Bewohner wollen keine LKW mehr in Cappenberg

Durchfahrverbot

Lastwagen über 7,5 Tonnen raus aus Cappenberg. Das ist eine der Ideen, die mehr als 30 Cappenberger im evangelischen Gemeindehaus sammelten. Um eigene Akzente in die Diskussion um das Integrierte Handlungskonzept Cappenberg zu bringen.

CAPPENBERG

, 03.04.2017, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewohner wollen keine LKW mehr in Cappenberg

Solche Baufahrzeuge sollen auch weiter durch Cappenberg fahren. Goße und schwere Laster aber nicht, sagen einige Cappenberger.

Die Ideenbörse soll dazu beitragen, ureigene Cappenberger Interessen im Handlungskonzept – einem Instrument zur Ortsteilplanung und Städtebauförderung – zu wahren. Eingeladen hatte der Cappenberger Thorsten Hoppe. „Wir wollen die Ideen sammeln, unabhängig von Parteizugehörigkeit“, betonte Hoppe. Und Ideen gab es einige:

  • Ein Durchfahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen sei sinnvoll. Vor allem der Schwerlastverkehr, der Cappenberg nur nutzt, um zur Autobahn 2 zu gelangen und umgekehrt, müsse um Cappenberg herum geführt werden, hieß es in der Versammlung. „Manchmal passen zwei große LKW, die sich auf dem Cappenberger Damm begegnen, nicht nebeneinander“, beschrieb Thorsten Hoppe ein Problem. Das Verbot solle ausdrücklich nicht gelten, wenn LKW Material, etwa beim Hausbau, anliefern.  
  • Neben der Sanierung der Fahrbahn des Cappenberger Damms sei sinnvoll, einen Zebrastreifen an der Einmündung Immenbrock anzulegen. Grund: An dieser Stelle muss der Cappenberger Damm überquert werden, um den Radweg gegenüber zu erreichen. Von der Sportanlage von Grün-Schwarz Cappenberg kommen viele Kinder und Jugendliche und müssen diesen Bereich passieren  
  • In der Diskussion um ein Integriertes Handlungskonzept für Cappenberg kommt dem Thema Dorfmittelpunkt eine größere Rolle zu. Wo ist die Dorfmitte? Rund um die Kreutzkamp-Gastronomie? Rund ums Feuerwehrhaus? Eine Definition, was denn der Dorfmittelpunkt ist, gebe es nicht, stellte Hoppe fest. „Wir haben mit dem Integrierten Handlungskonzept jetzt die Chance, festzulegen, wo der Dorfmittelpunkt ist und wie er gestaltet werden kann“, sagte ein Cappenberger. Die Idee, ein Dorfgemeinschaftshaus zu bauen und auch einen Dorfladen zu schaffen, eventuell ins Dorfgemeinschaftshaus integriert, liegt jetzt auf dem Tisch. Laut Thorsten Hoppe sei ein geeigneter Standort am Randes des Schützenplatzes, also in der Nähe des Feuerwehrhauses.  
  • Zur Attraktivierung Cappenbergs könnte auch die Wiederbelebung der Minigolfanlage an der Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße/Am Stierksken beitragen, lautete ein weiterer Vorschlag. Bolzplatz und Skateranlage waren weitere Ideen.

Den bereits von der CDU in der vergangenen Woche veröffentlichten Forderungen folgte auch die Versammlung am Freitag im Großen und Ganzen. Das sind:

  • Verbesserung des Geh- und Radweges am Cappenberger Damm;
  • Sanierung des Immenbrocks Richtung Mälzerstraße, mit der Einschränkung, dass er lediglich als Fuß- und Radweg auszubauen sei, um die Schulwegsituation zu verbessern;
  • Sanierung der Straße Buschkamp
  • Nein zum Abholzen eines Wäldchens hinter der Bushaltestelle gegenüber der Kreutzkamp-Gastronomie, um Wohnbebauung zu schaffen
  • Sicherung des Schul- und Kindergartenstandortes
  • altengerechtes Wohnen
  • Anbindung des Schlosses Cappenberg an die Schlösserroute
  • Gastronomie am Brauereiknapp

So geht es weiter

Und wie geht es jetzt weiter? Noch am Freitag meldeten sich neun Cappenberger, die einen Arbeitskreis bilden. Er soll die Ideen bündeln und ein Konzept entwickeln. „Dieses Konzept wollen wir der Verwaltung vorlegen und als Diskussionsgrundlage für eine Bürgerversammlung nehmen“, sagte Thorsten Hoppe im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Wichtig sei, dass es Ideen sind, die auch realisierbar und finanzierbar seien. Er sieht eine CDU-Forderung nach einem Kreisverkehr an der Einmündung Cappenberger Damm/Rosenstraße kritisch: „Das kostet 500.000 Euro und ist erst mal nicht realistisch.“

Externe Experten werden zu Rate gezogen

Der Arbeitskreis wird zu seinen nächsten Treffen auch Experten hinzuziehen. Vertreter der städtischen Planungsabteilung zum Beispiel. Auch Sebastian Graf von Kanitz wird wohl bald eine Einladung bekommen. Gastronomie am Brauereiknapp sei nicht ohne Einwilligung des Grundstückseigentümers, des Grafen von Kanitz, machbar, so Hoppe. Weitere Ideen seien übrigens willkommen, sagt Hoppe. Er nehme sie gern unter seiner E-Mail-Adresse entgegen: Hoppe-Selm@t-online.de  

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