Gesprengter Cappenberger Geldautomat kein Einzelfall: Diese Banken trifft es am häufigsten

rnGesprengte Geldautomaten

Der gesprengte Cappenberger Geldautomat war nicht der erste Fall in diesem Jahr. Wir zeigen, welche Banken am häufigsten betroffen sind und in welcher Region es die meisten Sprengungen gibt.

Cappenberg

, 07.11.2019, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

290 Geldautomaten wurden in den vergangenen drei Jahren in NRW gesprengt. Ob Volksbank, Sparkasse oder Commerzbank: Alle großen Banken sind betroffen. Zuletzt traf es einen Automaten in der Volksbank-Filiale in Cappenberg. Wir zeigen, wo in NRW in diesem Jahr Automaten gesprengt wurden und welche Banken am häufigsten betroffen sind.

Allein im Jahr 2019 wurden bis Anfang November 80 Geldautomaten gesprengt. Vor einem Jahr waren es bis November sogar schon 92 Sprengungen, ein Jahr früher waren es 77.

Viele Nachahmer durch „massive Berichterstattung“

Besonders viele Automatensprengungen gab es 2016. Damals wurden insgesamt 136 Automaten verschiedener Banken gesprengt - mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

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Doch schon im zweiten Halbjahr 2015 häuften sich die Fälle enorm. „Der Großteil der Taten in 2015 ereignete sich ab dem dritten Quartal“, erklärt Frank Scheulen, Erster Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamts NRW.

Auf unserer Karte sind alle diesjährigen Sprengungen in NRW verzeichnet. Bei allen grün markierten Standorten blieb es allerdings beim Versuch, es wurde also kein Geld entwendet:

Generell könne die Steigerung damit begründet werden, dass unter anderem „durch die massive Berichterstattung vermehrt Nachahmer aufgetreten sind, die ebenfalls versuchten, Geldautomaten zu sprengen“.

Immer mehr Banken schließen ihre Filialen nachts

2017 sanken die Zahlen aber wieder spürbar. Denn in dieser Zeit habe es mehrere Festnahmen gegeben, erklärt Scheulen. Dadurch habe es dann wieder einen Rückgang der Sprengungen gegeben.

In den vergangenen Jahren schlossen auch immer mehr Banken ihre Filialen nachts, um zu verhindern, dass ihre Automaten gesprengt werden. Zuletzt entschied sich die Volksbank Südmünsterland-Mitte zu einem solchen Schritt.

Commerzbank steht auf Platz eins der meisten Sprengungen 2019

Doch einen Zusammenhang zwischen den zunehmenden nächtlichen Schließungen und dem Rückgang der Automatensprengungen soll es nicht geben. „Das alleinige Verschließen der Filialen stellt für die Täter kein Hindernis dar“, sagt Frank Scheulen.

Auch der Standort der Geldautomaten sei den Tätern nicht so wichtig. „Subjektiv kann gesagt werden, dass der Standort im urbanen oder ländlichen Raum kein entscheidendes Kriterium ist“, so der Kriminalhauptkommissar.

Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt vor allem auch eines: Täter haben keine deutliche Präferenz bei der Wahl der Bank. 2019 wurden bislang die meisten Automaten von der Commerzbank gesprengt.

2019 blieb es bei Volksbank-Automaten am häufigsten beim Versuch

Im vergangenen Jahr war die Deutsche Bank mit 36 Fällen und 2017 noch die Sparkasse mit 28 gesprengten Automaten auf Platz eins. Insgesamt war in den vergangenen drei Jahren die Sparkasse aber am häufigsten betroffen. Ein Faktor könnte dabei sein, dass einige Banken deutlich mehr Filialen als andere haben und so schneller in den Fokus von Kriminellen rücken könnten.

82 mal kam es in Sparkasse-Filialen zu Sprengungen an Geldautomaten. Dahinter kommt die Deutsche Bank mit 69 Sprengungen und die Commerzbank mit 41 Sprengungen. Die Erfolgsquote der Täter ist dabei sehr verschieden.

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Die unterscheidet sich nämlich von Bank zu Bank deutlich. 2019 hatte die Volksbank die sichersten Automaten. Fast 70 Prozent der Sprengungen brachten den Tätern keine Beute ein.

Geldautomaten von Sparkassen werden nur jedes zweite Mal geknackt

Bei Versuchen blieb es auch in etwas mehr als 50 Prozent der Fälle, bei denen Volksbank-Automaten betroffen waren. Bei genau der Hälfte aller Sprengungen von Geldautomaten der Sparkasse konnte kein Geld erbeutet werden.

Daraus könne aber nicht abgeleitet werden, dass bestimmte Bankautomaten besser vor Sprengungen geschützt sind als andere. „Es ist immer im Einzelfall zu prüfen, woran der oder die Täter gescheitert sind“, erklärt Frank Scheulen. Eine pauschale Aussage könne er nicht treffen.

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