Borker Integrationstreffpunkt sucht neue Räume

Fragen und Antworten

Flüchtlinge finden hier Kleidung und Haushaltswaren zum kleinen Preis. Und offene Ohren für Gespräche. Der Kleider- und Haushaltsladen des Asylkreises Bork am Borker Marktplatz ist ein Integrationstreffpunkt geworden. Das Problem: Im Mai nächsten Jahres wird es dieses Angebot an diesem Standort nicht mehr geben.

BORK

, 14.11.2016, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Waren präsentiert der Asylkreis Bork auf beengtem Raum.

Die Waren präsentiert der Asylkreis Bork auf beengtem Raum.

Im Zuge der Überplanung des Marktplatzes soll das Gebäude abgerissen werden, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann. An dieser Stelle plant die Caritas ein Pflegeheim. Wohin aber mit dem Kleider- und Haushaltsladen? „Wir suchen neue Räume“, berichtete Monika Heitmann für den Asylkreis am Montag.

Ihre Hoffnung sei, dass es Menschen gibt, die dem Asylkreis Räume am besten im Borker Ortskern zur Verfügung stellt. Denn: „Wir wollen das Angebot weiterführen.“ Es gebe zwar Ideen und einige Gespräche, aber konkret sei noch nichts.

Umso wichtiger sei, dass sich jemand meldet, der Räume zur Verfügung stellen kann. „Wir können keine Miete zahlen. Maximal einen kleinen Beitrag zu Nebenkosten“, erklärt Monika Heitmann. Der Asylkreis arbeitet ehrenamtlich. 

Wie müssten die Räume beschaffen sein?

„Wir benötigen schon 70 bis 100 Quadratmeter. Denn es wäre schön, wenn wir auch Lagerfläche hätten.“ In der Tat: In den beiden Läden am Borker Marktplatz stapeln sich die Waren.

Wer nutzt das Angebot?

„Es sind Flüchtlinge, die im Übergangsheim Auf dem Südfeld und in Bork in eigenen Wohnungen leben“, sagt Monika Heitmann. Es kommen aber auch Flüchtlinge aus Selm. Und: „Vereinzelt kommen auch deutsche Bedürftige.“

Was gibt es in den Läden zu kaufen?

„Bekleidung für Frauen, Männer und Kinder gibt es im Kleiderladen. Im Haushaltsladen nebenan gibt es Töpfe, Geschirr, Besteck und Ähnliches. Für viele, die eine Wohnung bekommen haben, ist das eine gute Gelegenheit, ihren Hausstand mit zu gründen“, erzählt Monika Heitmann.

Wo kommen die Sachen her?

„Wir fahren häufig zu Haushaltsauflösungen, bei denen wir Haushaltsartikel mitnehmen. Die Kleidung bekommen wir von Spendern. Zum Beispiel auch von Flüchtlingsfamilien, wo die Kinder aus der Kleidung raus gewachsen sind, oder die in ihre Heimatländer zurück müssen und gar nicht alles mitnehmen können.“

Warum ist es so wichtig, das Angebot weiterzuführen und dafür neue Räume zu finden?

„Es ist nicht nur, dass die Menschen sich Kleidung und Haushaltswaren für ein geringes Entgelt mitnehmen. Am Tisch im Haushaltsladen finden immer Gespräche statt.“ Es habe sich zum Treffpunkt entwickelt. Im Sommer hätten sich die Leute draußen vor der Tür hingesetzt und miteinander geredet. Es gebe immer Kaffee. Bei den Gesprächen gehe es nicht immer um Probleme. „Die Leute kommen, um uns zu treffen, um andere zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Wann haben Kleider- und Haushaltsladen geöffnet?

„Immer montags von 10 bis 12 Uhr. Außer, es ist ein Feiertag."

Wer stemmt die Arbeit in den Läden?

„Ein gutes Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter sind verlässlich vor Ort“, sagt Monika Heitmann. Insgesamt sei der Asylkreis Bork 35 Mitglieder stark.

Wozu nutzt der Asylkreis das Geld, das er von den Flüchtlingen für die Kleidung und Haushaltswaren bekommt?

„Zum Beispiel, um, wie kürzlich geschehen, Handschuhe und Socken zu kaufen. Die bekommen wir nämlich eher nicht gespendet.“

Warum engagieren sich Menschen im Asylkreis und für die beiden Läden?

Da hat Christina Jockheck, ehrenamtliche Mitarbeiterin, eine klare Meinung: „Zu sagen, die Flüchtlinge integrieren sich nicht, kann jeder. Besser ist es, ein bisschen was zu machen und zu helfen.“ Außerdem mache es im Team Spaß. Kopfnicken bei Margret Goldstein: „Hier wird Integration gelebt.“

Und wie finden die Flüchtlinge das Angebot des Kleider- und Haushaltsladens?

„Ich komme jeden Montag hierhin“, erklärt Hiyam Hagi. Die Syrerin ist seit neun Jahren in Bork und wohnt jetzt mit ihrer Familie in einer eigenen Wohnung in Bork. Warum sie jeden Montag kommt? „Ich komme gern wegen der Leute hier. Es ist ein guter Treffpunkt.“  

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