Corona-Krise in Selm: Lieferservice - wichtig und manchmal pfiffig

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Die Corona-Krise hat den Einzelhandel außerhalb der Grundversorgung lahm gelegt. Geschäfte haben geschlossen. Doch die meisten tun das, was sie sonst tun: Sie bedienen ihre Kunden. Anders.

Selm

, 31.03.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart nennt die kleinen und mittleren Unternehmen „das Rückgrat unserer Wirtschaft“. Wie läuft es denn bei diesen Firmen in Zeiten der Corona-Krise? Schauen wir uns doch mal einen solchen Betrieb an.

Von A wie Alarmanlage bis Z wie Zylinderschloss: Bei der Firma Knümann an der Ludgeristraße in Selm gibt es eigentlich alles zu kaufen. Und wenn es eine ganz bestimmte Schraube ist. Die Knümann-Mitarbeiter schauen dann in einer der vielen Schubladen nach und präsentieren dann meistens das Gesuchte. „Man geht zu Knümann“, lautet das Firmenmotto. Nun hat aber die Corona-Krise das Firmenmotto jäh konterkariert: Das Geschäft ist geschlossen.

Wichtig, gerade für die ältere Generation

Und jetzt? Großes Zetern und Zagen? Nein. Wenn die Kunden nicht zu Knümann kommen, kommt Knümann halt zu den Kunden. So, wie auch schon vor der Corona-Krise. Und zwar mit einem ganz speziellen Gefährt: mit der Ape. Das ist ein dreirädriges Fahrzeug mit Ladefläche. Und mit eben jener Ape ist Christian Reuter jetzt unterwegs zu den Kunden. Das sei enorm wichtig: „Gerade die ältere Generation, die ja auch jetzt am schwersten getroffen ist, schafft nicht immer den Weg bis zu uns.“

Lieferservices des Selmer Einzelhandels

  • Die Werbegemeinschaft hat die Services der Händler im Internet zusammengefasst, damit die Kunden einen bessern Überblick haben.
  • Auf Facebook bietet die Seite „Selm liefert“ ebenso einen Überblick wie die Internetseite www.selmnet.de
  • Darüber hinaus können Interessierte unter folgender Webadresse viele Internetadressen von ortsansässigen Geschäften nachlesen und sich dort über das jeweilige Angebot informieren: www.werbegemeinschaft-meinselm.de

Diese Ape ist derzeit gefühlt ziemlich oft zu sehen. „Ausgelastet sind wir nicht, aber wir möchten weiterhin alle unsere Waren und Dienstleistungen, wie Schlüsseldienst und Reparaturen von Rasenmähern und Fahrrädern anbieten“, sagt Christian Reuter. Das sei aber kein Problem. „Mit der Ape seien auch Wege bis Olfen, Lüdinghausen oder Nordkirchen zu schaffen. „Wir liefern bis vor die Haustür“, so Reuter.

Gebot der Stunde: Hygiene und Abstand

Was er dann sagt, ist derzeit so etwas wie das Gebot der Stunde: „Immer mit gebührendem Abstand und Hygiene-Maßnahmen.“ Bezahlt werden könne bar, per Rechnung oder auch mit EC-Karte. „Dank der modernen Technik haben wir ein mobiles EC-Gerät, das wir immer mitnehmen können.“

Normalität in Zeiten der Corona-Krise. So sieht sie also aus bei der Firma Knümann. Normal ist auch, dass die Mitarbeiter montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr erreichbar sind. Per Telefon unter 1338 oder per Mail an info@knuemann-selm.de. Oder per Facebook. „Wir werden alle Bestellungen so schnell wie möglich ausliefern oder besorgen“, versichert Christian Reuter.

Also wirklich alles normal bei Knümann. Wenn da nicht dieser Satz wäre, mit dem Christian Reuter gegenüber der Redaktion den Ernst der Lage skizziert: „Wir freuen uns über jeden Auftrag, denn das hält unser Geschäft am Leben. Keiner weiß, wie lange diese Ausnahmesituation noch anhält, und alle Geschäfte der Altstadt wie auch der Kreisstraße arbeiten jetzt eng - im übertragenen Sinne - zusammen. Wir haben uns vernetzt, denn Zusammenhalt ist gerade das was wir jetzt brauchen.“

NRW-Soforthilfe beantragen

Zusammenhalt, treue Kunden, das ist es, was der Einzelhandel – wie zum Beispiel die Firma Knümann – jetzt besonders braucht. Da gibt es aber noch etwas, was helfen soll, die Krise zu überstehen: „Ich werde, so wie es ausschaut die NRW-Soforthilfe beantragen, so wie es auch meine Kollegen hier in Selm tun werden“, erklärt Reuter.

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Jene Soforthilfe also, die die NRW-Landesregierung aufgelegt hat. „Damit Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige finanzielle Engpässe überbrücken können, stellen Land und Bund – je nach Mitarbeiterzahl – Zuschüsse in Höhe von 9.000, 15.000 und 25.000 Euro bereit“, heißt es von Seiten des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Wer infolge der Corona-Krise drastische Umsatzeinbußen erlitten hat, mit massiven Auftragsstornierungen kämpft oder aufgrund einer Anordnung den Betrieb schließen musste, kann online die NRW Soforthilfe 2020 beantragen. www.soforthilfe-corona.nrw.de


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