Chef des Selmer Gymnasiums setzt auf Kooperation: „Gebt der Sekundarschule Zeit“

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Der Vorstoß des SPD-Bürgermeisterkandidaten Thomas Orlowski, sich für die Gründung einer Gesamtschule in Selm einzusetzen, dürfte zwei Einrichtungen besonders in Unruhe versetzen.

Selm

, 09.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Was sagen eigentlich die Einrichtungen, die derzeit die Schüler in Selm direkt oder per Kooperation auf das Abitur vorbereiten, zum Orlowski-Plan? Die beiden weiterführende Schulen.

Karin Vogel, Leiterin der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule, erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Von mir wird es zum jetzigen Zeitpunkt keine Einlassungen geben. Da ist etwas in den Raum gestellt worden, zu dem ich mich jetzt nicht äußere.“ Sollte die politische Diskussion konkreter werden und Schulträger und Bezirksregierung ihre Ideen einbringen, werde sie dazu auch Stellung beziehen.

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Von dem Vorstoß von Thomas Orlowski hat Ulrich Walter, der Leiter des Städtischen Gymnasiums Selm, durch die Ruhr Nachrichten erfahren. Was sagt er zum Orlowski-Vorstoß?

„Vor einigen Jahren ist in Selm die Schullandschaft neu strukturiert worden und es ist festzustellen, dass der eingeläutete Aus- und Aufbau der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule noch nicht beendet ist“, erklärt Walter auf Anfrage. Der Aufbau der 2014 gegründeten Sekundarschule sei von Anfang an mit dem Gedanken der Kooperation mit dem Städtischen Gymnasium Selm verbunden gewesen, um Selmer Schülern eine Perspektive in der Sekundarstufe II zu geben. Das sei per Kooperationsvertrag festgeschrieben. Und diese Zusammenarbeit existiert nicht nur auf dem Papier.

„Es gibt eine sehr intensive Kooperation zwischen dem Gymnasium und der Sekundarschule, was den Übergang in die gymnasiale Oberstufe betrifft. Gerade hatten wir den ersten Elternabend für die neunten Klassen der Sekundarschule.“ Er frage sich, auf welcher Grundlage Thomas Orlowski den Vorstoß in Sachen Gesamtschule mache.

Ulrich Walter weiter: „Ich halte es für bedenklich, die Mauern eines im Bau befindlichen Hauses bereits wieder einzureißen, bevor das Dach aufgesetzt ist. Nach intensiven Beratungen und schließlich im Konsens aller den Prozess begleitenden Personen ist vor sechs Jahren die Selma-Lagerlöf-Schule gegründet worden. Es sollte ihr Zeit gegeben werden, Wurzeln zu schlagen und sich zu bewähren. Die angestoßene Diskussion fördert aus meiner Sicht keinesfalls die Entwicklung dieses wichtigen Schulstandortes.“

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