Blutkrebs: Wichtige Spendenaktion für jungen Selmer

Für Daniel Enns

Im Sommer ist noch alles in Ordnung, Ende des Jahres dann die Diagnose: akute Leukämie. Daniel Enns aus Selm ist 19 Jahre alt, hat gerade seine mittlere Reife bestanden. Jetzt muss er weg von zu Hause, regelmäßig zur Chemo. Seit drei Monaten kämpft er gegen den Blutkrebs. Ein Spendenaufruf soll ihn unterstützen.

SELM

, 29.01.2016, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blutkrebs: Wichtige Spendenaktion für jungen Selmer

Daniel Enns und seine Freundin Jasmin Beyermann: Bei dem 19-jährigen Selmer ist im Herbst eine Leukämie-Erkrankung festgestellt worden. Diese Fotos veröffentlichte er mit seiner Freundin auf Facebook, unsere Redaktion darf sie für die Berichterstattung verwenden.

Anfang November erkrankt der junge Selmer an ALL und AML - zwei Formen von akuter Leukämie. Er muss in die Klinik, 80 Kilometer von seiner Heimatstadt Selm entfernt.

Die Familie besucht ihn täglich, versucht ihm die nötige Kraft zu geben, die er braucht für die Chemotherapie. "Die heftige und unerwartete Erkrankung gab uns als Familie einen riesen Rückschlag", schreibt die Familie Enns in einem Spendenaufruf im Internet

Knochenmarkspenden sind lebenswichtig

Und trotz des Schicksalsschlages können sie auch ein klein wenig Positives berichten in den wenigen Zeilen, die sie geschrieben haben: Anders als viele andere Leukämiekranke, die jahrelang auf einen lebenswichtigen Knochenmarkspender warten, ist bei der Typisierung innerhalb der Familie Daniels 18-jährige Schwester als potenzielle Spenderin festgestellt worden. Am Freitag sollen ihr die Knochenmarkzellen für ihren Bruder entfernt worden sein.

Daniel selbst habe an diesem Tag seine letzte Strahlentherapie bekommen, erzählt Jasmina Dinter im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Selmerin steht mit Daniel in Kontakt, ist Mitglied in dem Aktionsbündnis "Pflege am Boden" und hat zusammen mit Petra Heise eine Spendenaktion gestartet. "Meine Tochter ist mit Daniel zur Schule gegangen. Wir wollen helfen, die Familie unterstützen", so Dinter.

Die Krankenkasse zahlt die Behandlung nicht vollständig

Denn auch das wird klar in dem Spendenaufruf der Enns': Sie sind angewiesen auf finanzielle Unterstützung. "Fast monatlich müssen wir hohe Beträge für weitere Behandlungen zahlen, die leider nicht von der Krankenkasse übernommen werden", heißt es darin. "Daniel benötigt eine Zahnspange, eine spezielle Ernährung und Matratze, wenn er zurück nach Hause kommt", sagt Jasmina Dinter.

In der nächsten Woche wollen Dinter und Heise Spendendosen in mehreren Selmer Geschäften aufstellen. "Wir hoffen natürlich, dass wir auf diese Weise ein wenig Geld zusammenbekommen." Der 19-Jährige weiß von der Aktion. Und wenn Ende Februar das Geld an die Familie übergeben werden soll, wäre Daniel gerne dabei. Jasmina Dinter aber erzählt: "Er hat mir bereits gesagt, dass er es nicht schaffen wird. Daniels Körper ist zu schwach im Moment."

Kurz-Interview mit Petra Heise, Mitorganisatorin des Spendenaufrufes für Daniel Enns:

Zusammen mit Jasmina Dinter haben Sie für Daniel Enns einen Spendenaufruf gestartet. Was haben Sie geplant?

Wir vom Aktionsbündnis "Pflege am Boden" wollen die Selmer Bürger und Unternehmen aufrufen, Daniel und seine Familie zu unterstützen. Der Familie fehlen die finanziellen Mittel für eine spezielle Ernährung, einige Therapien, die gar nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Wir haben Spendendosen gestaltet, die ab dem 2. Februar in mehreren Geschäften in Selm stehen werden. Am 28. Februar ist unsere Aktion beendet. Wir werden einen "Smart Mob" für Daniel und seine Familie veranstalten, um die Spenden auszuzählen und an die Familie zu übergeben.

Was genau ist "Pflege am Boden"?

"Pflege am Boden" ist ein bundesweites Aktionsbündnis, das mittlerweile in 128 Städten vertreten ist; ein Zusammenschluss von Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten. Wir setzen uns für schwer Kranke, Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen ein. Unser Gesundheitssystem ist schon lange nicht mehr in Ordnung, deshalb wollen wir gemeinsam auf die Missstände in Deutschland aufmerksam machen.

Wie sind Sie auf Daniel Enns aufmerksam geworden?

Wir sind auf Facebook zufällig auf Daniels Seite gestoßen, haben gesehen, dass er aus Selm kommt und an Leukämie erkrankt ist. Außerdem gibt es im Internet eine Art Sammelkasse - die Homepage heißt leetchi.com. Dort hat die Familie Enns bereits einen Spendenaufruf gestartet und erklärt, wofür sie die finanzielle Hilfe benötigt.

Wo kann ich spenden?
Die Spendendosen für Daniel stehen ab Dienstag, 2. Februar, in folgenden Geschäften in Selm: Aral Tankstelle, Kreisstraße 92; Second-Hand-Laden Mondeule, Ludgeristraße 78; Werbeagentur Basemedien, Kreisstraße 78; Ergotherapie Nina Borchert, Ludgeristraße 63; Lumberjack's Diner, Kreisstraße 66.

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