Corona-Krise in Selm: Stadt setzt Änderung bei der Notbetreuung um

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Nicht jedes Kind durfte nach der Schließung der Schulen und Kindertageseinrichtungen Notbetreuung in Anspruch nehmen. Wie ist der derzeitige Stand in Selm?

Selm, Bork, Cappenberg

, 22.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise hat seit der Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen viele Familien vor die Aufgabe gestellt, die Betreuung ihrer Kinder sicherzustellen.

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Als die Schulen und Kitas schlossen, Tageseltern nicht mehr zum Einsatz kommen durften, weil das Kontaktverbot dagegen sprach und Infektionsketten minimiert beziehungsweise unterbrochen werden sollten, war die Notbetreuung das Mittel für Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen. So manche Familie, deren täglich Brot nicht durch einen Beruf gesichert wird, der als systemrelevant gesetzt ist, fühlte sich ausgegrenzt. In den Regelungen gibt es jetzt Änderungen.

Mehr Berufe als systemrelevant aufgenommen

In die sogenannte Corona-Betreuungsverordnung seien noch mehr Berufe aufgenommen worden, die den systemrelevanten Berufen zuzurechnen sind, berichtet Beigeordnete Sylvia Engemann im Gespräch mit der Redaktion. So zum Beispiel Mitarbeiter von Tankstellen. Die Änderung dieser Verordnung werde am Donnerstag, 23. April, in Kraft treten.

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Der Bedarf an Notbetreuung steigt offensichtlich in Selm. Die Stadt registriere seit Montag, also seit die Osterferien vorbei sind, dass in den Kitas mehr Betreuung nachgefragt werde, sagt Sylvia Engemann. Stand Dienstag, 21. April, waren 43 Kinder allein nur in den Kitas Selms in Notbetreuung untergebracht.

Ab Donnerstag, 23. April, können also durch die Ausweitung der Liste der systemrelevanten Berufe in der Corona-Betreuungsverordnung noch mehr Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 bringen.

Gebührenerlass für Eltern auch für Mai?

Gibt es schon Informationen, ob Eltern auch im Mai von Gebühren für Betreuung ihrer Kinder im Offenen Ganztag, in Kindertageseinrichtungen oder bei Tageseltern entlastet werden? Stadt und Land hatten anteilig die Gebühren für April übernommen, weil es wegen der Corona-Krise ja nur eine Notbetreuung von Kindern von Eltern mit systemrelevanten Berufen gibt. „Es gibt noch nichts Definitives“, antwortet die Beigeordnete. „Ich rechne damit, dass wir spätestens Anfang nächster Woche eine Mitteilung bekommen seitens des Landes, wie man für den Monat Mai damit umzugehen gedenkt.“

Die Ausfallkosten bei den Elternbeiträgen für Kitas und Offenen Ganztag sowie für Tageseltern werden für April vom Land und den Kommunen hälftig geteilt.

Eltern, die in wichtigen Berufen arbeiten und ihre Kinder in einer Notbetreuung in einer Kita oder Schule unterbringen müssen, brauchen ebenfalls nicht für den Monat April zu zahlen.

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