Bürgerbus für Selm: Projekt biegt offenbar auf die Zielgerade

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Es war im November 2019, als Bürgermeister Mario Löhr ein wichtiges Projekt ins Gespräch brachte: die Gründung eines Bürgerbus-Vereins. Was ist aus der Ankündigung geworden?

Selm, Bork

, 20.02.2020, 09:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt noch viel zu tun in Sachen Bürgerbus-Verein. Das haben die Recherchen der Redaktion ergeben. Aber: „Wir sind schon sehr weit vorne angekommen“, freut sich Gregor Franzen von der Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB). Wenn es an die Vereinsgründung gehe, müssten die Bürger zwangsläufig mit ins Boot. Schließlich geht es um den Bürgerbus. Doch bis dahin wollen die treibenden Kräfte aus der Bürgerschaft nicht zu viel Wind und Wirbel verursachen. „Das Ganze wird ja schließlich auch von der Stadt mitbezahlt“, machte Franzen im Gespräch mit der Redaktion deutlich.

Das Thema Bürgerbus ist nicht neu für Selm

Vor rund sieben Jahren war das Thema Bürgerbus schon einmal im Gespräch gewesen, ohne jemals realisiert zu werden. Richtig in das Thema eingefuchst hat sich einer der damaligen Initiatoren, Stefan Kühnhenrich, der die Freunde der Interessensgemeinschaft in der vergangenen Woche auf Stand brachte. „Am Konzept arbeitet Julia Schmidt von der Stadt. Sie gleicht auch ab, was damals schon war und heute noch genutzt werden kann“, hält Kühnhenrich den Ball absichtlich flach und überlässt der Mobilitätsbeauftragten der Stadt Selm das Feld.

„Ich kann für die IG nur sagen, dass wir das Projekt Bürgerbus in jedem Fall unterstützen, praktisch wie ideell.“ Doch dazu müsse erst das Konzeptionelle erarbeitet worden sein. „Aus den Gesprächen wurden aber viele Ideen schon entwickelt. Details dazu werden wir sicher in den nächsten Wochen und Monaten bekannt geben können.“

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Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie der Sachstand ist. Antwort des Stadtsprechers Malte Woesmann: „Der Bürgerbus soll eingerichtet werden. Dazu muss ein Verein gegründet werden. Wir haben uns natürlich konzeptionell Gedanken gemacht, was es für Ziele gibt, die erreicht werden sollten, zum Beispiel die Bahnhöfe oder den Markt. Die Routen sind aber noch nicht abgesprochen und auch über Tarife oder ähnliches wird erst nach Vereinsgründung gesprochen.“

Vorgegebene Strukturen und Abläufe sind einzuhalten

Wie zügig kommt die Stadt denn bei der Planung voran? „Es gibt grundsätzlich vorgegebene Strukturen und Abläufe, die man bei Einrichtung eines Bürgerbusses einhalten muss“, erklärt Woesmann. „Das dauert seine Zeit.“ Noch offen sei auch die Busausstattung. Die Weichen müssten auch noch bei der Anschaffung des Fahrzeuges und für die Genehmigung durch die Bezirksregierung gestellt werden.

In welchen Bereichen ist man auf einem guten Weg? Laut Malte Woesmann laufen Vorgespräche, wurden konzeptionelle Ideen bereits gefasst, wurde Kontakt mit anderen Bürgerbusvereinen aufgenommen, seien Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Unna informiert.

Allerdings hat Inga Fransson, Sprecherin der VKU, von der Redaktion nach einem Statement gefragt, geantwortet: „So wie es ausschaut, ist noch niemand auf uns zugekommen. Das Projekt Bürgerbus für Bork ist bei uns im Haus noch keinem bekannt.“

Vereinsgründung in der ersten Jahreshälfte

Aus Sicht der Stadt jedoch wird das Projekt Bürgerbus konkret: „Der Verein soll in der ersten Jahreshälfte gegründet werden“, berichtet der Stadtsprecher. Die Stadt könne auf die Erfahrung von Bürgerbusvereinen aus der Umgebung zurückgreifen. Woesmann verweist auch auf die Ideen, die es gegeben habe, einen Bürgerbusverein aufzubauen.

Die IGBB signalisiert ja in jedem Fall Unterstützung - sowohl personell als auch ideell. Reicht das aus Sicht der Stadt zur Verwirklichung? „Nein“, sagt Woesmann, „es müssen viele Akteure zusammenarbeiten“. Am wichtigsten werde es sein, eine ausreichende Anzahl an Fahrern und Fahrerinnen zu bekommen, die ehrenamtlich aktiv sind. Der Wunsch sei aber, dass der erste Bürgerbus noch in diesem Jahr auf Tour geht.

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