Betrüger fälschten Facebook-Profil einer Selmerin

Um Geld zu ergaunern

Erst war es das Profil einer angeblichen Schulfreundin, plötzlich fand eine 27-jährige Selmerin ihr eigenes Facebook-Profil kopiert in dem sozialen Netzwerk. Dahinter steckt kein Streich, sondern ein Betrugsversuch - dem immer mehr User zum Opfer fallen. Wir erklären, wie die Betrüger vorgehen und wie man sich schützen kann.

SELM

, 06.08.2015, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Betrüger fälschten Facebook-Profil einer Selmerin

Anna R. merkte früh, dass ihr eigenes Profil bei Facebook "geklont" worden ist.

Die vielen Nachrichten über Facebook an Anna R.s* Freunde ließen die junge Selmerin stutzig werden. Im Juni wurde das Facebook-Profil der 27-Jährigen und mehrerer ihrer Freunde von Betrügern kopiert, um an persönliche Daten zu gelangen und über die Handynummer Geld zu ergaunern.

Alles habe damit begonnen, erzählt Anna R., die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, als ein offensichtlich gefälschtes Facebook-Profil einer Freundin Annas Kontakte angeschrieben habe. Sie sei eine Schulkollegin von Anna und brauche deren Handynummer. In anderen Fällen habe sich die vermeintliche Schulfreundin nach persönlichen Daten über Anna erkundigt, erinnert sich die Selmerin.

Klon des eigenen Profils

Schließlich sei auch ein Klon ihres eigenen Profils aufgetaucht, das mit der gleichen Masche bei Annas Freunden nach Informationen fischte. „Ich glaube gar nicht, dass es dabei speziell um mich ging“, vermutet Anna. Vielmehr habe sich das Ganze wie ein digitaler Rundumschlag angefühlt, um möglichst großflächig persönliche Daten abzugreifen und dann im zweiten Schritt an das Geld der Opfer zu gelangen.

Dabei geht es den Betrügern in erster Linie um die Handynummer der Opfer, wie mehrere Polizeibehörden, darunter die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und das Polizeipräsidium Mittelhessen in Pressemitteilungen deutlich machen. Demnach schreiben die Betrüger, sobald sie ein Facebook-Profil vollständig kopiert haben, die Freunde des „geklonten“ Nutzers an, um an deren Handynummern zu gelangen.

Jetzt lesen

Sobald die Täter diese bekommen haben, lassen sie Zahlenkombinationen, die für Online-Bezahldienste, wie „PayPal“ nötig sind, an die Handynummer schicken. Nennt ihnen das Opfer auch diese Codes, können die Betrüger die Handyrechnung ihrer Opfer belasten. Der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, „Mimikama“, der Internet-Betrügereien aufdeckt und Tipps gibt, wie man sich davor schützen kann, berichtet von einem Fall, in dem das Opfer schließlich eine Rechnungs-SMS in Höhe von über 1000 Euro erhalten habe.

Auch Anna R. habe irgendwann SMS mit Codes bekommen, außerdem weitere Nachrichten über Gewinnspiele, an denen sie teilgenommen haben soll. Darauf reagiert hat sie nicht, was ihr vermutlich auch weiteren Schaden erspart hat.

Profil direkt gemeldet

Freunde haben sie schließlich auf das gefälschte Profil aufmerksam gemacht. Sie habe das Klon-Profil bei Facebook gemeldet und innerhalb von zwei Tagen sei es aus dem sozialen Netzwerk verschwunden, berichtet die 27-Jährige. Geholfen hat das aber nur kurz: „Kurz darauf ist ein neues Profil von mir aufgetaucht“, erinnert sich Anna R. Auch dieses habe sie gemeldet und blockiert und anschließend sogar ihr eigenes, echtes Facebook-Profil ganz gelöscht.

Das soziale Netzwerk nutzt sie weiter – mit neuem Profil und geändertem Namen. Doch aus der Geschichte hat die Selmerin gelernt: „Ich prüfe jede neue Freundschaftsanfrage und habe viel recherchiert, wie man sich und seine Daten schützen kann“, erzählt sie.

* Name von der Redaktion geändert

 

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt