Corona-Krise: Wie Apotheken sich auf die Pandemie eingestellt haben

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In der Corona-Krise hat nicht alles, was für die Menschen wichtig ist, von Anfang an geklappt. Die Apotheken im Kreis Unna sind jedoch seit Beginn der Corona-Pandemie geöffnet geblieben.

Selm, Lünen

, 02.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil die Apotheker früh Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben, konnten nahezu 100 Prozent aller Apotheken „am Netz“ bleiben und für die Patientinnen und Patienten da sein, sagt Apotheker Volker Brüning, Sprecher der Apothekerschaft

im Nordkreis Unna, in einer Zwischenbilanz anlässlich des bundesweiten „Tags der Apotheke“ am 7. Juni.

Die Apotheken haben von Anfang an in der Corona-Krise geöffnet.

Die Apotheken haben von Anfang an in der Corona-Krise geöffnet. © Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Um die Beratung der Patienten und die Versorgung unter den Maßgaben der Coronaschutzverordnung gewährleisten zu können, haben die Apotheken laut Brüning schnell reagiert: „In den Apotheken vor Ort wurde umgebaut, Plexiglaswände installiert, Abstandsmarkierungen auf dem Boden aufgeklebt und Hinweisschilder aufgehängt.“

Viele Umstellungen

Vor allem in der ersten Phase habe es viele Umstellungen gegeben: „Gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden mussten wir uns auf neue Regeln einstellen, Abstand halten, auf den Händedruck verzichten. Damit sich nicht so viele

Personen gleichzeitig in der Apotheke aufhalten, mussten Patientinnen und Patienten manchmal draußen warten.“

In vielen Apotheken werde zudem im aufwändigen Zwei-Schichtbetrieb gearbeitet, damit die Teams sich gegenseitig nicht begegnen. Damit konnte das Risiko minimiert werden, dass plötzlich alle Mitarbeitenden einer Apotheke unter Quarantäne gestellt und die Apotheke folglich hätte geschlossen werden müssen. „Die Aufrechterhaltung der Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten im Quartier hat neben dem Infektionsschutz höchste Priorität.“ All diese Maßnahmen seien bei der großen Mehrheit der Kunden auf viel Verständnis gestoßen.

Desinfektionsmittel selbst hergestellt

Schnell hätten sich die Apotheken vor Ort auf die neuen Herausforderungen eingestellt: Als Desinfektionsmittel knapp wurde, haben sie es flächendeckend selbst hergestellt. „Wir haben das Know-how und konnten sofort damit beginnen, nachdem uns die Herstellung erlaubt worden war“, so Apotheker Brüning. Engpässe seien so erfolgreich überbrückt worden.

Die Apotheken haben nicht nur Desinfektionsmittel von ihren Herstellerfirmen verkauft, sondern selbst auch Desinfektionsmittel hergestellt.

Die Apotheken haben nicht nur Desinfektionsmittel von ihren Herstellerfirmen verkauft, sondern selbst auch Desinfektionsmittel hergestellt. © Brüning-Apotheken

Damit Risikopatienten nicht in die Apotheke kommen müssen, wurde der Botendienst als Service der Apotheke vor Ort ausgebaut und das benötigte Arzneimittel bis an die Haustür gebracht – natürlich sicher transportiert, für den Patienten kostenfrei und noch am selben Tag. „Die Beratung erfolgt dann beim Patienten zu Hause oder telefonisch. Die Zahl der Botendienstfahrten hat in der Corona-Krise bei fast allen Apotheken stark zugenommen.“

„Viele Kunden waren verunsichert.“
Volker Brüning, Apotheker

Gerade zu Beginn der Pandemie hätten dennoch viel mehr Patienten als sonst die Apotheke aufgesucht, um nach Desinfektionsmittel und Schutzmasken zu fragen oder ihre Medikamente abzuholen – nicht selten auch „auf Vorrat“. „Viele Kunden waren verunsichert. Wir haben beraten, von Hamsterkäufen abgeraten, Tipps zum richtigen Tragen von Masken gegeben und Desinfektionsmittel und medizinische Schutzausrüstung bedarfsgerecht verteilt – und dabei erklärt, warum wir das tun.“ Denn vor allem in Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenpflegeheimen, im Rettungsdienst und bei vorerkrankten Patienten seien Desinfektionsmittel und Ausrüstung knapp gewesen, seien dort jedoch am allerdringendsten gebraucht worden. Auch Medikamente zu „hamstern“ hätte letztlich denen geschadet, die dringend auf diese Arzneimittel angewiesen sind, aber womöglich leer ausgegangen wären. Auch dies sei auf viel Verständnis gestoßen. „Die Apothekerinnen und Apotheker im Kreis Unna sagen allen Kunden deshalb danke dafür, dass sie in der Krise Geduld zeigen, sich und andere vor dem Virus schützen und das auch weiterhin tun“, sagt Volker Brüning.

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