„Unverantwortlich“: CDU kritisiert Gesamtschulplan von SPD-Bürgermeisterkandidat Orlowski

Selmer Gesamtschuldiskussion

Braucht Selm eine Gesamtschule? SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Orlowski meint: Ja. Die CDU hat ebenfalls eine klare Meinung.

Selm

24.06.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Unverantwortlich“: CDU kritisiert Gesamtschulplan von SPD-Bürgermeisterkandidat Orlowski

Die CDU fordert, dass die Sekundarschule sich entwickeln kann und nicht durch eine Gesamtschule ersetzt wird. © Arndt Brede (Archiv)

Orlowski hatte Anfang Juni überraschend den Vorstoß gemacht, sich für die Gründung einer Gesamtschule stark zu machen.

Gegenüber der Redaktion hatte er sich zudem klar positioniert, was die Sekundarschule betrifft: „Ich möchte eine Gesamtschule anstatt einer Sekundarschule in Selm etablieren“, hatte er damals gesagt.

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CDU: Bewusst Verunsicherung in Kauf genommen

Nun legt die CDU Selm in einer Stellungnahme ihre Haltung dazu dar: „In dem Bemühen, im Zusammenhang mit seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt ein eigenes programmatisches Profil zu entwickeln, entfacht Thomas Orlowski die Diskussion um die Einrichtung einer Gesamtschule aufs Neue. Er nimmt damit bewusst eine Verunsicherung von Schülern, Eltern und Lehrerschaft an den bestehenden Schulformen in Kauf.“

Weiter heißt es in der Stellungnahme unter anderem: „Die Daseinsberechtigung einer noch im Aufbau befindlichen Sekundarschule nach kurzer Zeit in Frage zu stellen, ist unverantwortlich. Gerade bei der wichtigen Frage des schulischen Angebotes in einer Kommune sollten Politik und Verwaltung verlässliche Entscheidungen treffen, um Schülern und Eltern Handlungs- und Planungssicherheit bei der Wahl der Schulform zu bieten.“

Einrichtung einer Sekundarschule unterstützt

Für die CDU erinnert der Chef der Fraktion im Rat der Stadt Selm, Herbert Mengelkamp, an die öffentliche Diskussion im Vorfeld der Gründung der Sekundarschule als neue Schulform für Selm: „Wir haben als CDU-Fraktion die Entscheidung zur Einrichtung einer Sekundarschule (und damit gleichzeitig zum Auslaufen der bisherigen Realschule) unterstützt. Die Selma-Lagerlöf-Schule wurde 2014 gegründet, die ersten Absolventen der Sekundarstufe I bis zur Klasse 10 werden im kommenden Jahr die Schule verlassen.“

Gymnasium nicht gefährden

Wesentliche Argumente für die damalige Haltung der CDU seien gewesen:

  • Der Bestand des Gymnasiums sollte nicht durch Einrichtung einer Gesamtschule mit konkurrierendem Sek II-Bereich gefährdet werden.
  • Die prognostizierten Schülerzahlen reichten nicht aus, um zwei konkurrierende Oberstufen an verschiedenen Selmer Schulformen einzurichten.
  • Die Einrichtung einer Gesamtschule (neben dem bestehenden Gymnasium) wäre im behördlichen Verfahren nicht genehmigungsfähig gewesen, da die notwendigen Schülerzahlen nicht vorhanden waren und die Herstellung eines regionalen Konsens mit den Nachbargemeinden zumindest schwierig gewesen wäre (die bestehenden Schulen dürfen nicht im Bestand gefährdet werden).

„Diese Argumentation hat auch heute noch Bestand“, bekräftigt Mengelkamp.

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