Belästigung in der Disco? Dieses Codewort hilft

Was Frauen sagen sollten

"Ist Luisa hier?" Mit dieser Codefrage kann sich ab jetzt jede Frau im Kreis Unna ganz einfach Hilfe suchen, wenn sie sich in einer Kneipe, Bar oder Diskothek bedrängt fühlt. Die Idee kommt aus Münster - das Frauenforum im Kreis Unna hat sie übernommen.

KREIS UNNA

von Christoph Schmidt

, 12.03.2017, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fühlt sich eine Frau belästigt oder bedroht, ist es wichtig, dass sie rasch aus dieser Situation entkommen kann. Um gezielt Hilfe zusichern zu können, soll nun auch die Initiative „Luisa ist hier!“ eingeführt werden. Anne Reichert (l.) und Karin Gottwald präsentieren die Plakate, die nach ihrer Vorstellung in jedem Damen-WC in jeder Kneipe, jeder Bar und jedem Restaurant im Kreis hängen sollen.

Fühlt sich eine Frau belästigt oder bedroht, ist es wichtig, dass sie rasch aus dieser Situation entkommen kann. Um gezielt Hilfe zusichern zu können, soll nun auch die Initiative „Luisa ist hier!“ eingeführt werden. Anne Reichert (l.) und Karin Gottwald präsentieren die Plakate, die nach ihrer Vorstellung in jedem Damen-WC in jeder Kneipe, jeder Bar und jedem Restaurant im Kreis hängen sollen.

Codewort: Das klingt nach Verschwörung, Kriminalroman und Geheimdienst. Beim Frauenforum des Kreises Unna ist ein Codewort der Schlüssel einer neuen Kampagne des Frauen-Notrufs.

Die Idee kommt aus Münster und wird jetzt im Kreis Unna übernommen. Mit dieser Idee soll Frauen Hilfe angeboten werden, die sich in einer Kneipe, Bar oder Diskothek bedrängt fühlt. Die schlichte Codefrage lautet: „Ist Luisa hier?“.

Drei Worte sind auch in Stresssituation leicht auszusprechen

Das Hilfegesuch ist aus mehreren Gründen ganz bewusst als ein Code festgelegt worden.

Zum Einen, weil die drei Worte auch in einer Stresssituation leicht auszusprechen sind. Zum Anderen, weil durch den Codesatz gar nicht konkret beschrieben werden muss, warum eine Situation als belästigend empfunden wird.

Anne Reichert, Mitarbeiterin der Fachstelle zu sexualisierter Gewalt beim Frauenforum, erklärt: „Jeder Mensch hat seine eigene Grenze, ab wann es zu weit geht. Das ist aber völlig nebensächlich, denn durch die Codefrage muss niemand genau benennen, was passiert ist. Es ist direkt klar, dass Hilfe gewünscht ist.“

Taxi oder Rückzugsort 

Das Kneipen- und Diskothekenpersonal kennt den Code, wird Unterstützung anbieten. Das reicht vom Rufen eines Taxis bis hin zur Begleitung an einen sicheren Rückzugsort.

Zur weiteren Unterstützung erhält die Frau einen Flyer über das Beratungsangebot der Frauen- und Mädchenberatungsstelle mit Kontaktinformationen.

In Münster läuft die Kampagne „Luisa ist hier!“ seit Herbst 2016. Ursprünglich kommt die Idee aus Großbritannien und breitet sich jetzt auf dem Kontinent aus. „Überfällig“, wie Karin Gottwald, Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle, findet. „Jede dritte Frau hat bereits Situationen erlebt, in denen sie angemacht, angestarrt oder betatscht wird“.

„Gerade in ausgelassener Stimmung und in Verbindung mit Alkohol kommt es immer wieder zu bedrängenden Situationen.“ Grundsätzlich soll die Kampagne dazu beitragen, das individuelle Sicherheitsgefühl von Frauen und Mädchen zu verbessern.

Direkte Hilfe

Mit dem Codesatz wird Frauen und Mädchen auf jeden Fall direkt ein Lösungsansatz an die Hand gegeben. Die Mitarbeiter in den teilnehmenden Gaststätten sollen auch etwas an die Hand bekommen. Einen kleinen Maßnahmenkatalog, in dem steht, wie sie auf den Codesatz am besten reagieren können.

Beratungsstelle sucht Mitstreiter
Die Frauen- und Mädchenberatungsstelle wird die Kampagne bewerben.
Dazu bedarf es der Unterstützung der Betreiber von Kneipen, Bars und Diskotheken. Die Plakate sollen in den Gastronomiebetrieben im Damen-WC ausgehängt werden. Darüber hinaus werden Flyer verteilt. Wirte können sich auch direkt an die Beratungsstelle wenden. Kontakt unter Tel. (02303) 77 89 10 oder per Mail an geschaeftsstelle@frauenforum-unna.de

 

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