Cappenberger Dorfladen: Viel Unterstützung für Idee

Genossenschaft geplant

Wird es gelingen, eine Genossenschaft zu gründen, unter deren Dach dann ein Dorfladen in Cappenberg als Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeit eingerichtet werden kann? Dafür wurde am Sonntag die Werbetrommel gerührt - bei einem Dorfladenfest. Und die Resonanz war größer als erwartet.

CAPPENBERG

, 06.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Cappenberger Dorfladen: Viel Unterstützung für Idee

Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren - beim Dorfladenfest.

Die Idee einer Dorfladen-Genossenschaft war geboren worden, weil Martin Maßmann bisher den Laden allein geführt hat. „Das ist aber kein tragfähiges Konzept für die Zukunft“, so der Betreiber. Also soll eine gemeinschaftliche Lösung her: Eine Genossenschaft soll das Geld dafür bereitstellen, dass der Laden umgebaut und an die Bedürfnisse der Cappenberger angepasst wird. Dafür haben die Initiatoren in der vergangenen Woche Fragebögen in den Haushalten Cappenbergs, Langerns und Netteberges verteilt. 

Rund 200 Leute kamen

Am Sonntag gab es dann ein Dorfladenfest: Die Ideengeber haben vor dem jetzigen Lebensmittelladen Maßmann an der Rosenstraße über ihre Initiative und den Stand der Dinge informiert. Im Vorfeld hatte sich Maßmann zuversichtlich gezeigt: „Die Euphorie bei den Bürgern ist nach wie vor riesig. Ich habe mittlerweile Kunden, die bisher noch gar nicht hier waren und die das ganze Projekt unterstützen möchten. Wir erfahren gute Unterstützung auch aus Langern und Netteberge.“

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Eindrücke vom Dorfladenfest in Cappenberg

Rund 200 Besucher sind am Sonntag zum Dorfladenfest in Cappenberg gekommen. Vor dem Lebensmittelladen von Martin Maßmann an der Rosenstraße informierte die Initiative über den Stand der Dinge - gemeinsam will man eine Genossenschaft gründen, um aus dem Geschäft einen Dorfladen zu machen, der an die Bedürfnisse der Bürger angepasst ist.
05.06.2016
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Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren.© Foto: Vanessa Trinkwald
Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren - beim Dorfladenfest.© Foto: Vanessa Trinkwald
Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren.© Foto: Vanessa Trinkwald
Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren.© Foto: Vanessa Trinkwald
Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren.© Foto: Vanessa Trinkwald
Neues zum geplanten Dorfladen in Cappenberg haben die Bürger am Sonntag erfahren.© Foto: Vanessa Trinkwald
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Und so kam es auch: „Es waren rund 200 Leute da, mehr als ich erwartet hatte“, sagte kurz vor Ende des Festes Mitorganisator Bernd Holtwick im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und diejenigen, die die Idee nicht gut finden, sind erst gar nicht hier“, sagte Besucherin Isolde Pinno. Sie selbst finde die Überlegung eines Dorfladens „ganz toll“. Den Fragebogen darüber, wie sich die Menschen in Cappenberg den Laden vorstellen, habe sie schon ausgefüllt.

Umfrage läuft noch diese Woche

Bis Ende dieser Woche können die Bürger noch an der Umfrage teilnehmen – auch online. Der Fragebogen zum geplanten Dorfladen in Cappenberg kann auch online unter www.dorfladen-cappenberg.de ausgefüllt werden.

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Mittlerweile gibt es drei Arbeitsgruppen für die Themenfelder „Kommunikation und Information“, „Satzung und Gründung der Genossenschaft“ und „Businessplan, Kosten und Investitionen“. Diese drei Gruppen arbeiten laut Maßmann parallel und treffen sich derzeit alle zwei Tage. Maßmann: „Es geht voran, wir sind ein Stück weiter gekommen.“

Wie viele Menschen nötig sind, um eine Genossenschaft zu gründen, hänge von der Höhe der notwendigen Investitionen ab. Letztendlich also von den Wünschen der späteren Dorfladen-Kunden zu Sortiment und Dienstleistungen, wie Martin Maßmann erklärt. Anhand der Ergebnisse der Fragebogen-Aktion wolle man das Geschäftsmodell ausarbeiten und den Umbau des Ladens an der Rosenstraße kalkulieren, so Bernd Holtwick. Erst danach soll die Genossenschaft gegründet werden. „Wir müssen natürlich schauen, wie teuer der Umbau wird, um sagen zu können, wie viele Genossenschaftsmitglieder wir brauchen“, erklärt Holtwick.

Rund 400 Mitglieder notwendig

Derzeit rechne er mit rund 400 Leuten, die sich an der Genossenschaft beteiligen, einen Beitrag zahlen und sich dazu verpflichten, das Projekt voranzutreiben. Heißt: im Laden einkaufen zu gehen. „Es geht nicht um eine Beteiligung an der Mitarbeit im Laden“, stellte Holtwick klar. Und: Das finanzielle Risiko liegt bei Null. Sollte die Genossenschaft bei zu wenigen Investoren nicht gegründet werden können, „bekommt natürlich jeder sein Geld auch wieder zurück“, so Holtwick.

 

Für Besucherin Isolde Pinno stand am Sonntag bereits fest, zu investieren. „Weil ich es einfach wichtig finde, dass die Nahversorgung im Ort gewährleistet ist“, so die 58-Jährige. „Ich bin auch gerne bereit, für regionale Produkte etwas mehr zu bezahlen.“

Die Idee einer kleinen Postfiliale innerhalb des Ladens war am Sonntag übrigens auch Thema. Holtwick: „Dafür wären wir aber auf jeden Fall auf politische Unterstützung angewiesen.“

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