Bunte Stein-Schlangen sollen Selmer in der Corona-Krise aufheitern

rnBunte Stein-Schlangen

Man sieht sie inzwischen vielerorts: bunte Stein-Schlangen. In der Corona-Krise sollen sie die Menschen aufheitern. Im Selmer Stadtgebiet gibt es inzwischen schon zwei davon.

Selm, Bork

, 12.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Runden zieht sich die Schlange aus bunten Steinen inzwischen um den Wasserhahn an der Friedenskirche in Selm. Die ersten 15 Steine hat Sabrina Kümmel mit ihren Töchtern Lea (5) und Sophie (7) am 3. April dort abgelegt. Inzwischen sind handgezählte 208 weitere Steine dazugekommen.

„Ich habe die Stein-Schlange in Bork mit meinen Töchtern gesehen und wir haben gedacht, das können wir auch bei uns machen“, sagt Sabrina Kümmel. Gemeinsam haben sie sich dann für den Standort an der Friedenskirche entschieden. „Ich habe überlegt, wo die Stein-Schlange gut hinpassen würde, und wo sie auch nicht sofort kaputt gemacht wird“, so Kümmel. Somit war die zweite Stein-Schlange im Selmer Stadtgebiet „geboren“.

Susanne Kümmel (r.) hat die Idee in Bork gesehen und mit ihren Töchtern in Selm damit begonnen, eine zweite Stein-Schlange zu errichten.

Susanne Kümmel (r.) hat die Idee in Bork gesehen und mit ihren Töchtern in Selm damit begonnen, eine zweite Stein-Schlange zu errichten. © Marcel Schürmann

Grün bemalter Stein bildet Schlangen-Kopf

Den ersten Stein malte Kümmel mit ihren Töchtern grün an. Noch ein Paar Augen drauf gemalt und zwei Nasenlöcher - schon war der Schlangenkopf fertig. Sie legten auch einen Zettel in Schutzfolie dort ab mit den Worten: „Wir können uns zwar nicht treffen, aber Steine zeigen, wie nahe wir uns doch sind.“

„Schon vier Stunden nachdem wir angefangen haben, lagen da schon weitere Steine“, so Kümmel. Am Gründonnerstag (9.4.) waren so viele Steine zusammengekommen, dass die Schlange seither eine zweite Runde um den Wasserhahn zieht.

Stein-Schlange auseinander geschossen

Der Wunsch, dass die Schlange nicht kaputt gemacht wird, hat sich leider nicht erfüllt. „Ein Jugendlicher hat die Stein-Schlange schon mal auseinander geschossen. Er wurde dabei beobachtet. Als wir das Resultat gesehen haben, waren die Kinder total geknickt“, erzählt Susanne Kümmels Ehemann Christian. „Aber gemeinsam haben wir die Schlange nach und nach wieder zusammengelegt.“

Viele Selmer wissen noch gar nicht, dass es an der Friedenskirche eine zweite Stein-Schlange gibt. Denn an den ersten Stein der Schlange am Alten Markt in Bork sind bis Karsamstag (11.4) schon 687 weitere handgezählte, bunte Steine abgelegt worden. Initiatorin war hier Meike Zimpel.

Kommunizieren, ohne dass man sich trifft

Woher hatte sie die Idee, die Stein-Schlange zu errichten? „Tatsächlich habe ich es mir nicht irgendwo abgeguckt, sondern bin selber auf die Idee gekommen. Es gibt ja schon seit einigen Jahren die Facebook-Gruppe Selm Rocks, wo es darum, geht, bunte Steine zu verstecken und zu suchen“, sagt sie.

In Bork am Alten Markt zieht die Stein-Schlange schon ihre dritte Runde.

In Bork am Alten Markt zieht die Stein-Schlange schon ihre dritte Runde. © Marcel Schürmann

„Deshalb kam ich darauf, diese Steine an einem Ort abzulegen. Mein Sohn Luke kann zurzeit nicht wirklich mit seinen Freunden kommunizieren. Ich wollte ihm mit dieser Stein-Schlange zeigen, dass es auch möglich ist, miteinander zu kommunizieren, selbst wenn man sich nicht trifft“, erzählt Zimpel. Dass diese schöne Idee solche Kreise annehmen könnte, damit hat Zimpel nicht gerechnet.

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