Belgische Klasse in Selm: Nicht nur eine ungewohnte Begrüßung überraschte die Schüler

rnAustauschprogramm

Seit 20 Jahren findet regelmäßig ein Austausch zwischen der SGS und einer belgischen Schule statt. Dabei sorgte nicht nur der fehlende Begrüßungskuss bei den Belgiern für Verwunderung.

Selm

, 10.10.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erfahrungen sammeln, neue Menschen kennenlernen und sich austauschen - das ist das Ziel des Austauschprogramms des Städtischen Gymnasiums Selm. Schon seit 20 Jahren findet jährlich ein Austausch mit einer Schule aus Belgien statt. In ihren ersten Tagen haben die Schüler festgestellt, dass es einige Unterschiede zwischen dem Leben in beiden Ländern gibt.

Immer vor den Herbstferien startet das Austauschprogramm mit einem Besuch der Schüler des Athénée Royale de l’Air Pur aus Seraing, einer Stadt nahe Lüttich. In diesem Jahr sind 16 Achtklässler aus Deutschlands Nachbarland zu Gast in Selm.

Das Städtische Gymnasium Selm punktet mit Sauberkeit

Während des Austauschs sollen die Schüler mehr über das jeweils andere Land erfahren, erklärt Ruth Holtermann. „Sie wissen wenig über Belgien“, sagt sie. Vorurteile gegenüber dem anderen Land und seinen Bürgern hatten aber sowohl die Selmer als auch die belgischen Schüler nicht. Beim ersten Aufeinandertreffen wurden einige von ihnen trotzdem überrascht.

„Hier gibt es keinen Begrüßungskuss“, sagt die 13-jährige Belgierin Luisa. Auch bei ihrem Mitschüler Baptiste (13) habe das kurz für Irritationen gesorgt, erzählt er. Es war nicht der einzige Unterschied, den die Belgier in ihren ersten Tagen entdeckten. „Die Schule ist auch sauberer“, stellt Baptiste fest. Und vor allem das Verhalten der Schüler sei anders.

Schüler verhalten sich im Unterricht unterschiedlich

„Wenn es schellt, wird es hier unruhig“, so Luisa. In Belgien sei es üblich, dass alle warten, bis der Lehrer sagt, dass der Unterricht beendet ist, erklärt Ruth Holtermann. Außerdem waren die belgischen Gäste überrascht, als sie das Städtische Gymnasium Selm zum ersten Mal sahen.

Denn im Gegensatz zur Selmer Schule, gebe es an ihrer deutlich weniger Fahrräder auf dem Schulhof, erzählt Luisa. Doch auch die Selmer Achtklässler haben schnell gemerkt, dass sie sich in manchen Bereichen von ihren Austauschpartnern stark unterscheiden.

„Die reden auch alle mehr miteinander“

„Ich finde es richtig gut, was für eine Klassenkameradschaft die Belgier haben“, erzählt SGS-Schülerin Melanie (13). Bei den Selmer Schülern gebe es eine viel größere Gruppenbildung. „Die reden auch alle mehr miteinander“, fügt ihre Mitschülerin Jessica (14) hinzu.

Doch trotz einiger Unterschiede, „stellen die meisten letztendlich immer fest, dass uns nicht so viel unterscheidet“, erklärt Ruth Holtermann. Diese Erkenntnis entsteht vor allem durch das Leben in den Gastfamilien. Die Schüler sollen dabei vor allem „gucken, wie der Alltag der Gastfamilien ist“, so Holtermann.

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