Selmer Restaurants dürfen ab Montag wieder öffnen, es bleibt aber ein Aber

rnCorona-Lockerungen

Viele Fragen, unter welchen Bedingungen Restaurants ab Montag wieder öffnen dürfen, sind noch nicht beantwortet. Dass sie überhaupt öffnen dürfen, stimmt Selmer Gastronomen weitestgehend positiv.

Selm

, 09.05.2020, 07:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange haben Gastronomen auf diesen Moment warten müssen: den Moment der Corona-Lockerungen. Seit nun fast zwei Monaten läuft der Betrieb in Restaurants nur stark eingeschränkt. Publikumsverkehr ist seit längerer Zeit komplett verboten, das Essen darf nur abgeholt oder auf Lieferung bestellt werden.

Ab Montag (11.5.) ändert sich das. Restaurants dürfen wieder öffnen, sofern im Innen- und/oder Außenbereich die Einhaltung des Abstandsgebots gewährleistet ist und ein Infektionsschutz- und Hygiene-Konzept durch die Betriebe vorliegt. Auch das Kontaktverbot wird gelockert. Die Angehörigen zweier Haushalte dürfen sich ab Montag wieder im öffentlichen Raum treffen - und demnach wieder zusammen ins Restaurant gehen.

„Leute freuen sind auf ein frisch gezapftes Bier“

Über diese Tatsache ist Christian Reimann vom Lumberjack‘s Diner an der Kreisstraße in Selm sehr erfreut. „Wir haben schon die ersten Tisch-Reservierungen. Die Leute freuen sind jetzt, endlich mal wieder ein frisch gezapftes Bier trinken zu können. Und auch für uns ist es schön, wieder mit Gästen zu tun zu haben und mit ihnen kommunizieren zu können“, so Reimann.

Mundschutz-Masken für sein Personal hat Christian Reimann bereits besorgt: „Wir müssen ja gewährleisten, dass das Essen unbelastet am Tisch ankommt. Darüber hinaus haben wir Desinfektionsmittel-Spender am Eingang und auf den Toiletten aufgestellt.“ Zudem wird er Listen führen, welche Gäste ins Diner kommen. Reimann: „Das haben wir auch schon gemacht, als die Gäste noch zur Mittagszeit Speisen bei uns verzehren durften und können in der Hinsicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen.“ Dass es solche Listen gibt, ist in Reimanns Augen „absolut sinnvoll.“

Selmer Hof bleibt voraussichtlich bis September geschlossen

Malte Bock vom Selmer Hof freut sich ebenfalls für seine Kollegen, dass sie wieder öffnen dürfen. Für ihn kommt eine Öffnung allerdings nicht in Frage. „Wir richten im Selmer Hof in erster Linie Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Trauerfeiern aus. Den normalen Restaurant-Betrieb gibt es so bei uns nicht. Deshalb rechne ich „nicht mit einer Öffnung vor September“, sagt Bock. Er stellt die Frage: „Wer möchte denn schon eine Fete mit Mundschutz und Abstandsregeln feiern?“

Am Montag zumindest bleibt auch die An-Bar in Selm noch geschlossen. „Da haben wir Ruhetag und werden den auch weiter beibehalten“, sagt Kaira Eistel, Chefin der An-Bar. Ob sie am Dienstag wieder öffnen wird? „Ich rechne noch nicht damit“, sagt sie, „weil wir bis Freitagnachmittag noch nichts Konkretes von der Landesregierung gehört haben, welche Hygiene-Vorgaben wir zu beachten haben“, so Eistel weiter.

„Es gibt bislang keine bindende Verschriftlichung“, erklärte auch Stadtsprecher Malte Woesmann am Freitagmittag auf Anfrage der Redaktion. Entsprechend sei die Stadt auch noch nicht mit Hilfestellungen auf die Gastronomen zugegangen. Sobald die Vorgaben aber verbindlich geschrieben stehen, sagt er weiter, habe die Stadt das durchaus vor. „Wir warten jetzt einfach noch auf die Infos“, so der Stadtsprecher.

Landesregierung ist Lockerung „unorganisiert und übereilt“ angegangen

Deshalb wird auch das Restaurant Jakobsbrunnen an der Sürdkirchener Straße am Montag ebenfalls noch nicht öffnen. Dazu äußerten sich die Restaurant-Betreiber auf der Facebook-Seite. „Es liegt uns noch kein detailliertes Konzept der Landesregierung vor, somit gibt es für uns noch keine finale Entscheidungs- und Planungsgrundlage“, schreibt das Team des Restaurants.

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Und weiter: „Wir sind mehr als verwundert, dass nach den Aussagen bezüglich des hohen Infektionsrisikos gerade in gastronomischen Einrichtungen, das Thema Lockerung von der Landesregierung derart unorganisiert und übereilt angegangen wird. Inwiefern noch nicht detailliert bekannte Maßnahmen zu Ihrem Schutz und unserer Mitarbeiter/innen ab Montag ordnungsgemäß umgesetzt werden sollen, bleibt das Geheimnis der Landesregierung.“

Bis einschließlich Sonntag, 17. Mai, bleibt das Restaurant daher unter Vorbehalt geschlossen. „Denn unter den gegebenen Voraussetzungen können wir schlicht keinen Gastronomie-Betrieb führen“, erklärt Wilhelm Heitmann, Inhaber vom Jakobsbrunnen.

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