Cappenberger hat Ärger mit dem Paketdienst DPD

Lieferungen bleiben aus

Christian Bönninghoff aus Cappenberg ist frustriert. Er hat geschrieben, immer wieder telefoniert – doch vergebens. Lange hat er gewartet, um mit seinem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn sein Zwist mit dem Paketzustelldienst DPD zieht sich inzwischen seit fast zwei Jahren hin. Hier gibt es die ganze Geschichte.

CAPPENBERG

, 04.07.2017, 15:24 Uhr / Lesedauer: 3 min
Cappenberger hat Ärger mit dem Paketdienst DPD

Mal wieder stehen Christian Bönninghoff und Marina Redemann mit leeren Händen da. Immer wieder liefert ihnen der Paketdienst DPD nicht ihre Bestellungen.

Christian Bönninghoff wohnt mit seiner Lebensgefährtin Marina Redemann in einem Zweifamilienhaus am Emtingsweg in Cappenberg. In der Wohnung über dem Paar wohnt seit einiger Zeit mit Maria Bönninghoff auch die Mutter des 29-Jährigen. Der Emtingsweg ist eine Querstraße des Cappenberger Damms, liegt nicht außerhalb des Ortes. Das rot geklinkerte Haus mit der Nummer 26 steht zu Beginn der Felder, die Zufahrt ist zwar etwas schmal, das Haus aber gut erreichbar und auch von der Straße direkt zu sehen.

Christian Bönninghoff, der seit 2011 in dem Haus wohnt, und seine Freundin Marina Redemann, die 2016 zu ihm gezogen ist, bestellen regelmäßig Dinge im Internet. „Das ist ja heutzutage auch normal“, sagt der Kfz-Mechaniker im Gespräch. Bestellt werden zum Beispiel Kleidung, Geschenke, Deko-Artikel, Spiele für die Konsole, Hundespielzeug oder spezielles Tierfutter für den Vierbeiner mit Allergie. „Drei bis vier Pakete erreichen uns in der Woche schon“, schätzt Christian Bönninghoff.

Auch ein Weihnachtsgeschenk nicht pünktlich angekommen

Allerdings kommen nicht alle Pakete an. „Wir haben unglaubliche Probleme mit dem Paketdienst DPD“, schildert Bönninghoff. Gleich mehrere Fälle kann er schildern, in denen er Pakete überhaupt nicht oder viel zu spät bekommen hat – darunter auch ein Weihnachtsgeschenk, das trotz garantierter Zustellung erst nach dem Fest angekommen sei.

Dabei bietet DPD einen guten Service. Bei dem Paketdienst ist eine Sendungsverfolgung per GPS möglich. Der Kunde kann also am Computer von zuhause aus verfolgen, wo das Fahrzeug mit dem Paket gerade ist. „Wenn das schon angeboten wird, habe ich das auch gemacht“, schildert Bönninghoff. So habe er gesehen, wie der DPD-Wagen mit seiner Bestellung nur eine Straße von seinem Haus entfernt gewesen, doch „einfach wieder gefahren ist“.

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Einen weiteren Fall schildert Maria Bönninghoff, die ein großes Windlicht im Internet bestellt hatte, auf die Lieferung wartete und irgendwann feststellen musste, dass das Paket von dem Kurier in einem DPD-Paketshop abgegeben worden war, ohne eine Benachrichtigungskarte auszustellen. Maria Bönninghoff wusste also von nichts. Das Paket ging zurück an den Versender. „Das ganze Hin und Her hat dann sechs Wochen gedauert“, sagt sie.

Mit keinem anderen Dienst gibt es Schwierigkeiten

„Wir haben ansonsten mit keinem anderen Dienst Schwierigkeiten“, sagt Christian Bönninghoff und schildert seine Unternehmungen in der Sache. Erst versuchte er es mit Anrufen bei der Hotline von DPD. Warteschlange. Und während eines Telefonats sei sogar einmal mitten im Gespräch aufgelegt worden. Bönninghoff versuchte es direkt beim Depot in Marl – schriftlich. Eine Stellungnahme blieb aus.

Entkräften kann er zudem die Erklärungsversuche des Unternehmens. Der Ansatz, er sei während des Sendungsversuchs nicht zuhause gewesen, scheide aus, da Bönninghoff dem Paketdienst eine Abstellgenehmigung erteilt hat. Das bedeutet, dass Pakete auch bei Abwesenheit am Haus gelassen werden dürfen. Er habe sich deshalb auch schon gefragt, ob es vielleicht etwas Persönliches sei.

Schmaler Anfahrtsweg scheidet als Grund aus

Auf die Frage, ob es an der schmalen Straße vor dem Haus liegen könne, dass die Transportfahrzeuge das Haus vielleicht nicht erreichen könnten, sagt Bönninghoff: „Hier kommt eigentlich jeder hin. Ansonsten hätten wir ja auch Probleme mit anderen Paketdiensten oder der Post.“ 

Auf Anfrage unserer Redaktion äußert sich DPD-Pressesprecher Thomas Pinz folgendermaßen: „Wenn eine Zufahrt eng ist oder keine Wendemöglichkeit besteht, soll der Zusteller den nächstmöglichen Parkplatz wählen, um das Paket an der Haustür zuzustellen.“

Das rät die Verbraucherzentrale Lünen in solchen Fällen

Hinlänglich bekannt ist das Thema Paket-Ärger bei der Verbraucherzentrale Lünen, die auch für Cappenberg zuständig ist. „Wir können Verbrauchern nur empfehlen, sich mit ihrem Problem zu melden – sich schriftlich an den entsprechenden Paketdienst zu wenden oder mit der Verbraucherzentrale in Kontakt zu treten“, sagt Pia Melchert von der Verbraucherzentrale.

Denn die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat extra eine Internetplattform zum Thema eingerichtet. Auf der Seite werden Beschwerden – mit egal welchem Dienst – nicht nur aufgelistet, Paketdienste werden auch um Stellungnahme gebeten.

Die Reaktion von Christian Bönnninghoff bleibt vorerst: Der 29-Jährige will weiter bewusst darauf achten, dass er im Internet nur bei Shops zu bestellen, die nicht per DPD verschicken. Beim Internetversandhandel Amazon hat er sich sogar erkundigt, mit welchem Dienst dort primär verschickt werde. „Zufallsprinzip“ habe die Antwort gelautet. Das ist natürlich nicht so einfach.

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