbebegleiterinnen.

von Von Malte Bock

, 17.05.2009, 22:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die neuen Sterbebegleiterinnen.

Die neuen Sterbebegleiterinnen.

In vielen Gesprächen, Texten, Rollenspielen und Körperübungen wurden die Kursteilnehmerinnen an das schwierige Thema herangeführt. Natürlich legten die Dozentinnen ebenfalls großen Wert auf eine Reflexion des Erfahrenen. „Die Sensibilisierung für die Bedürfnisse des Sterbenden ist ein ganz wichtiger Aspekt“, ergänzte Barbara Linnhoff. Sterbehilfe stößt dagegen auf strikte Ablehnung in der Hospizarbeit.  Gesprächsführungstechniken und Aspekte des Sterbeprozesses wurden den Teilnehmerinnen daher vermittelt. Hanna Nientiedt unterstrich, dass die neu ausgebildeten Sterbebegleiter nun jedoch nicht in der Hospizarbeit allein gelassen würden. Es folge eine Praktikumsphase, um Erfahrungen zu sammeln sowie ein Aufbaukurs, nach dem die Sterbebegeleiter eine 100-stündige Ausbildung erfahren hätten, bevor sie im häuslichen Umfeld oder Altenwohnheimen ehrenamtlich tätig würden. Einen solchen Aufbaukurs bietet die Hospizgruppe Selm ab dem 19. September an, Mitarbeiter aus anderen Hospizvereinen können gerne daran teilnehmen.

Erfreut zeigte sich Hanna Nientiedt ferner darüber, dass es schrittweise gelänge, die Hospizarbeit auch nach Olfen auszuweiten. Sieben der zehn Teilnehmerinnen des Einführungsseminars kamen aus der Steverstadt, eine weitere aus Südkirchen sowie jeweils eine Teilnehmerin aus Lünen und Selm. „Die Sterbebegleitung findet immer mehr Annahme, deshalb brauchen wir auch immer mehr Ehrenamtliche, die sich engagieren“, so Nientiedt. Die Bereitschaft, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, Verlässlichkeit und die Offenheit für sterbende Menschen sei dazu allerdings Voraussetzung.

Lesen Sie jetzt