Corona-Krise: „Selm trifft sich“ ist noch nicht final abgesagt

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Viele Veranstaltungen fallen wegen der Corona-Krise aus. Im städtischen Veranstaltungskalender ist auch „Selm trifft sich“ abgesagt. Doch es gibt Hoffnung.

Selm

, 15.06.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was haben Selm und Wilhelmshaven gemeinsam? Erst mal nicht viel. Doch auf den zweiten Blick gibt es in beiden Städten im Jahreslauf ähnlich gelagerte Musikveranstaltungen. „Mittwochs am Pumpwerk“ heißt sie in Wilhelmshaven. „Selm trifft sich“ in Selm. Letztere organisiert Wilfried Reckers. Und der ist schon ein wenig neidisch auf die Wilhelmshavener Reihe. Nicht, weil sein Bruder Michael sie organisiert. Sondern weil sie jetzt nach der Coronapause wieder startet.

„Selm trifft sich“ dagegen sollte am Dienstag, 23. Juni, starten. Tut es aber nicht. Noch nicht, wie Wilfried Reckers auf Anfrage der Redaktion sagt. Er hatte in Absprache mit Selms Bürgermeister Mario Löhr zunächst mal auf die Karte „Abwarten“ gesetzt.

„Wir haben die Veranstaltung durch die ersten Auflagen der Coronaschutzverordnung gestoppt“, berichtet Wilfried Reckers. Weil ja damals schon die Maßgabe galt, dass große Veranstaltungen bis zum 31. August verboten seien. „Auf meine Frage, was denn als Großveranstaltung gelte, hat Mario Löhr gesagt, ich solle doch erst mal abwarten, was passiert.“ Insofern sei „Selm trifft sich“ zunächst mal auf Eis gelegt.

Wie ist der Stand jetzt? Laut der NRW-Coronaschutzverordnung in der aktuellsten Fassung ab 15. Juni steht: „Veranstaltungen und Versammlungen mit bis zu 100 Personen sind unter Auflagen zu Abstands- und Schutzvorkehrungen erlaubt. Hier gelten Regelungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern sowie zur Rückverfolgbarkeit der Zuschauer und Teilnehmer. Für Veranstaltungen mit mehr als 100 Zuschauern gelten erweitere Anforderungen. Diese sind nur in Abstimmung mit der entsprechenden Gesundheitsbehörde zulässig. Zudem bedürfen sie eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes.“

Veranstalter steht in den Startlöchern

Demnach dürfte einem Start von „Selm, trifft sich“ doch eigentlich nichts mehr im Wege stehen, oder? „Ich stehe in den Startlöchern“, erklärt Reckers. Jedoch gebe es zwar die Verordnung, die vorsieht, ab welcher Teilnehmerzahl man starten könne. „Aber wie viele Leute kommen dürfen, das hat noch niemand definiert. Ich muss ja auch auf eine gewisse Besucherzahl kommen, um meine Kosten zu decken.“ Er warte auf ein Signal für Lockerungen vom Land NRW, „die auch für mich umsetzbar sind und sich auch lohnen“.

Ein solches Signal gebe es aber nicht. Sein Bruder Michael warte für seine Veranstaltung „Mittwochs am Pumpwerk“ in Wilhelmshaven dagegen nur noch auf eine Genehmigung für 250 Gäste. „Dann kann er sofort starten.“ Bei einer solchen Besucherzahl könne er sich auch vorstellen, „Selm trifft sich“ zu starten. Er habe mit Bürgermeister Löhr vereinbart, in einem solchen Fall miteinander zu telefonieren, um zu klären, wie „Selm trifft sich“ in Coronazeiten sicherheitstechnisch hinzubekommen sei.

Er habe schon eigene Ideen, könne aber auch auf das Konzept seines Bruders in Wilhelmshaven zurückgreifen und es auf die Selmer Verhältnisse zu aktualisieren.

Ist denn der Start, wie geplant am Dienstag, 23. Juni, unter diesen Umständen realistisch? „Nein“, sagt Wilfried Reckers“, „ich habe auf die Bremse getreten und warte auf eine vernünftige Lockerung“.

Auch die Künstler wären bereit

Reckers steht also in den Startlöchern. Hätte er denn auch für den Fall eines Starts von „Selm trifft sich“ Künstler an der Hand? „Alle stehen Gewehr bei Fuß“, signalisiert Wilfried Reckers.

Eines steht laut Reckers aber bereits fest: „Wenn zum Beispiel 250 Leute auf die Fläche am Wulferts Höfken dürfen, dann kann es nur so sein, dass es Mindestverzehr, Eintrittskarten und hinten auf den Eintrittskarten Namen, Adresse und Telefonnummer der Besucher für die Nachverfolgung gibt.“