Borker Asylkreis eröffnet neuen Treffpunkt: Ein Ort mit viel Leben

rnAsylkreis Bork

Der Arbeitskreis Asyl in Bork hat jetzt einen neuen Treffpunkt – und viel vor. Was genau geplant ist, war Thema bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstag.

Bork

, 16.03.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein munteres Stimmengewirr dringt am Donnerstagnachmittag von den beiden Türen, die im ersten Stock des Hauses an der Kirchplatz 3 auf den Flur zugehen, nach draußen in das Treppenhaus. Kinder lachen deutlich hörbar, blasen – schön schief – in Blockflöten, Erwachsene unterhalten sich. Die Türen zu der Wohnung, sie sind an diesem Nachmittag offen. Und genauso soll es in Zukunft auch weiterhin sein: Direkt über dem Bekleidungsgeschäft des Borker Asylkreises im Dorf hat der Verein jetzt einen neuen Treffpunkt. Und damit auch viel mehr Möglichkeiten.

Borker Asylkreis eröffnet neuen Treffpunkt: Ein Ort mit viel Leben

Viele Menschen kamen am Donnerstag zur Eröffnung des neuen Treffpunktes des Arbeitskreises Asyl in Bork. © Marie Rademacher

Mitten in dem sympathischen Gewusel steht am Donnerstag Margret Goldstein, Mitarbeiterin des AK Asyl in Bork, schüttelt Hände, begrüßt die Hereinkommenden – es werden immer mehr – mit einem Lächeln. Vorher, so erzählt sie, sei in den Räumlichkeiten, die jetzt als Treffpunkt dienen, einen Art Lager gewesen. Kleidungsstücke, die unten in dem Geschäft angeboten werden, waren hier untergestellt. „Aber das war einfach zu schade“, sagt Margret Goldstein. Irgendwann kam dann die Idee auf: Warum aus der Wohnung nicht eine Begegnungsstätte machen?

Gesprächskreis findet schon dort statt

Die Stadt als Eigentümerin des Hauses hatte nichts dagegen. „Die Männer haben hier ein bisschen renoviert“, sagt Margret Goldstein. Und dann konnte es schon losgehen. Die Deutschkurse von Georg Fleiter-Morawietz beispielsweise finden schon einmal wöchentlich in den Räumlichkeiten statt. „Das ist echt super für unseren Gesprächskreis“, erklärt er – zwischen Tür und Angel – bei der Eröffnung. Menschen im Alter von 22 bis 55 – aus Eritrea, dem Kongo, aus Aserbaidschan, aus Syrien und anderen Ländern stammend – kommen bei diesem Kreis zusammen, lernen gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre. „Es kommt über die Musikschule jetzt auch Kerstin Kappenberg und singt mit uns“, erzählt der ehemalige Lehrer Georg Fleiter-Morawietz und lächelt. Die Chorleiterin singt mit dem Deutschlernenden beispielsweise Volkslieder. Auch eine Art, die Sprache näherzubringen.

Borker Asylkreis eröffnet neuen Treffpunkt: Ein Ort mit viel Leben

Der Künstler Samer Alchoufi hat für die Bilder an der Wand gesorgt. © Marie Rademacher

An dem großen Tisch im Esszimmer, das an die kleine Küche grenzt, sitzen Hiyam Hagi (35) und Mnera Hamke (40). Regelmäßig kommen die beiden Borkerinnen, die aus Syrien nach Deutschland gekommen sind, zu den Angeboten des AK Asyl. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier einen Kochkurs und einen Nähkurs machen könnten“, erzählt Hiyam Hagi.

Öffnungszeiten
  • Das Geschäft des Arbeitskreises Asyl in Bork, Hauptstraße 22, ist immer montags von 10 bis 12 und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Zeitgleich ist auch das Büro, das an das Geschäft angeschlossen ist, geöffnet.
  • Hinzu kommt der neue Treffpunkt, der die Adresse Kirchplatz 3 hat, sich aber im gleichen Gebäude befindet. Zu den Öffnungszeiten des Geschäft ist er ebenfalls offen.

Ideen wie diese stehen auch schon auf dem Whiteboard in einem der Gruppenräume. Während ein anderer Mitarbeiter des AK am Tisch einen Mann berät, schaut Monika Heitmann, die Vorsitzende des Vereins, auf dieses Bork und erläutert, was den Mitarbeitern für die Zukunft der Räume so vorschwebt.

Eine Schwangerschaftsberatung wird es geben, das steht schon fest. Dann, wenn das Geschäft unten geöffnet ist, wird eine Mitarbeitern des Sozialdienstes katholischer Frauen im Treffpunkt für Fragen von Schwangeren zur Verfügung stehen. In dem Spielraum – der unschwer durch allerlei Spielzeug, Bücher, Puppen und Kuscheltiere als solcher zu erkennen ist – soll eine Spielgruppe stattfinden. Nachhilfe, eine Männerrunde, Infoveranstaltungen, ein Eltern-Kind-Treffen, eine Kreativ-Gruppe: Auch das steht auf dem Whiteboard, auch dafür wird also im Treffpunkt Platz sein.

Ein Ort voll Leben

Wichtig ist dem Arbeitskreis noch, dass die geflüchteten Menschen sich bei dem Treffpunkt genauso einbringen wie die aus dem Verein. „Einer hat zum Beispiel hier die Vorhänge genäht“, erklärt Monika Heitmann. Und Samer Alchoufi, ein aus Syrien stammende Künstler, der schon seit einigen Jahren in Bork lebt, hat den Treffpunkt mit seinen bunten Bildern verschönert. Er selbst konnte am Donnerstag zwar nicht da sein. Dafür kamen aber viele andere: Bei der Eröffnung schon war die Wohnung voll Menschen. Voll Kultur. Voll Leben.

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