Borker Partnerschaft und Hilfe für sambische Gemeinde Mandevu trägt Früchte

Redakteur
Die Schulbildung dieser Kinder ist auch dank der Unterstützung durch die Gemeinde St. Ludger möglich.
Die Schulbildung dieser Kinder ist auch dank der Unterstützung durch die Gemeinde St. Ludger möglich. © Mandevu-Kreis Bork
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Mandevu ist ein Ortsteil der Hauptstadt Lusaka, in dem vorwiegend arme Familien in ganz einfachen Verhältnissen leben. Die Partnerschaft zwischen den Pfarrgemeinden Holy Family Parish in Mandevu in Sambia und St. Stephanus in Bork, jetzt St. Ludger Selm, besteht nun schon seit 45 Jahren und ist mit diesen Jahren gewachsen.

Getragen wird die Zusammenarbeit mit Sambia durch den Mandevu-Kreis, der sich in dieser Form vor über mehr als 30 Jahren zusammenfand. Größter Aktiv-Posten in Bork ist jedoch die Gruppe „Frauen helfen Frauen“.

„Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind neben den gemeinsamen Gebeten und den gegenseitigen Besuchen in den letzten Jahren die Schulbildung junger Menschen sowie caritative und medizinische Hilfestellungen“, berichtet Dr. Friedhelm Heitmann vom Mandevu-Kreis Bork. Die Phase der Unterstützung bei Bauprojekten sei abgeschlossen. Zuletzt sei auf dem Kirchengelände eine Grundschule gebaut worden, die insbesondere minderbemittelten Familien mit ihren Kindern den Zugang zur Bildung sichere. Diese Schule biete Platz für 300 Schüler.

Diese Kinder und Jugendlichen tragen ihre neuen Trainingsanzüge mit großer Freude.
Diese Kinder und Jugendlichen tragen ihre neuen Trainingsanzüge mit großer Freude. © Mandevu-Kreis Bork

Die medizinische Versorgung in Sambia habe sich dahingehend verbessert, dass die Medikamente für viele Erkrankungen in den Apotheken vor Ort gekauft werden können oder vom Staat bereitgestellt werden. Das Thema Aids habe seinen bisherigen hohen Stellenwert verloren. Somit seien die finanziellen Mittel und Medikamentensendungen über die Aktion Medeor aus Deutschland zurzeit nicht notwendig. „Die Hoffnung bleibt, dass durch die Gesundheits-Aufklärung über Aids und die Therapie es in Zukunft weniger Waisen in Mandevu geben wird“, sagt Heitmann.

Wiederaufleben der intensiven Beziehungen

„Nun kommt es zu einem Wiederaufleben der intensiven Beziehungen durch den neuen Priester Tomy, einem indischen Pallottiner, der seinen Vorgänger abgelöst hat auf Wunsch der Pfarrgemeinde Holy Family Parish Mandevu“, berichtet der Borker. „Father Tomy ist es wichtig, dass ein reger Austausch mit dem Mandevu-Kreis in Bork stattfindet. Die caritative Unterstützung unterschiedlicher Art bleibt weiterhin ein Bestandteil der Partnerschaft.“

Schwerpunkt sei weiterhin die Ausbildung von Schülern aus ärmeren Familien sowie die Unterstützung der eigenen Grundschule auf dem Kirchengelände der Pfarrgemeinde. Mandevu bestehe aus 21 Basisgemeinschaften. „Durch jede Gemeinschaft wird ein Schüler oder eine Schülerin ausgesucht, um mit Borker Unterstützung die Schule besuchen zu können“, führt Friedhelm Heitmann aus. „Die Hilfe beinhaltet die Schuluniform, Schulmaterial, Schulgeld und eine warme Mahlzeit.“

Hilfe für Mandevu

  • Eine finanzielle Unterstützung für die Kinder in Mandevu ist möglich über das Spendenkonto der Kirchengemeinde St. Ludger Selm, Stichwort Mandevu: IBAN DE91 4415 7370 0015 0117 45.
  • Ansprechpartner vor Ort für den Mandevu-Kreis sind: Irmgard Matenar, Tel. 02592/ 7571, und Friedhelm Heitmann, Tel. 02592/ 61171.

Abitur mit guten Abschlüssen geschafft

Und es gebe gute Neuigkeiten aus Mandevu: „Sieben Schüler und Schülerinnen haben jetzt nach 12 Jahren, dank der finanziellen Hilfe aus Bork, mit guten Abschlüssen ihr Abitur geschafft.“ Sie möchten ein Studium im Bereich Journalismus, Medizin, Pflegewissenschaft, Physiotherapie, Bauingenieur sowie Agrar- und Betriebswirtschaft beginnen. „Hierzu bitten sie um eine Hilfe zur Finanzierung, da sie selbst oder ihre Familien das Geld nicht aufbringen können. Später haben sie die Chance, ein Stipendium vom Staat zu verhalten.“

Den Mandevu-Kreis in Bork haben Briefe der Abiturienten erreicht, in denen sie von ihren Zukunftsplänen berichten. Sie bedanken sich alle ganz persönlich für die finanzielle Unterstützung, die es ihnen ermöglichte, die Schule zu absolvieren.

Auszüge aus den Briefen:

Rachael Kalaba: „Ihr habt der ganzen Welt gezeigt, dass auch Waisenkinder das Recht auf eine Ausbildung und eine Zukunft haben. All das wäre nicht möglich gewesen ohne eure langjährige finanzielle Unterstützung. Ich bin, was ich bin, durch eure Liebe und Unterstützung. Mein Traum ist es, klinische Medizin zu studieren.“

Patrica Mwanza: „Ohne Eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, die Schulbildung bis zur 12. Klasse zu schaffen.
Patrica Mwanza: „Ohne Eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, die Schulbildung bis zur 12. Klasse zu schaffen.“ © Mandevu-Kreis Bork

Patrica Mwanza schreibt: „Ohne Eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, die Schulbildung bis zur 12. Klasse zu schaffen. Ich habe mich immer bemüht, gute Noten zu bekommen. Jetzt möchte ich gerne ein Ingenieurstudium mit Schwerpunkt Tiefbau beginnen. Dies ist nur möglich, wenn Ihr mich weiterhin unterstützt.“

Jane Malulu:
Jane Malulu: „Ich möchte mich gerne bedanken für die großartige Unterstützung, die ihr mir gegeben habt.“ © Mandevu-Kreis Bork

Jane Malulu richtet folgende Worte an die Borker: „Ich möchte mich gerne bedanken für die großartige Unterstützung, die ihr mir gegeben habt. Für die Liebe und Hilfe, die es mir ermöglicht hat, meine schulische Ausbildung zu beenden. Zurzeit bewerbe ich mich für eine 4jährige Ausbildung zur Krankenschwester. Ich habe aber momentan noch keine Vorstellung, wie ich die Kurse finanzieren soll.“

Am Wochenende 24./.25. September werden Irmgard Matenar, die mehrmals in der Partnergemeinde Mandevu gewesen und Hauptanlaufstelle für die Mail-Post ist, sowie Michael Lange in allen Messen in der Pfarrgemeinde St. Ludger Selm über die Entwicklungen in Mandevu und zum aktuellen Stand der Partnerschaft berichten.